Arafo

Wenn Sie im März nach Arafo über die Bergstrasse kommen, finden Sie am Strasssenrand unzähligen Goldmohn. Allein dafür lohnt es sich, Arafo einen Besuch abzustatten.

 

Allgemeines zu Arafo

Die bezaubernde Ortschaft Arafo liegt in etwa 450 Metern Höhe vor einem imposanten Bergpanorama der Cañadas, südöstlich von Santa Cruz de Tenerife. Schon bei der Anfahrt über die wunderschöne, sich den Berg hochwindende Straße mit ihren vielen Palmen und Blumen fällt einem die Gepflegtheit dieser Gemeinde auf.

Im Ort angekommen, wird man von typisch kanarischen und weiß verputzten Häusern und deren mit Geranien geschmückten Balkonen begrüßt. Rechts und links der Straßen befinden sich in diesem ordentlichen Dorf viele Gewächse, die liebevoll bewässert und gepflegt werden.

Die Stadt zieht sich steil den Hang hinauf und Häuser stehen inmitten zahlreicher Terrassen, auf denen Obstgärten und Weinreben angelegt sind. Im oberen Teil der Stadt bietet sich ein tolles Panorama über die Dächer der Ortschaft hinunter zum nahegelegenen Atlantik. Zudem beeindruckt die grüne Berglandschaft der Cañadas, die unmittelbar hinter dem Ort beginnt.

Arafo ist ein ausgesprochen malerisches und musikalisches Dorf. Jahrelang fand hier die größte Kunsthandwerksmesse der Insel statt und nirgendwo in ganz Spanien gibt es mehr Musiker pro Einwohner als hier. Nicht umsonst trägt die Ortschaft den Beinamen „die musikalischste Stadt der Insel“.

Arafo bietet kaum Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen, ist jedoch unbedingt für einen Tagesausflug mit anschließender Wanderung oder Mountainbiketour ins traumhafte Gebirge zu empfehlen.


Lage und Vegetation

Die kleine verschlafene Ortschaft Arafo liegt in etwa 450 Metern Höhe vor einem imposanten Bergpanorama der Cañadas, südöstlich von Santa Cruz de Tenerife und somit an der Ostküste der Insel. Von hier aus hat mein einen tollen Ausblick auf die umliegende Vulkanlandschaft. In relativ abgeschiedener Lage ist der Ort, der zu der gleichnamigen Gemeinde Arafo gehört, trotzdem relativ gut zu erreichen. Vom Flughafen im Süden gelangt man über die Autopista del Sur (TF-1) nach drei Vierteln der Strecke Richtung Santa Cruz über eine wunderschöne, sich den Berg hochwindende und mit vielen Palmen und Pflanzen verzierte Straße nach Arafo. Auch eine sehr alte, kurvenreiche Straße verbindet die Ortschaft direkt mit der Hauptstadt.

Fährt man vom Ortseingang gerade durch Arafo hindurch, bringt man weitere Höhenmeter hinter sich, da die Stadt mit ihren teilweise sehr steilen Straßen den Hang hinauf gebaut wurde. Dafür bietet sich, oben angekommen, ein imposantes Bergpanorama mit Blick über die Dächer der Ortschaft und den Atlantischen Ozean. Wo sich früher üppige Wälder befanden, sind heute die terrassierten Felder mit ihren Obstgärten und die zahlreichen Weinberge zu sehen.

Aufgrund der Lage am Berg ist ein Auto dringend zu empfehlen, jedoch gibt es auch die Möglichkeit, mit dem Bus nach Arafo zu gelangen. Der Bus der Linie 121 pendelt alle zwei Stunden zwischen Santa Cruz de Tenerife und Güimar und hält in Arafo. Zudem fährt der Bus der Linie 126 von Arafo Richtung Candelaria und Santa Cruz, dies jedoch nur zweimal am Tag.


Geschichte/Gründung

Der Name Arafo tauchte erstmalig 1504 in einer Urkunde auf, in der ein gewisser Alonso Fernández de Lugo sein Land in der Nähe der Schlucht Ayavingo an Hernando de Fuentes übertrug. Auch in einem Gedicht von Antonio de Viana aus dem Jahre 1604 wird der Name bereits erwähnt.

So hat das Dorf seinen Ursprung schon im frühen 16. Jahrhundert, was wohl daran lag, dass es durch die existierenden Quellen von El Añavingo genug Wasser gab, um das Land fruchtbar zu machen. Hier konnte man sich niederlassen, Lebensmittel anbauen und Nutztiere halten, da Weideflächen geschaffen werden konnten. Die Wasserkraft machte die Versorgung der Siedlung möglich.

Zunächst noch politisch abhängig von Güimar und Candelaria, wurde es 1795 zur eigenen Pfarrei erklärt.


Wirtschaft

Einst war die Umgebung um Arafo üppig bewaldet. Zu dieser Zeit war die Holzwirtschaft die tragende finanzielle Säule des Ortes. Wasserrinnen sind noch heute vielfach zu sehen und der Dorfplatz, der noch immer El Aserradero - übersetzt das Wassersägewerk – heißt, erinnert weiterhin an die damalige Holzwirtschaft.

Heute gibt es hier jedoch keine Bäume mehr. Die Haupteinnahmequelle der jetzt in Arafo arbeitenden Menschen liegt vor allem im Wein-, Kartoffel- und Gemüseanbau. Die Stadt breitet sich sozusagen zwischen den Terrassen auf den Hängen in einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Senke aus.

Die meisten der 5.500 in Arafo lebenden Menschen verdienen ihr Geld jedoch in den wirtschaftlich relevanten Städten wie der nahegelegenen Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife sowie La Laguna. Weitere Verdienstmöglichkeiten bieten die zahlreichen Hotels, Bars und Restaurants in den vom Tourismus lebenden Städten in der Nähe.


Kultur und Einwohner

Arafo war schon immer bekannt für seine kunstliebenden Einwohner. Nicht umsonst finden gerade hier verschiedenste Kunsthandwerksmessen statt, während denen das Dorf kaum wiederzuerkennen ist. Zwar sind die Häuser auch im Alltag gepflegt und kunstvoll geschmückt, doch zu den bis ins Ausland beliebten Kunsthandwerksmessen verwandelte sich das Dorf in eine pure Künstlerstadt, in der eine Vielzahl der Einwohner zeigt, welch Kreativität in ihnen steckt. Viele Besucher tümmeln sich zu diesen Gelegenheiten in der kleinen Ortschaft.

Dieser künstlerische Einfluss ist in der Ortschaft noch immer jeder Zeit zu spüren. Viele der weißen, typisch kanarischen Häuser sind liebevoll mit Geranien oder Malereien geschmückt. Viele bunt bemalte Häuser mit wunderbar dekorierten Balkonen sorgen für ein schönes Stadtbild.

Auch musikalisch hat das Dorf etwas zu bieten. Nicht wenige bekannte Musiker, Gruppen und Kapellen kommen aus Arafo. So gab man dem Ort den Beinamen „das musikalischste Dorf der gesamten Insel“. Als zusätzlichen Hinweis darauf könnte man auch die auf dem Dorfplatz aufgestellte Dame, die von einem Notenband umschlungen wird, verstehen. Wem das noch nicht reicht, der sollte bei einer der zahlreichen Musikkapellen, die in Arafo beheimatet sind, vorsprechen und sich überzeugen lassen.

Arafo beherbergt etwa 5.500 Menschen, die überwiegend ein sehr katholisches Leben führen. Der Ort erstreckt sich auf einer Fläche von circa 34 Quadratkilometern.


Aktivitäten

Wandern in Arafo

In Arafo startet ein wunderschöner Wanderweg über die Berge Montaña de las Arenas mit einer Höhe von 1.589 Metern über dem Meeresspiegel und einem Vulkan, der letztmals 1706 ausbrach und sich ins Meer ergoss. Weiter gelangt man über diesen Wanderweg zur Montaña der la Cruzita auf etwa 2.000 Meter Höhe. Diese Wanderung führt über atemberaubende Schluchten und durch eine vom Weinbau geprägte Landschaft mit tollem Panorama.

Eine weitere Wanderroute geht von Arafo zum Cumbre Dorsal, einem grünen, waldigen Bergrücken zwischen La Laguna und den Cañadas. Diese Tour ist auch mit dem Mountainbike machbar und bietet spektakuläre Wege durch die traumhafte Landschaft.


Sehenswürdigkeiten

Arafo gilt zwar als ein besonders kleiner Ort, geizt dennoch nicht an der Auswahl seiner Sehenswürdigkeiten für alle Musik- und Kulturinteressierten. Von Konzerträumen über Kunsthandwerksmärkte und einheimischen Hotspots gibt es ein, für dieses kleine Örtchen, großes Angebot.


Markthalle mit Marktplatz

Arafo bietet als kleiner, abgeschiedener Ort eine moderne, jedoch nicht allzu große Markthalle und einige Ausstellungsräume, in denen in der Vergangenheit Kunsthandwerksmessen abgehalten wurden. Diese befinden sich um einen gepflegten, mit zahlreichen Pflanzen geschmückten Platz im unteren Teil des Ortes. Hier findet jeden Dienstag von 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr ein Markt statt, auf dem Gemüse, Fleisch und Kunsthandwerk verkauft wird.

Adresse: Calle de Güímar 1, 38550 Arafo


Cura Viejo

In diesem alten Haus mit wunderschönem Meeresblick wohnte einst der Pfarrer der Gemeinde Arafos. Übersetzt heißt Cura Viejo „alter Pfarrer“. Das Haus wurde 1795 erbaut und bereits restauriert. Heute kann es als Casa Rural, also als ländliche Unterkunft, von Urlaubern gemietet werden. Es befinden sich drei Appartements für jeweils zwei Personen in dem Haus. Dabei handelt es sich um eines der wenigen Häuser Arafos, die gemietet werden können. Aber auch der Anblick der Fassade ist für Durchreisende durchaus lohnenswert.

Adresse: Calle Andrés Orozco Batista 18, 38550 Arafo


Dorfplatz

Wenn man nach Arafo hineinfährt, kommt man direkt zum Dorfplatz, der noch heute El Aserradero – übersetzt das Wassersägewerk – genannt wird, obwohl hier seit Jahrhunderten schon kein Sägewerk mehr in Betrieb war. Früher hingegen nutzten die Bewohner Arafos die Kraft der vorhandenen Wasserquellen, um die großen Mengen an Holz, die im 16. Jahrhundert noch vorkamen, zu verarbeiten. Dem Namen zufolge gab es auf dem Dorfplatz, der heute offiziell Plaza San Juan Degollado heißt, ein großes Wassersägewerk, welches das gesamte Dorf beschäftigte.

Auf dem Platz, der auch gleichzeitig der Kirchenplatz der Pfarrkirche San Juan Degollado ist, befinden sich zahlreiche Lorbeerbäume, die den Einheimischen Schatten spenden. Die Bewohner Arafos sitzen nämlich täglich auf diesem Platz und tauschen sich über die neusten Ereignisse des Ortes aus. Ein Tourist in dieser Ortschaft könnte eines dieser Ereignisse sein, so selten wie diese hier anzutreffen sind. Zudem laden ein schattenspendender, sehr alter Pavillon und die vielen Blumen und Palmen zu einer kleinen Pause auf dem Platz ein.


Pfarrkirche San Juan Degollado

Direkt am Dorfplatz befindet sich die katholische Pfarrkirche San Juan Degollado, ursprünglich eine Wallfahrtskapelle. Schon kurze Zeit nach ihrer Erbauung im Jahre 1673 wurde der Zusatz „Degollado“ angehängt, um sich von der ansonsten gleichnamigen Pfarrkirche in Güimar abzugrenzen. So ist die Kirche sozusagen nicht mehr dem Heiligen Johannes gewidmet, sondern vielmehr seiner Enthauptung, denn „degollado“ heißt nichts anderes als „geköpft.“

Die Kirche besticht durch ihre weiß-okkerfarbene Fassade und ihrem, auf der linken Seite befindlichen, großen Glockenturm, der vom oberen Teil der Stadt betrachtet aus den Gassen herausragt. Über ein hölzernes Portal gelangt man ins Innere des Gotteshauses, in dem man anerkennenswerte Holzschnitzereien des bekannten kanarischen Künstlers Pablo Serrano bewundern kann.

Öffnungszeiten: nur bei Messe

Messezeiten: direkt vor Ort zu erfragen


Iglesia del Carmen

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Ortschaft ist eine kleine, hübsche Kirche, die weiter im südlichen Teil an der Plaza Nuestra Señora del Carmen liegt. Die Kirche wurde 2009 neu in gelb verputzt und besitzt einen kleinen Glockenturm, dessen Glocken zu jeder vollen Stunde erklingen. Das Portal ist mit schönen Steinen versehen und an den Seiten gibt es einige bunte Fenster, die für gute Lichtverhältnisse im Inneren sorgen.

Davor befindet sich ein neu angelegter Platz, der sehr gepflegt ist und zu einer kleinen Rast einlädt. Neben ein paar Bänken gibt es hier einen Minispielplatz zur Abwechslung für die Kleinen.

Öffnungszeiten: nur bei Messe

Messezeiten: vor Ort zu erfragen


Konservatorium

„Das musikalischste Dorf der Insel“ besitzt natürlich auch einen großen Konzertsaal für diverse Veranstaltungen. Das Konservatorium befindet sich in der Calle Conde Belascoain. Im großen Auditorium Juan Carlos I, das vom spanischen König höchst persönlich eingeweiht wurde, finden klassische Konzerte sowie Volksmusikfestivals statt.

Adresse: Calle Conde Balascoain, 38550 Arafo


Künsthandwerksmesse

Die Kunsthandwerksmesse war bisher immer das Highlight des Jahres in Arafo. Auf diese Messe fiebert das Dorf das ganze Jahr über hin und macht sich hübsch für die zahlreichen Besucher aus aller Welt. Das kleine künstlerische Dorf erwacht sodann zum Mittelpunkt der Kunstszene der Kanarischen Inseln. Es werden Kunstwerke von Schnitzereien über Malerei bis hin zu Skulpturen und Schmuck präsentiert. Besucher haben dazu die Möglichkeit, zahlreiche Kunstwerke sowie Kleidung, Schmuck, Instrumente und andere Dekorationsgegenstände zu kaufen.

Leider ist die Kunsthandwerksmesse 2010 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ausgefallen und auch im nächsten Jahr ist ihr Stattfinden nicht gesichert. Sofern sie abgehalten wird, findet sie immer im März statt und wird in der Region durch Plakate angekündigt.


Strände

Da Arafo nicht unmittelbar am Meer liegt, gibt es hier keinen Strand. Doch liegen die Badeorte Candelaria, La Vjudas, El Sovorro und ganz besoners El Puertito de Guimar nur wenige Kilometer entfernt und bieten sehr gute Bademöglichkeiten an traumhaften Stränden.


Feste

Romeria de San Agustín

Eines der schönsten typischen Volksfeste der Insel ist die Romería de San Agustín. Dieses Fest findet am letzten Sonntag im August statt und wird zu Ehren des Heiligen Augustins veranstaltet.

Das Heiligenbild des San Augustin wird dazu in einer atemberaubenden Prozession mit viel Musik in die Schlucht von Añavingo gebracht, in der es bis Mitte des nächsten Monats bleibt. Dies symbolisiert den alten Glauben, dass der Heilige den Wasserlauf zurück nach Arafo gelangen konnte. In einer Wallfahrt wird das Abbild des Heiligen Augustin im nächsten Monat dann zurück in die Pfarrkirche San Juan Degallado in Arafo gebracht. Begleitet wird der Zug von vielen Musikern und Folkloregruppen.

Das Fest am letzten Sonntag im August ist auch bei Touristen sehr beliebt, weshalb die Stadt sehr gut besucht ist. Es gibt viele Attraktionen, traditionelle kanarische Kost, guten Wein und natürlich wird bis in die Nacht zu lauter Musik zahlreicher Musiker getanzt.


Restaurants

In Arafo gibt es nur sehr wenige, kleine Restaurants. Fährt man jedoch die Autobahn- Carreterra Autopista bei La Hidalga hinunter Richtung Autobahn, kommt man an einem bei Touristen sehr beliebten Restaurant vorbei. Es heißt El Volcán und bietet eine ausgezeichnete traditionelle, kanarische Küche und freundlichen Service.

Zudem gibt es einige wenige Restaurants in den nächsten Ortschaften La Hidalga, El Volcan und Güimar.