Guatiza

Übersicht 

Guatiza ist ein kleiner Ort im Nordosten von Lanzarote gelegen. Er gehört zum Gemeindegebiet Teguise und besitzt eine interessante Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht.

Hier herrscht das ganze Jahr über ein mildes Klima und die Nähe zum Atlantik macht den besonderen Reiz aus. Anders als im niederschlagarmen Süden gibt es hier eine größere Vegetation. Besonders die weiträumigen Kakteenfelder rund um Guatiza zeugen davon. Diese bilden die Grundlage für die Cochenillezucht, die ins 18. Jahrhundert zurück geht. Mithilfe dieser Schildlauszucht gewinnt man auch heute noch den roten Farbstoff Karmin, der weiterhin in der Kosmetik Anwendung findet und lange Zeit auch dem Kultgetränk Campari seine rote Farbe verlieh.

Besonderes Highlight des Ortes ist der Jardin de Cactus, der vom Inselkünstler César Manrique entworfen und erbaut wurde. Hier finden sich auf 5.000 Quadratmetern 10.000 Pflanzen von rund 1.400 verschiedenen Kakteenarten in einem wunderschönen botanischen Garten. Diese kleine Oase inmitten der rauen Landschaft ist besonders zur Kakteenblüte für Lanzarote Urlauber empfehlenswert. Auch die Kirchen und der Barranco de Tegüime, die tiefste Schlucht der Insel, sind einen Besuch wert. Guatiza hat viel zu bieten und ist zusätzlich ein idealer Ausgangsort um die Natursehenswürdigkeiten des Nordostens der Kanareninsel zu entdecken.

Lage und Vegetation

Guatiza befindet sich im Nordosten von Lanzarote, zwischen den Orten Tahiche im Süden und Mala im Norden. Es liegt nahe der Atlantikküste und gehört zum Gemeindegebiet Teguise. In Guatiza herrscht das ganze Jahr über ein mildes Klima und die Vegetation ist hier etwas üppiger als im niederschlagärmeren Süden. Der Ort ist vor allem für seine ausgedehnten Kakteenplantagen bekannt, die bis hin an die Atlantikküste reichen. Zur Zeit der Kaktusblüte eröffnet sich dem Betrachter ein wahres Blütenmeer. Absolut sehenswert. 

Wirtschaft

In Guatiza wird seit dem 17. Jahrhundert Landwirtschaft betrieben. Vor allem Kichererbsen, Zwiebeln und Mais werden hier als Nutzpflanzen angebaut. Grundlage dafür bildet die, den nächtlichen Tau speichernde Vulkanasche, Picón und die sogenannten aljibes, Wassertanks, die das kostbare Regenwasser speichern. Man spricht von einem sogenannten Trockenfeldbau.

Bekannt ist Guatiza auch für seine seit dem 18. Jahrhundert existierende Cochenillezucht, eine Schildlauszucht, die bis heute den natürlichen roten Farbstoff Karmin liefert. Die Läuse werden auf den, aus Mexiko importierten, Feigenkakteen gezüchtet, die sich als weite Felder rund um Guatiza ziehen. Im 19. Jahrhundert war der Farbstoff vor allem im Textilgewerbe sehr begehrt. Allerdings ging mit der Erfindung von synthetischem Farbstoff auch die Cochenillezucht immer mehr zurück. Heute wird dieses alte Gewerbe über die Inselregierung subventioniert, um das Aussterben dieser alten Tradition zu verhindern. Der Farbstoff findet heutzutage immer noch Anwendung in der Lebensmittelindustrie, der Kosmetik, der Medizin und dem Textilgewerbe. Lange Zeit verdankte auch das bekannte Getränk Campari seine rote Farbe den Schildläusen. Seit 2006 werden hierfür jedoch künstliche Farbstoffe verwendet. Für ein Kilogramm Karminrot werden 150.000 Larven benötigt. Kein Wunder also, dass die natürliche Produktion von der synthetischen 1856 abgelöst wurde. 

Anfahrt

Über die LZ-1 erreicht man von Tahiche aus Guatiza in 10 Minuten. Fährt man weiter Richtung Norden ist man über die Avenida Garafia und Calle Villa Nueva in 5 Minuten in Mala. Mit dem Bus ist Guatiza mit den Arrecife-Buslinien 6, 9 und 26 von Tahiche aus zu erreichen. Diese fahren dann weiter nach Mala

Geschichte

Guatiza hat sich einst aus zwei getrennten Dörfern entwickelt. Im frühen 16. Jahrhundert entstand der Ballungsraum Santa Margarita auf einem Hügel außerhalb des heutigen Guatiza, was jetzt dem örtlichen Friedhof entspricht. Während des 17. Jahrhunderts etablierte sich dann eine weitere Siedlung, Cristo de los Aguas, auf dem heutigen Siedlungsgebiet Guatizas. Beide Dörfer wurden mit Hilfe einer kleinen Brücke miteinander verbunden, der Brücke der Felder. Zu einer Fusion dieser beiden Gemeinden kam es, als die Hügelbewohner von Santa Margarita aufgrund der zahlreichen Überfälle von Moorpiraten und Berbern ihre Häuser verlassen mussten und Unterschlupf im Nachbardorf suchten. Ihre weiß getünchten Häuser waren der Anlass dazu, da man diese schon vom Wasser aus auf den Hängen erkennen konnte. Das tiefer gelegene Dorf Cristo de los Aguas, mit seinen umliegenden Vulkanen, Guenia, Tinamala, La Caldera und Las Calderetas, bot einen besseren Schutz vor den Piratenüberfällen, aber auch vor der Kraft der Nordost-Passatwinde. So entstanden angenehmere Lebensbedingungen für die Emigranten aus Santa Margarita sowie bessere Bedingungen für den Anbau einer Vielzahl von Nutzpflanzen wie Kichererbsen, Zwiebeln und Mais. Die weitverbreitete Existenz der Landwirtschaft gründete sich auf Wassertanks, sogenannte aljibes, die es ermöglichten das eher unfruchtbare Land zu kultivieren. Auch heute noch finden sich diese Wassertanks, die das kostbare Regenwasser aufbewahren. 

Kultur und Einwohner

Guatiza ist ein knapp 850 Personen starker Ort, dessen Kultur vor allem durch die Landwirtschaft geprägt wurde. Hier wurden bereits im frühen 17. Jahrhundert die ersten landwirtschaftlichen Erträge erzielt. Wohingegen im 19. Jahrhundert die Schildlauszucht und die Herstellung des roten Karmin Farbstoffes das Textiliengewerbe revolutionierte. Auch heute noch wird dieses Gewerbe, welches mittlerweile staatlich gefördert wird, von vielen Plantagenarbeitern ausgeübt. Diese hausen am Rande des Dorfes in altertümlichen Fincas.


Sehenswürdigkeiten  

In dem kleinen Dorf Guatiza befindet sich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel, der Jardin de Cactus. Außerdem gibt es noch andere schöne und interessante Plätze zu sehen. 

Ermita de Santa Margarita

Die Ermita de Santa Margarita wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Sie entspringt der Kolonialzeit. Ihr Boden, die Decke, die Säulen und Bögen sind aus Stein. Sie enthält mehrere Holzschnitzereien und Malereien, die zum Teil aus dem Jahr 1880 stammen. 

Ermita de Santa Margarita

Die Ermita de Santa Margarita wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Sie entspringt der Kolonialzeit. Ihr Boden, die Decke, die Säulen und Bögen sind aus Stein. Sie enthält mehrere Holzschnitzereien und Malereien, die zum Teil aus dem Jahr 1880 stammen. 

Barranco de Tegüime

Die in Dorfnähe liegende Schlucht Barranco de Tegüime ist eine der beeindruckendsten der Insel mit einer atemberaubenden Flora. Sie steht unter Landschaftsschutz und bietet mit ihren Steilwänden zahlreichen Vogelarten einen Platz zum Nisten. Sie ist die tiefste Schlucht der Insel und bietet zum Beispiel den seltenen Schleiereulen eine Heimat. 

Iglesia Santo Gusto

Direkt am atmosphärischen Dorfplatz Guatizas gelegen, liegt die Iglesia Santo Gusto. Diese Kirche wurde im 17. Jahrhundert erbaut und ist besonders auffällig dank ihres zwiebelturmähnlichen Aufsatzes und der hohe Laterne. Die Ecken und Kanten des Gotteshauses sind mit schwarzem Vulkanstein abgesetzt. Die Iglesia Santo Gusto ist das Herz des Dorfes und Zentrum von Feiern und Festen.

La Salina de Los Charcos

Die Salina de Los Charcos liegt ungefähr 200 Meter südlich von Los Cocoteros entfernt, direkt an der Küste von Guatiza. Früher gewann man über so eine Konstruktion Salz aus dem Meer, womit die Fischer den frisch gefangenen Fisch einlegten und haltbar machen konnten. Mit der Erfindung von Eis wurde dieses Handwerk aber fast abgeschafft. Die Salina de Los Charcos ist aber immer noch in Betrieb und lädt zu einem Besuch ein.

Cochenillezucht

Seit dem 18. Jahrhundert wird zwischen Guatiza und Mala die Cochenillezucht betrieben. Die Schildläuse werden auf den weiten Kakteenplantagen gehalten, wo sie wie Puderzucker auf den Kakteenblättern kleben und von den Arbeitern geerntet werden. Anschließend werden sie im heißen Wasser gereinigt, getrocknet und gemahlen. Aus ihnen gewinnt man später den roten Farbstoff Karmin, der vor allem in der Kosmetik und der Textilindustrie Verwendung findet. Für ein Kilogramm Karmin benötigt man 150.000 Larven. Heutzutage wird dieses traditionelle Gewerbe vom Staat subventioniert.

Jardin de Cactus

Der Kakteengarten Jardin de Cactus gehört mit zu den größten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Teguise. Am nördlichsten Ostrand gelegen, ist der Eingang des Gartens nicht zu übersehen. Hier befindet sich ein acht Meter hoher Metallkaktus, der die Besucher der Gartenanlage willkommen heißt. Der Botanische Garten wurde bereits 1970 vom Inselkünstler und Naturschützer César Manrique entworfen und konnte erst 1989 mit Hilfe der Inselregierung und des Botanikers Estanislao Gonzales Ferrer erbaut werden. Mit dieser Anlage setzte er der heimischen Kakteenzucht ein Denkmal. Es war das letzte große Werk des Künstlers, der zwei Jahre nach der Eröffnung 1990 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

Der Garten ist terrassenförmig, ähnlich einem Amphitheater, inmitten eines Opuntienfeldes und einem offenen Steinbruch erbaut worden. Auf 5.000 Quadratmetern wachsen und gedeihen hier 10.000 Exemplare der rund 1.400 verschiedenen Kakteenarten. Der Garten ist über eine Vielzahl von Treppen und Wasserspielen aufgelockert und erinnert stellenweise an typische japanische Gärten. Oberhalb der Anlage befindet sich die Gofio-Mühle, eine der letzten gut erhaltenen auf Lanzarote, die auch immer noch in Betrieb ist und das begehrte Maismehl mahlt. Von dieser aus bietet sich ein wunderschöner Ausblick über die gesamte Anlage. Der Kakteengarten ist gänzlich aus Lavagestein gestaltet, so auch sein kleiner Teich und das zugehörige Restaurant und der Souvenirladen. Im Jardin de Cactus kann man Kunst und Natur im Einklang hautnah erleben. Vor allem zur Kaktusblüte bieten sich hier viele schöne Fotomotive, da der Garten zu dieser Zeit in voller Pracht steht.

Jardin de Cactus
Carretera General del Norte
35544 Guatiza

Tel.: (+34) 928 529 397

Öffnungszeiten:
täglich 10:00 bis 18:00 Uhr

Öffnungszeiten der Cafeteria
täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr

Eintritt: 5 Euro


Aktivitäten 

Guatiza ist ein recht kleiner Ort, der selbst nicht über Touristen- oder Freizeitanlagen verfügt. Allerdings ist er der ideale Ausgangsort um Wander- oder Radtouren durch die faszinierende Landschaft Lanzarote zu unternehmen.

Nebenbei kann man viele Natursehenswürdigkeiten von Guatiza erreichen. Der Jardin de Cactus ist nur einen Katzensprung entfernt. Ebenso wie die Schlucht Barranco de Tegüime, die ideal zum Wandern und zum Beobachten seltener Vogelarten ist.


Strände 

Da Guatiza etwas im Landesinneren liegt, muss man einen kurzen Weg auf sich nehmen um zum nächsten Strand zu gelangen. Fährt man Richtung Los Cocoteros kommt man direkt an die Küste. Von hier aus können Lanzarote Urlauber kleine Strände und Badebuchten entdecken. Oder aber man fährt direkt in das kleine Seebad Arrieta in den Norden über die LZ-1. Eine andere Ausweichmöglichkeit für Strand- und Badeliebhaber bietet der Ferienort Los Cocoteros mit seinen vier Stränden. Der Ort ist an der LZ-1 Richtung Süden gelegen.


Feste  

In der zweiten Juliwoche findet das Fest zu Ehren Santa Margarita, der Schutzheiligen von Guatiza, statt. Unter anderem gehören traditionelle Folksmusik und ein breites Unterhaltungsprogramm zu den Feierlichkeiten.


Nachtleben

Guatiza besitzt eine Kaffeebar, einen Supermarkt, eine Bäckerei und eine Bank mit Geldautomaten. Folglich muss man in den nächstgrößeren Ort fahren, um sein Nachtleben angemessen gestalten zu können. Hier bietet sich im Norden Haría, gut über die LZ-1 und die LZ-10 in circa 20 Minuten zu erreichen, an. Ein noch umfangreicheres Abendprogramm bieten außerdem der Urlaubsort Costa Teguise oder die Haupstadt Arrecife an. Beide Orte sind über die LZ-1 auch in etwa 20 Minuten zu erreichen. 


Einkaufen

Guatiza besitzt eine Kaffeebar, einen Supermakt, eine Bäckerei und eine Bank mit Geldautomaten. Folglich muss man in den nächstgrößeren Ort fahren, um dem Shoppen frönen zu können. Hier bietet sich im Norden Haría, gut über die LZ-1 und die LZ-10 in circa 20 Minuten zu erreichen, an. Ein noch größeres Einkaufsangebot haben der Urlaubsort Costa Teguise und die Hauptstadt Arrecife zu bieten. Beide Orte sind über die LZ-1 auch in etwa 20 Minuten zu erreichen.