Natur der Kanaren

Die Kanarischen Inseln liegen alle in der Passatzone und werden bezüglich ihres Klimas vom Passatwind stark beeinflusst. Auch die steilen Inselberge spielen eine Rolle bei der Entstehung von Vegetationszonen: Durch den Wind bilden sich an der Nordseite der Berge Wolken, die sich dort ausregnen oder feuchten Nebel bilden. Die Nordseiten der Inseln sind daher immer feuchter und von immergrünen Pflanzen bewachsen. Im Süden ist es meist trocken und eher wüstenartig. Oft verstärken heißer Saharawind und junge, unfruchtbare Lavafelder die geringe Vegetation dort noch.

Im Norden wachsen in den höheren Regionen oft regenwaldähnliche Lorbeerwälder und Farne sowie Heidewälder. Besonders verbreitet sind auf den Kanaren auch die Kanaren-Kiefer und der Phönizische Wachholder. In den Küstengebieten findet man Salzpflanzen wie das Eiskraut, das das Salz aus dem Meerwasser filtern kann, und den violett blühenden Strandflieder. Beide haben kleine Blüten, die sich dicht am Boden nach der Sonne recken. Beeindruckender sind daher vielleicht der Natternkopf und die Kanaren-Glockenblume. Mit großen Blütenköpfen locken beide viele einheimische Schmetterlinge an. Auf den Inselsüdseiten herrschen Feigenkakteen und fleischige Wolfsmilchgewächse vor. Die Pflanzen dort haben besondere Mechanismen entwickelt, um das seltene Wasser in ihren Stängeln und Blättern zu speichern.

Da die Kanarischen Inseln geographisch sehr abgeschottet liegen, konnten sich dort nur eine begrenzte Anzahl an Tierarten ansiedeln. Säugetiere leben kaum auf den Kanaren. Die einzigen, die ohne Zutun des Menschen, auf die Inseln gelangt sind, sind Fledermäuse. Dafür gibt es aber viele Vögel, Reptilien und Insekten, die ausschließlich auf diesen Inseln leben. Im Vogelreich gehört zum Beispiel der Kanarengirlitz zu diesen Tieren. Der kleine Fink ist der wilde Bruder des Kanarienvogels, der in Mitteleuropa als Haustier weit verbreitet ist. Das Männchen hat eine gelbgrüne Färbung.

Sehr häufig begegnet man auch den Kanareneidechsen. Sie sind sehr zutraulich und lassen sich auch gerne mal füttern. Auch der Kink ist häufig. Die Echse wird oft mit der Blindschleiche verglichen, weil sie einen flachen länglichen Körper mit sehr kurzen Beinchen hat. Achtet man auf die Schmetterlinge, die um die vielen Blumen der Inseln flattern, sieht man oft den feurige schwarz-roten Kanaren-Admiral oder das Kanaren-Waldbrettspiel mit seinen schwarzen Punkten.

Auch vor den Küsten der Inseln bietet das Tierreich Aufregendes: Pilotwale und Meeresschildkröten schwimmen in den Meerengen und können bei Bootstouren beobachtet werden.