San Andrés

Übersicht

Das entzückende Fischerdorf San Andrés in der Nähe der Inselhauptstadt Santa Cruz ist der Geheimtipp unter den Kennern der Teneriffa reisenden. Der kleine Ort im Panorama des Anaga gebirges lockt mit exzellenten Fischrestaurants und einer friedlich lockeren Stimmung im Dorfkern. Das besondere Highlight allerdings ist der einzigartige Strand Las Teresitas, dessen Sand aus der Sahara eingeschifft wurde. Er verspricht Afrikastimmung mitten auf den Kanaren, gepaart mit spanischer Mentalität.

Lage und Vegetation

Ein Magnet für Wanderliebhaber ist San Andrés sicherlich durch seine idyllische Lage: Es ist das südliche Tor zum Anaga gebirge und erstreckt sich damit an einen Felshang. Unweit von San Andrés befinden sich die Täler El Cercado Barraco und Barranco de Las Huertas. Im nordöstlichen Teil des Ortes liegt zudem der beliebte Bade- und Stadtstrand Las Teresitas. Der höchste Punkt in San Andrés ist der Roque de los Pasos mit einer Höhe von etwa 940 Metern.

Die Lage des Dorfes hat großen Einfluss auf das örtliche Klima: In der Regel ist es im Sommer eher leicht und luftig und regnerisch im Winter.

Kultur und Einwohner

Mit etwas über 3.500 Bewohnern zählt San Andrés zu einem der bedeutendsten Vororte von Santa Cruz. Stolz sind die Einheimischen auf den örtlichen Strand Las Teresitas, der einst mit Saharasand aufgefüllt wurde. Dort verbringen viele Einwohner häufig ihre Freizeit oder arbeiten dort. Der Alltag ist von den kulturellen, sportlichen und musikalischen Vereinen geprägt.

Bisher haben spanische Gerichte den Bau von Hotels und Pensionen in San Andrés nicht zugelassen und so bewahrt sich die Stadt auch heute noch ihre Ursprünglichkeit. Als Reisender findet man in San Andrés direkt höchstens Appartements, die vermietet werden. Die fehlenden Schlafplätze sind aber kein Grund für die Touristen, San Andrés von ihrer Besichtigungsliste zu streichen, da vor allem die Strände und das urige Stadtleben sehenswert sind.

Beliebt sind zudem die unvergleichlichen Fischrestaurants, die bekannt für ihre kulinarische und ursprüngliche Küche sind.

Wirtschaft

Der zentrale Wirtschaftszweig von San Andrés ist traditionell noch immer der Fischfang. Daneben sorgt der zunehmende Tourismus für mehr Arbeitsplätze, vor allem am Strand. Es gibt weder Hotels noch Pensionen im Ort selbst, was der Attraktivität der Küstenstadt als Ferienort nicht sehr zuträgt. Nichtsdestotrotz lockt sie durch ihren mit Sand aus der Saharawüste aufgeschütteten Strand Las Teresitas jährlich zahlreiche Touristen und Einheimische an. Davon profitieren schließlich auch die vielen Restaurants im Ort, die mit kanarischen Leckereien und unschlagbar günstigen Preisen locken.

Anfahrt

Knapp acht Kilometer trennen den Fischerort von Santa Cruz. Über die TF-11 ist San Andrés in etwa 15 Minuten mit dem Auto zu erreichen. Drei Buslinien (245, 246, 910) fahren das Dorf von Santa Cruz aus im Zehnminutentakt an.

Geschichte/Gründung

Vor rund 2000 Jahren bewohnten die Guanchen, die Ureinwohner Teneriffas, das heutige Dorf San Andrés. Bei Ausgrabungen fanden Archäologen später die Überreste dieser Ureinwohner, darunter auch die berühmte Mumie San Andrés‘, die nach der Eroberung der Kanarischen Inseln durch Alonso Fernández de Lugo im Jahre 1496 der Namensgeber des Dorfes wird. Der Gründer und offiziell erster Bewohner des Dorfes war Lope de Salazar im Jahre 1498. Dieser erbaute die Kapelle, auf deren Gebiet die heutige Kirche von San Andrés sitzt. Lope de Salazar stellte in der Kapelle Bilder von San Andrés Apóstol zu dessen Gedenken auf sowie eines zu Ehren seiner Frau Santa Lucía. Noch heute gedenken die Einwohner von San Andrés der Abbilder von Santa Lucía und San Andrés Apóstol.

Das wunderschöne Tal San Andrés konnte man bis 1940 nur über einen schmalen Trampelpfad erreichen, der mühsam in die Felsen vor dem Dorf geschlagen wurde. Ein enormes Wachstum erfuhr San Andrés schließlich mit der Errichtung einer Küstenstraße von Santa Cruz aus. Den ersten Touristenzulauf bekam San Andrés so aus Santa Cruz. Heute verzeichnet der Vorort der Inselhauptstadt etwa 3.500 Einwohner.


Sehenswürdigkeiten

Unter den Kennern ist San Andrés schon längst ein sehr beliebtes Reiseziel. Das kleine Örtchen bietet neben seinem wunderschönen Strand auch eine entzückende Kapelle und eine kleine Burg mit einer langen Geschichte.

Torre de San Andrés

Der Turm von San Andrés befindet sich im östlichen Teil des Ortes in Richtung des Strandes. Das nach mehreren Stürmen zerstörte Monument lässt noch seinen kreisförmigen Umriss erahnen. Früher diente der Torre de San Andrés als Befestigungsanlage zur Verteidigung der Insel Teneriffa. Wer will, kann den Turm sogar betreten und sich einen Eindruck darüber verschaffen, wie die Festungen früher ungefähr konstruiert wurden.

Iglesia de San Andrés

Die einfache und kleine Kapelle von San Andrés aus dem Jahr 1747 steht mitten im Zentrum des Dorfes. Im Inneren birgt sie viele religiöse Abbilder, darunter auch von San Andrés Apóstol und Santa Lucia. Außerdem befinden sich in der Kapelle zwei Glocken, die angeblich auf einem Piratenschiff gefunden wurden, das einst durch die Kanonen des Castillo de San Andrés versenkt wurde.


Strände

Der kleine Ort San Andrés verfügt zwar nur über einen, dafür aber umso schöneren und größeren Strand: die Playa de las Teresitas.

Playa de las Teresitas

Im Jahr 1973 begann die Inselverwaltung mit dem Ausbau des damals noch schwarzen, von Steinen übersäten Strandes Las Teresitas. Rund vier Millionen Säcke goldgelber Sand wurden aus der Sahara importiert und aufgeschüttet. Mit dem Sand begann auch eine völlig neue Infrastruktur an der Playa de las Teresitas: genügend Parkplätze, Dusch- und Verpflegungsstationen wurden errichtet sowie eine Vielzahl an ausgezeichneten Fischrestaurants eröffnet.

Das Meerwasser ist sehr klar und der Wellengang ziemlich ruhig, da vor der Küste ein Deich erbaut wurde. Vom Strand aus hat man außerdem einen unglaublichen Blick auf das Anaga gebirge und San Andrés selbst. Der kühle und feine Saharasand ist eine erfrischende Abwechslung zu dem schwarzen, harten Vulkansand, der an den meisten anderen Stränden Teneriffas zu finden ist. Heute ist die Playa de las Teresitas sozusagen der Hausstrand der Einwohner von Santa Cruz. Gerade am Wochenende machen sie gerne Ausflüge in das nahe gelegene Dorf, um sich dort zu erholen. Auch bei Urlaubern ist der goldgelbe Strand ein beliebtes Ziel.


Feste

Klein, idyllisch und manchmal etwas verschlafen liegt San Andrés am Fuße des Anaga-Gebirges. Einige Male im Jahr lebt das Dorf jedoch auf und feiert, was das Zeug hält. Der Besuch einer dieser Fiestas lohnt sich für Teneriffas Urlauber allemal.

Fiesta de las Marías

Am letzten Samstag im Mai feiern die Bewohner jedes Jahr die Fiesta de las Marías, die auch als Purísima Concepción bekannt ist. Die Pforten der heimischen Kapelle werden dazu mit bunten Blumen verziert und den ganzen Tag wird getanzt und gefeiert. Außerdem ist eine Prozession mit der heiligen Jungfrau Teil der Feierlichkeiten.

Noche de San Juan

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird der Schutzheilige San Juan geehrt. Dabei veranstaltet das Dorf eine große Party am Strand Las Teresitas, wobei Menschen aus allen Teilen der Insel kommen und mit den Bewohnern das traditionelle Feuer anzünden und dazu ausgiebig feiern.

Santa Lucía de Siracusa

Kurz vor Weihnachten, am 13. Dezember, gedenkt das Dorf Santa Lucía de Siracusa. Zu diesem sehr familiären Fest verkleiden sich die Mädchen des Dorfes wie ihre Schutzheilige mit langen weißen Gewändern und einer kleinen Krone auf dem Kopf, die Kerzen trägt. Die Jungen verkleiden sich traditionell mit einem spitzen Hut. In den Familien werden mit viel Liebe und Freude Kuchen gebacken, die nach dem alljährlichen Liedersingen herzhaft verzehrt werden.

San Andrés Apóstol

Am 30. November ehren die Bewohner von San Andrés ihren Schutzheiligen San Andrés Apóstol, zu dessen Andenken auch die kleine Kapelle im Dorfzentrum errichtet wurde. An diesem Tag gehen die Einheimischen in die Kirche, um zu beten und abends kommen alle zusammen, um gemeinsam zu trinken und zu feiern.


Restaurants

An jeder Ecke findet man in San Andrés kleine und entzückende Fischrestaurants, die ihre Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen. Die Gerichte werden frisch zubereitet und genießen einen exzellenten Ruf auf Teneriffas. Aber auch für den Hunger zwischendurch ist in dem Fischerdorf gesorgt: Am örtlichen Strand Las Teresitas befinden sich kleine Buden, die kühle Getränke, Pommes Frites und Eis anbieten.



Einkaufen

Im kleinen Örtchen San Andrés finden Urlauber lediglich kleine Läden, die das Nötigste an Lebensmitteln verkaufen: frisches Obst und Gemüse sowie Weizenprodukte und Fleisch. Für einen größeren Einkauf empfiehlt es sich, nach Santa Cruz zu fahren. Hier gibt es ein großes Angebot an Supermärkten.