Tijarafe

Übersicht 

Im Nordwesten der Insel La Palma liegt die Gemeinde Tijarafe. Geprägt wird die Gegend durch Landwirtschaft, blühende Mandelbäume, Bananenplantagen und den Weinanbau. Doch hier wird dem Besucher noch mehr geboten: Am Himmel über Tijarafe fliegen viele Vogelarten, unter anderem Krähen und vom Aussterben bedrohte Greifvögel, die sich in dem fruchtbaren Gebiet besonders wohl fühlen. 

Tijarafe ist noch einer der wenigen Plätze auf dieser Erde, wo man die Natur und den Rhythmus des täglichen Lebens mehr als alles andere spürt. Viele Traditionen wurden hier beibehalten. Eine Reise in das beschauliche Örtchen sowie das Treffen der Einwohner gestaltet sich so zu einem spannenden Erlebnis. Trotzdem thront über allem die Ruhe, die diesen Ort zu einer Oase der Entspannung macht. 

Geschichte/Gründung

Der Name Tijarafe geht auf ein prähistorisches Stammesgebiet zurück.

In Zeiten der „Auaritas“, wie die Ureinwohner La Palmas bezeichnet werden, umfasste die Gemeinde Tijarafe ein großes Gebiet: Es zog sich von Izcagua bis hin zu El Time. Letzteres bedeutet zu Deutsch „die hohe Klippe“.

Es wird vielfach berichtet, dass sich in Atogmatoma einst der König der Hizcaguán aufhielt. Atogmatoma  war der ursprüngliche Name des Gebietes von Tijarafe (oder Tixarafe), was in der Sprache der Auaritas so viel wie „Platz der Frische und des Überflusseses“ bedeutet.

Wirtschaft

Tijarafe zehrt vor allem von Landwirtschaft und Viehzucht. Landwirtschaft ist mit 69% ein großer Wirtschaftsfaktor. Alles Banane oder was? Die gelbe Frucht ist in der Gemeinde in Form von Plantagen besonders oft vertreten. 

Kultur und Einwohner

Ungefähr 2700 Einwohner besiedeln heute die kleine Gemeinde. Sie verteilen sich auf zahlreiche Bauernhöfe und winzige Weiler, die vor allem in den mittleren Höhen zu finden sind. Die trockenen Hänge unterhalb von 500 Metern und die fast unzugängliche Steilküste sind nahezu unbewohnt. 

Lage und Vegetation

Die 53,75 km² große Gemeinde liegt im Westen der kanarischen Insel La Palma und gilt als idealer Ausgangspunkt für Wanderfreunde. Tijarafe liegt ungefähr 20 km nordwestlich von Los Llanos, der mittlerweile größten Stadt der Insel.

Wichtige Informationen für die mit dem PKW anreisende Bevölkerung: Die LP-1 Santa Cruz de La Palma durchquert das kleine Örtchen.

Die Wasserknappheit bestrafte über Jahrhunderte dieses Gebiet. Heute ist die Wasserversorgung aber ausreichend gesichert. Tijarafe hat sich zu einem fruchtbaren Gebiet gemausert, indem heutzutage vorwiegend Landwirtschaft betrieben wird. Über lange Zeit ernährte sich die Bevölkerung von Kaktusfeigen, Mandeln, Ziegenmilch- und Käse, Mispeln und was sonst noch angebaut werden konnte. Mit anderen Gemeinden wurden die Produkte getauscht, um eine größer Vielfalt zu erhalten.

Der Himmel von Tijarafe ist bevölkert von verschiedenen Vogelarten wie zum Beispiel lärmenden Krähen, vom Aussterben bedrohte Greifvögel, Wachteln, Finken, Gimpel, Falken – ein großes Schauspiel für Liebhaber des Ferderviehs.


Sehenswürdigkeiten  

Mirador del Time

Von Los Llanos Richtung Tijarafe findet man den Mirador del Time, der einen bezaubernden Blick auf den Barranco de las Angustias, das Aridane-Tal und die gesamte Küste bietet. Ein Café lädt zum Verweilen ein. 

Iglesia Neustra Señor de la Candelaria (Kirche von Candelaria)

Wenn man den engen Gassen des Dorfes folgt, stößt man schnell auf die Pfarrkirche, die von einem recht großen Platz umgeben ist. Dieses Gebäude enthält bedeutende Malereien und Skulpturen. Errichtet wurde das Gotteshaus auf der Grundlage der ursprünglichen Wallfahrtskapelle im 16. Jahrhundert.

Das barocke Retabel aus dem 17. Jahrhundert ist das einzige in seiner Art auf den Kanarischen Inseln. Ein farbenreiches Ölgemälde der zwölf Jünger, welche die flämische Jungfrau von Candelaria begleiten, gibt es ebenfalls zu bewundern. Die Architektur weist jedoch mit weißen Mauern und roten Dächern einfache Züge auf. In den steinernen Vertiefungen der Glockenwand sind die Glocken untergebracht. Mit ihrem Läuten zeigen sie akustisch die Stunden des Tages an, ruft zum Gebet auf oder gibt zum Beispiel bei Bränden sowie tragischen Ereignissen Alarm. 

Cueva Bonita (Hübsche Grotte/Höhle)

In der Nähe des Befestigungspostens von Candelaria befindet sich die Höhle mit dem lustig klingenden Namen. Sie ist ausschließlich über den Wasserweg zugänglich. In der Höhle selbst befindet sich ein 84 Meter breiter Kieselstrand.

Dieser Höhle haben zahlreiche Loblieder gegolten. Besonders schön anzusehen ist sie bei Sonnenuntergang: Dann erlangt ihr Gewölbe aufgrund der Widerspiegelung des roten Lichts auf dem Wasser eine volle Farbenpracht. 

Wallfahrtskapelle von El Buen Jesus.

Direkt an der Grenze der Schlucht von El Jurado (im Weiler von El Jesus) steht die bescheidene Wallfahrtskapelle von El Buen Jesus. Erbaut wurde das Kunstwerk im 16. Jahrhundert.

Die Kapelle erscheint nach kürzlich vorgenommener Restaurierung mit einem frischen Aussehen und sie gliedert sich harmonisch in die malerische Umgebung ein. Ganz dicht vorbei führt die Landstraße, die Tazacorte mit dem Dorf Tijarafe verband. 

La Casa del Maestro (das Haus des Lehrers)

Dicht bei der Kirche steht ein großes Haus, das einst die erste öffentliche Schule im Dorf war. Es besteht aus dicken Mauern und unvergänglichem Kiefernholz und ist um einen Innenhof herum gebaut.

Dieses Beispiel der kanarischen Architektur beherbergt das ethnographische Zentrum und die Verkaufsstelle für Kunsthandwerk. Die Geschichte der Gemeinde wird hier dargelegt und es beherbergt Fotografien von traditionellen Festen ganz Spaniens. Zudem ist es der Sitz der Informationsbüros der Vereinigung für Agrartourismus von Tijarafe.

Fuente del Toro (Quelle von Toro)

Die Behörden der Gemeinde haben eine kleine Freizeitzone neben der Quelle del Toro errichtet. Es ist eine von vier Quellen, welche die Bewohner des Ortes mit Wasser versorgten. An dieser Stelle am Rande der Durchgangsstraße, die nach Tijarafe führt, stehen den Besuchern Tische, Bänke und Feuerstellen zum gemeinschaftlichen Grillvergnügen zur Verfügung. 

La Venta (das Geschäft)

In der Nähe der Casa del Maestro befindet sich dieses alte Wohnhaus, dessen Baustil ebenfalls kennzeichnend ist für die volkstümliche Architektur. Hier wird die Gastronomie des Bezirks den Besuchern näher gebracht. Grundlegende Erzeugnisse der Ernährung in dieser Region sind hier zu finden: Süßwaren, insbesondere Mandeln, dessen Anbau in dieser Zone der Insel sehr ausgedehnt ist.

Bei der Zubereitung der traditionellen Süßwaren kann zugesehen, im Anschluss daran können diese auch verköstigt werden. Dazu gehören zum Beispiel Almendrados (Mandelkuchen), Bienmesabe (Mandelpaste), Mandelkäse und geröstete Mandeln. Außerdem stehen Liköre, mit Alkohol versetzter Most und Obstmarmeladen für den Gaumen der Feinschmecker zur Verfügung.


Museen 

Wer sich für die Kostüme, Kunsthandwerk und Gegenstände des früheren palmerischen Alltags interessiert, sollte La Casa El Maestro, ein ethnografisches Museum besuchen und sich von der Historie beeindrucken lassen. 

Adresse:

Calle 18 de Julio 11

38780 Tijarafe


Aktivitäten 

Schmugglerbucht

Unter einem Felsüberhang gibt es eine Bucht, die früher Schmugglern und Piraten einen Platz zum Verstecken ihrer Erbeutungen geboten hat. Sie ist nur über einen steilen Fußweg oder per Boot zu erreichen. Der beschauliche Strand lädt im Anschluss an die Besichtigung zum Baden ein.


Strände 

Playa de la Veta

Die Playa de la Veta ist ein feiner Sandstrand, der nördlich von Tijarafe gelegen ist. Dieser Strand ist nur nach einem längeren Fußmarsch oder per Boot zu erreichen, bietet aber nach der langen Reise eine perfekte Möglichkeit zum Abkühlen im Wasser oder einfach nur zum Seele baumeln lassen. Ein besonderes Highlight für die Wanderfreunde ist der kleine Tunnel, dem man auf der Wanderung begegnet.


Feste 

Fiesta del Diabolo

Sehr bekannt ist die Fiesta del Diabolo (zu Deutsch „das Teufelsfest“). Das Spektakel findet jedes Jahr am 7. und 8. September zu Ehren der Schutzheiligen Nuestra Señora de Candelaria statt. Bei diesem Spektakel läuft ein in Menschengestalt ausgerüsteter Teufel mit Feuerwerkskörpern Amok. Dieser tanzt dann solange mit der Pyrotechnik in der Menschenmenge, bis alles erloschen ist. Im Anschluss daran läuft er weg, was den Sieg der Heiligen über das Böse symbolisiert. Das gutbesuchte Fest ist allerdings nicht ganz ungefährlich, bietet aber Feuerwerkbegeisterten großen Spaß – auf Teufel komm raus.


Restaurant 

In den zahlreichen Restaurants wird neben einer großen Auswahl an einheimischen und internationalen Speisen meistens noch ein imposanter Ausblick auf den Atlantik geboten.

Es ist für jeden Gaumen etwas am Start: Von Tapas, Fisch und Fleisch über italienische, griechische und deutsche Küche bis hin zu einem Fonduerestaurant wird den Besuchern der Aufenthalt schmackhaft gemacht.

Die hier lebenden wilden Kaninchen sind wegen ihres Fleisches in der Gastronomie sehr beliebt. Ebenso sind Zicklein und Schweinefleisch für den Teller prädestiniert.

Auch der Weinanbau ist hier tief verwurzelt, da es überall Weinbodegas in den Bergen gibt. Die hiesigen Suppen und Eintöpfe sind wahre Leckerbissen.


Einkaufen 

In Tijarafe bekommt der Einheimische und Besucher alles, was er zum Leben braucht. Von Lebensmittel-, Bioläden, großen Einkaufscentern mit umfangreichem Angebot über eine Markthalle bis hin zu Apotheken und Tankstellen ist alles hier geboten.