Granadilla de Abona

Übersicht

Granadilla de Abona liegt im Süden Teneriffas 500 Meter über dem Meeresspiegel. Aus luftiger Höhe ist in der Ferne das Meer zu sehen. Luftig ist hier nicht wörtlich zu nehmen, denn der Ort fällt besonders durch Trockenheit auf, was landschaftliche Bewirtung auf jeden Fall nicht leichter macht.

An der Kreuzung der Straßen zwischen Santa Cruz de Tenerife und den Touristenzentren der Südwestküste sowie der Straße von El-Médano hinauf zum Teide-Nationalpark gelegen nutzen Touristen die ungefähr 36.000 Einwohner zählende Gemeinde lediglich zur Durchreise – dabei gibt es durchaus historische Gebäude zu bewundern.

Geschichte / Gründung

Einst lebten die Bewohner von Granadilla de Abona von Landwirtschaft und Viehzucht. Es sind heute noch die Überreste von Terrassenfeldern und landwirtschaftlichen Tätigkeiten zu sehen.

Der spanische Diktator Francisco Franco hatte in den 1960er Jahren den Plan entwickeln lassen, die Stauseen des Landes zu erweitern, um die Leistung der angeschlossenen Wasserkraftwerke zu erhöhen. Dörfer, die an den Rändern der Seen lagen, sollten dafür vom Wasser überflutet werden. Granadilla war ebenfalls davon betroffen. Die Bewohner mussten sich Notgedrungen einen anderen Wohnort suchen, das Dorf war innerhalb weniger Wochen von keiner Menschenseele mehr bewohnt. Die Regierung in Madrid änderte aber ihre Pläne – Granadilla war gerettet.

Die Bewohner jedoch kamen nicht in ihr Dorf zurück, sie blieben an ihren neuen Wohnorten. Nicht einmal der Bürgermeister nahm seinen Dienst wieder auf. Jahrzehntelang verwahrloste der kleine Ort.

Anfang der 1980er Jahre kehrten Menschen ins Dorf zurück. Vor allem Künstler entdeckten den Ort, der fast nur noch aus Ruinen bestand, für sich und nutzten den vielen freien Wohnraum für ihre Zwecke. So richteten sie beispielsweise in einigen Häusern Ateliers ein, andere wiederum  renovierten die Ruinen zu Wohnstätten. Die Künstlerkolonie wurde im Jahre 1995 von einem Jugendprojekt abgelöst, das bis heute Bestand hat. Eine Gruppe von Pädagogen empfängt hier jede Woche Schulklassen aus dem ganzen Land und aus anderen europäischen Ländern. Auch deutsche Schüler sind des Öfteren zu Gast. Die Schüler versorgen sich unter der Anleitung der Lehrer selbst und lernen unter anderem, für sich und die Klassenkameraden den Alltag zu organisieren.

Heute ist der Ort das Verwaltungszentrum und Gemeindegebiet für den Flughafen Süd Reina Sofia und den beliebten Surferort El Médano.

Wirtschaft

Granadilla de Abona ist ein gutes Beispiel für die Anwendung und Produktion von erneuerbarer Energie: Riesige Windgeneratoren sorgen für Elektrizität. Die großen Ungeheuer sind auch von der Autobahn aus gut sichtbar. Damit hat Granadilla immer die Nase im Wind und ist so ein Vorbild für die Erzeugung der „sauberen“ Energie.

Ein Mal im Jahr findet hier auf dem Gelände des Instituts für Windenergie und erneuerbare Energiequellen das Festival Eolica statt. Das Event soll Musik mit dem Umweltbewusstsein der Menschen verbinden.

Kultur und Einwohner

Ungefähr 36.000 Einwohner leben in der Gemeinde. Viele Touristen schauen aber lediglich für die Durchreise auf einen Sprung vorbei.

Das ehemalige Franziskanerkloster San Luis Obispo aus dem 17. Jahrhundert wurde bei einem Brand im Jahr 1745 fast zerstört. Es wurde von der Gemeinderegierung wieder aufgebaut und anschließend wurde das Rathaus dort eingerichtet.

Doch Ruhe kehrte nicht ein: Im Jahr 1763 stürzte das Gebäude ein, 23 Menschen kamen dabei ums Leben. Das ehemalige Kloster wurde von der Gemeinde restauriert und zum kunsthistorischen Baudenkmal erklärt. Das Kloster kann man heute noch besichtigen.

Lage und Vegetation

Die Gemeinde Granadilla de Abona dehnt sich über 162,43 km² aus und liegt 500 Meter über dem Meeresspiegel. Da es im Süden von Teneriffa mehr Sonnenstunden gibt als im Norden, leidet auch Granadilla de Abona an Wassermangel – nur die Wasserspeicher spenden etwas von dem kostbaren, kühlen Nass.


Sehenswürdigkeiten

Franziskanerkloster San Luis Obispo

Das Konvent San Francisco (Franziskanerkloster San Luis Obispo)lädt mit seiner Historie ebenfalls zu einer Besichtigung ein.

Calle de la Iglesia
38600 Granadilla de Abona

Friedhof (cementerio municipal)

Es sieht von außen aus wie eine große Kapelle, im Inneren befindet sich jedoch ein Friedhof. Für Touristen lohnt sich ein kurzer Blick in das Innere der Ruhestätte: Die Gräber sind auch nicht nur neben- sondern auch übereinander angeordnet.

Wochenmarkt

Am Wochenende öffnen sich für Einheimische und Touristen die Pforten zu einem Bauernmarkt, der auf der Plaza Gonzalez Menastattfindet. Samstags und sonntags von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr kann frisches Obst und Gemüse gekauft werden. Des Weiteren lassen sich auch handgefertigte Gegenstände und Trödel jeglicher Art erwerben.

Adresse:
Plaza de González Mena
38600 Granadilla de Abona

Iglesia San Antonio

Die Kirche des heiligen Antonio, die Iglesia San Antonio, wurde im 17. Jahrhundert fertig gestellt. Durch einen Brand entstand ein schwerer Schaden an dem Gotteshaus. Es wurde jedoch vollständig renoviert.  Für Touristen gibt es die barocke Bauweise sowie eine Mudejardecke im Inneren der Kirche zu bewundern. Außerdem beherbergt die Pfarrkirche eine Reihe von Kunstschätzen wie Schnitzereien, Altarbilder, ein antikes Taufbecken sowie ein Prozessionskreuz.

Calle de la Iglesia
38600 Granadilla de Abona


Strände

Der Strand ist von dem Dorf aus schon gut zu sehen, allerdings liegt Besagter nicht mehr in dem kleinen Örtchen. Besucher sollten den zum Beispiel die Strände in El Médano aufsuchen um zu entspannen.


Restaurants

Da rund um Granadilla de Abona auch heute noch Landwirtschaft betrieben wird, gibt es eine hohe Qualität bei frischem Obst und Gemüse. Kartoffeln und Kichererbsen sind besonders empfehlenswert. Wer der Gemeinde einen Besuch abstattet und etwas Einheimisches zu sich nehmen möchte, der sollte in einer der typischen Tavernen oder in einem der Restaurants einkehren und die Spezialitäten aus der Gegend kosten.

Typisch spanische Köstlichkeiten wie Tapas, Fleisch- und Fischspezialitäten stehen auf den Speisekarten der zahlreichen Restaurants des Ortes.