Natur von La Palma

700 Pflanzenarten findet man auf der kleinen Insel La Palma, allein 70 davon existieren nur dort. Schon das spricht für ein einmaliges Naturerlebnis beim Besuchen der Kanareninsel. Die Isla bonita (schöne Insel) oder Isla verde (grüne Insel), wie sie oft genannt wird, wird das ganze Jahr über von sattgrünen Pflanzen geziert. Dafür sorgen die Passatwinden, die Wolken an den Inselbergen bilden und sie so mit Feuchtigkeit versorgen.  Das Grün der Insel wird durch den schwarzen Basaltstein, den roten Tuffstein und den blau leuchtenden Atlantik abgelöst. Wanderern und Naturliebhabern entfaltet sich auf La Palma ein Fest der Farben.

Obwohl La Palma so klein ist, gibt es auf der Insel die verschiedensten Vegetationszonen: Mediterrane Trockenfelder, Kiefernwälder und regenwaldähnliche Lorbeerwälder in den höheren Regionen. Im Norden stürzen außerdem Sturzbäche in tiefen Barrancos (Schluchten) von den Bergen bis ins Meer. Im Jahr 2002 wurde die ganze Insel von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Im Zentrum steht dabei der Lorbeerwald Los Tilos, der schon 1983 als erstes Reservat der Kanaren mit diesem Titel ausgezeichnet wurde.

Von Nord nach Süd zieht sich eine Route der Vulkane über die Insel - darunter auch die Caldera de Taburiente. Der Vulkankrater ist der größte Krater der Welt und war der erste Nationalpark der Kanaren. Heute noch ist die Caldera eines der beliebtesten Ausflugszielen, mit ihren 10 Kilometern Durchmesser und anderthalb Kilometern Höhe.

Endemiten sind Tier- oder Pflanzenarten, die es nur auf einer bestimmten Insel und sonst nirgends auf der Welt gibt. Auf La Palma zählt dazu beispielsweise die Craja, eine Verwandte der Alpenkrähe. Wenn man durch den Wald wandert, kann es durchaus vorkommen, dass einem eine ganze Schar der schwarzen Vögel mit den roten Schnäbeln begegnet.

An den vielen Blumen der Isla bonita tummeln sich auch zahlreiche Schmetterlinge, die nur auf den Kanaren vorkommen. Man trifft mitunter auf den Kanaren-Bläuling mit seiner leuchtend blauen Flügeloberseite, den Kanaren-Weißling mit seinem schwarzen Flügelpunkt und den Kanaren-Admiral mit seinen feurig schwarz-roten Flügeln.

Damit das Baden und Schnorcheln ein schönes Erlebnis bleibt, markieren Fahnen, ob Seeigel oder Quallen vor der Küste schwimmen. Quallen verursachen bei Berührung ein starkes Brennen auf der Haut; bei einem Stich des Seeigels müssen die Stacheln oft von einem Arzt entfernt werden, weil sie kleine Widerhaken haben. Sehr Schmerzhaft kann auch eine Begegnung mit einem Skolopender werden. Der Biss des Hundertfüßlers verursacht starke Schmerzen bis hin zu Schwindelerscheinungen.