Los Sauces

Übersicht 

Der Name Los Sauces bedeutet übersetzt „die Weiden“. Es handelt sich tatsächlich um eine grüne und wasserreiche Gegend in der Gemeinde Los Sauces y San Andrés auf La Palma. Der Ortskern von Los Sauces ist allerdings weniger historisch geprägt als das Zentrum des Nachbarortes San Andrés. Eine imposante Brücke verbindet beide Städte miteinander.

Der „Urwald“ Los Tilos liegt gleich um die Ecke. In dieser reizvollen Gegend können riesige Lavasteine bestaunt werden, während man unterschwellig den Duft von Salzwasser wahrnimmt. Die Terrasse Charco Azul, eine Badelandschaft, fügt sich harmonisch in dieses Gesamtbild ein.

Geschichte und Gründung

Als La Palma von den Spaniern erobert wurde, erkannten diese schnell, welch ein Juwel sie da entdeckt hatten und nutzten den Norden der Insel zum Anbau von Zuckerrohr. Während dieser Zeit war die Gemeinde noch in die zwei Städte San Andrés an der Küste und Los Sauces im Landesinneren unterteilt. Während der Zuckerrohrkrise ging die Bevölkerungszahl leicht zurück, weshalb sich die durch die Hauptverkehrskreuzung verbundenen zwei Orte im Norden miteinander vereinten.

Der Hafen, der bis zum Straßenbau in den 30er Jahren der einzige Handelsplatz für die Waren der Gemeinde war, war bereits im 16. und 17. Jahrhundert aktiver Wirtschaftshafen, von dem aus Zuckerrohr und Wein nach Lateinamerika verschifft wurden.

Wirtschaft

Aufgrund ihres fruchtbaren Bodens und der hohen Feuchtigkeit wird die Region schon seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt. Mittlerweile wird nur noch sehr wenig Zuckerrohr im Norden angebaut. Die kleinen geernteten Mengen werden in den Sommermonaten im Fischerdorf Puerto Espindola in der ortseigenen Fabrik zu Rum verarbeitet. Der Obst- und Gemüseanbau ist seit den 20er Jahren für den kanarischen Bedarf wichtiger geworden. Der größte Teil der Einnahmen wird durch riesige Bananenplantagen erzielt. 

Kultur und Einwohner

Mit 2500 Einwohnern gehört Los Sauces auch heute noch zu den größten Ortschaften des Nordens. Allerdings gab und gibt es einen spürbaren Bevölkerungsrückgang um circa 20 Prozent innerhalb der Gemeinde, deren 16 weitere Orte durchschnittlich 150 Einwohner aufweisen. Kultureller Mittelpunkt und religiöses Zentrum des Ortes ist die Nuestra Señora de Montserrat, an einer blumengeschmückten Plaza gelegen, die zum Verweilen einlädt. 

Lage und Vegetation

Los Sauces liegt direkt neben San Andrés an der Atlantikküste im Nordosten La Palmas und hatte in früheren Zeiten– so wie San Andrés – einen wichtigen Handelshafen für Zucker und Wein. Es ist die geschäftstüchtigste Ortschaft im Nordosten. Sie liegt auf einem etwa 300 Meter hohen Hügel im Gemeindebezirk Los Sauces y San Andrés. Die Namen Espindola, Los Sauces und San Andrés bezeichnen lediglich Teile dieses Ballungsgebietes, welche im Laufe der Zeit zu einer Stadt zusammengewachsen sind. Bis zum 16. Jahrhundert war San Andrés noch ein eigenständiger Ort, der später mit Los Sauces vereint wurde und heute gemeinsam verwaltet wird.

Die Winde des Nordostpassats treiben die über dem Atlantik gebildeten,
wasserreichen Wolken gegen die schroffen Gebirgsformationen. Dadurch entsteht Regen, welcher sich dann seinen Weg durch Felsspalten und Höhlen sucht. Schließlich gelangt er in den zwei Quellen Cordero und Marcos an, welche wie ein Wasserfall aus den Felswänden stürzen.

Mit der Buslinie L11(Santa Cruz-Santo Domingo) kommt man nach Los Sauces.

Mit dem Auto erreicht man den Ort, wenn man von Santa Cruz de La Palma aus nördlich auf der LP-1 fährt.


Sehenswürdigkeiten 

Nuestra Senora de Montserrat

Sie gehört zu den größten Kirchen auf der Insel. Die gotische Pfarrkirche Nuestra Señora de Montserrat steht auf dem Dorfplatz und wurde 1513 errichtet. Ein katalonischer Kaufmann hat sie gestiftet. Zwischen den dicken Mauern sind kostbare flämische Kunstschätze wie Madonnenabbildungen und eine Statue der Jungfrau von Montserrat, der Schutzpatronin Kataloniens, beherbergt. 

Laurisilva in Los Tilos

Die ursprüngliche Urwaldvegetation aus dem Tertiär, die durch die südwestliche Lage nicht von der Eiszeit zerstört wurde, bildet nun das größte zusammenhängende Lorbeerwaldgebiet der Welt. Los Tilos bezeichnet auf Spanisch die Lindenart Ocotea foetens, von der es hier extrem große Exemplare gibt. Große Abholzaktionen haben andere Wälder auf den Kanaren zerstört, einzig auf La Palma überlebte ein derartiger Wald. Das 511 Hektar große Waldstück wurde 1983 von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Tatsächlich gedeihen in Los Tilos nicht nur Lorbeersorten – auch Verwandte der Palmen, Avocados und Ölbäume, üppige Farne und Moose überziehen den Waldboden. Bei einer Wanderung durch das Gebiet müssen Sie sich allerdings nicht wie Balu und Mogli aus dem Dschungelbuch ganz Ihren Instinkten hingeben: Schilder und Wanderrouten weisen Ihnen den Weg durch das grüne Dickicht. Ein kleines Besucherzentrum am Anfang des Wanderpfades und Aussichtspunkte mit Informationstafeln finden Sie unterwegs ebenso. Ungeführte Spaziergänge und Abenteuertouren sind möglich, so zum Beispiel eine anstrengende, dafür aber faszinierende Tagestour, die Sie in sechs Stunden auf bis zu 1400 Höhenmetern absolvieren können. Für Abkühlung sorgen Quellen und Kanäle, mit denen die Plantagen im Umland bewässert werden. Sie sollten unbedingt genug Proviant einstecken– ein MC Donald‘s auf dem Weg wäre eine Fata Morgana.

Rumfabrik

Eine außergewöhnliche Spezialität ist der aus palmerischem Zuckerrohr destillierte Rum. La Palma hat eine kleine Rumfabrik im Fischerdorf Puerto de Espindola in der Gemeinde San Andrés y Sauces.
Sie können die Destillation, die noch mit Holz beheizt wird, in der Fabrik besuchen. Nach der Destillation wird der Rum in Eichenfässer abgefüllt, um zu reifen. Sie können ohne Voranmeldung vorbeikommen und probieren sowie kaufen. Der Honigrum ist beispielsweise sehr gut bei Erkältung. Salud!

Anreise: Die Rumfabrik befindet sich von San Andrés kommend in Richtung Espíndola, kurz vor dem Hafen von Espíndola an der scharfen Linkskurve.
Öffnungszeiten: täglich geöffnet
Kosten: freier Eintritt

Museen 

Gofio-Museum in Los Sauces

Die ehemals von Wasser angetriebene Kornmühle Molino Hidráulico El Regente ist bereits vom Stadtzentrum aus zu sehen, da sie etwas außerhalb auf einem steilen Hang liegt. Sie wurde vor 140 Jahren zum Mahlen von Getreide in Betrieb genommen. Die wichtigste Aufgabe von Mühlen auf den Kanaren war jedoch das Mahlen von geröstetem Mais, um das so genannte Gofio herzustellen. Gofio ist auch heute noch in jedem Supermarkt erhältlich. Es wird kalt oder warm, meist mit Wasser oder Wein genossen, oder mit Olivenöl zu Brei oder Klößen verarbeitet. Auch Frischkäse, Bananen, Honig, oder Rosinen werden damit verknetet. Oft wird Gofio auch zum Andicken von Soßen, Fischsuppe oder Babynahrung verwendet.

El Regente beherbergt heute ein kleines Museum, das über die Gofio-Produktion auf La Palma erzählt. Auch kunsthandwerkliche Arbeiten können hier erworben werden.

Calle Los Molinos 33San Andres y Sauces
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 Uhr bis18:00 Uhr
Samstag und Sonntag 11:00 Uhr bis17:00 Uhr


Strände 

Es gibt kaum Möglichkeiten, im Norden La Palmas baden zu gehen. Zum Glück gibt es das Naturschwimmbecken Charco Azul. Die Lavagesteinsbecken sind eine wunderschöne, ruhige Alternative zum Meer. Auf den freien Flächen befinden sich Sonnenschirme und ein kleines Restaurant. Allerdings musste das Becken 2009 auch schon mal wegen eines Felssturzes gesperrt werden –ein Felsbrocken löste sich nachts von der Steilwand. Nach der Sanierung wurde es wieder freigegeben.

Über den mit Bananenplantagen gesäumten Weg an der Küste ist das Badeparadies gut zu erreichen. Man folgt dem Hinweisschild Charco Azul bis zu einer Bushaltestelle. Hier fährt man circa 200 Meter eine kleine Straße hinab Richtung Meer. Die Straße mündet in einen Parkplatz direkt oberhalb des Bades. Dann geht es nur noch die Treppen runter und ab ins Wasser!

Der kleine Küstenort neben Los Sauces – Puerto Espíndola – wurde 2010 neu gestaltet, indem ein schöner Sandstrand angelegt wurde. Nach dem Badeerlebnis entspannen Sie im Casa del Mar direkt am Hafen mit Blick vom Balkon auf das Wasser.

Naturschwimmbecken Charco Azul
Man mag es kaum glauben, aber es gibt nur wenige Bademöglichkeiten im Nordosten La Palmas. Dazu zählt beispielsweise eine aus dem Fels geschlagene Badebucht mit kristallklarem Wasser, das Charco Azul. Es wurde vor der starken Brandung mit einer Mauer geschützt. Durch das ruhige Wasser und die Liegemöglichkeiten ist es ideal für Kinder und Matratzenschwimmer. Eine Strandbar sorgt für pure Erfrischung. Über den Weg an der Küste entlang ist das Badeparadies gut zu erreichen. 


Feste 

Weihnachten

Einmal im Jahr erscheint alles im schönsten Glanz und Prunk. Kapellen, Straßen und Plätze werden geschmückt und die Einwohner sind voller Glückseligkeit. Man findet sich an Weihnachten zusammen. So erklingen überall Weihnachtslieder und das Krippenspiel der Heiligen Drei Könige gestaltet den Höhepunkt der Festlichkeit. Abends ist der Himmel mit Feuerwerkskörpern übersät.

Karneval

Ganze drei Wochen im Januar/März herrscht Karnevalszeit: Bunte, schrille Karnevalsumzüge, Feuerwerke, Tanz und Trubel durchziehen die Straßen. Zum Abschluss wird die Bestattung der Sardine (Eine Figur aus Pappmasché welche den Karneval symbolisiert) vorgenommen.. Ganze Menschenströme trauern um den Tod dieses Fisches, welcher das Ende dieser fröhlichen Festivals symbolisiert.

Übrigens gibt es sogar für die Kinder eine Woche Karnevalsferien! 

Jungfrau von Montserrat

Zweifelsohne sind die Feste der Schutzpatronin, der Jungfrau von Montserrat, die bedeutendsten von allen. Sie finden zwei Wochen lang in der ersten Septemberhälfte statt. Das Volksfest verbindet religiöse Aktivitäten, Kultur, Sport und Unterhaltung. Die erste Woche hat einen eher religiösen und kulturellen Akzent, die Zweite einen spielerischen.


Restaurant 

Restaurant Caribe

Oberhalb der Plaza liegt die ruhig gelegene Bar mit Restaurant, in der heimische Küche geboten wird.

Bar Caribe
Teléfono: 922- 45-02-02
Dirección: C/ Alonso Pérez Díaz, 2
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-14 und 15-18 Montag bis Freitag 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr und 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr


Nachtleben

Die Bars in Los Sauces laden zu Drinks und Snacks in ruhiger Atmosphäre ein. Das richtige, spektakulärere Nachtleben findet außerhalb der Karnevalszeit vor allem in Santa Cruz statt.


Einkaufen 

An der Hauptstraße findet man die wichtigsten Geschäfte und Lokale. Vor der Kirche liegt ein weiter Platz mit ruhigen, reizvollen Gärten. Um sie herum ereignet sich das kleine aber rege Geschäftstreiben des Ortes.

Markthalle Santa Cruz de La Palma

Wer einen Ausflug auf einen Markt machen will, sollte in die 13 Kilometer entfernte Hauptstadt Santa Cruz de La Palma fahren. Eventuell ist es hier teurer als im Supermarkt, dafür spricht die Qualität für sich.
Angeboten werden frische Früchte und saftiges Gemüse, Fleisch, Fisch und Marmeladen, zum Beispiel aus Bananen oder Tomaten, sowie landestypische Erzeugnisse, wie die Mojo-Soßen oder Safran. Außerdem findet man Wein und jeden Samstag gibt es vor der Markthalle einen schönen Blumenmarkt.

Av. El Puente 14 (neben dem Teatro Chico)

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Samstag 7:00 Uhr bis 15:00 Uhr