Kultur in La Palma

Wie auf allen Kanarischen Inseln wird davon ausgegangen, dass Berberstämme aus Nordwestafrika La Palma besiedelten. Auf altkanarisch hieß La Palma Benahoare und deren Ureinwohner waren die Benhoaritas die ihre eigene Kultur entwickelten und bis zur Konquista der Spanier beibehielten.

Wie auf der Insel El Hierro sind Überreste jener Kultur zu finden: Petroglyphen (Steinritzungen), Höhlen in denen die Benhoaritas lebten, Grabstätten und Werkzeuge. Das Inselmuseum, sowie das Besucherzentrum des Nationalparks bieten Aufschluss über die Geschichte La Palmas. Weiterhin faszinieren der Archäoligie Park La Zarcita und die die Höhle von Belmaco, wo neben Petroglyphen vielerlei Überreste jener steinzeitlichen Kultur zu sehen sind.

Lancelotto Malocello aus Genau wollte die Insel 1447, die bis dato als unbezwingbar galt, erobern. Doch er erfuhr eine trächtige Niederlage und 200 seiner 500 Mann bezahlten mit dem Leben während des Widerstandes der Benhoaritas.

Alonso Fernández de Lugo eroberte die ehemalige Insel Benahoare 1492 und taufte sie in La Palma um. Anders als seinem Vorgänger begegnete er nur schwachem Widerstand, wodurch im Gegensatz zu Teneriffa beispielsweise nur wenige Ureinwohner während der Konquista starben. Doch auch sie wurden versklavt und entweder zum dortigen Zuckerrohranbau benutzt oder ins Ausland verkauft.

Von nun an wurde La Palma vor allem als Zwischenstation sämtlicher Seefahrer genutzt, bevor sie ihre lange Reise nach Westindien antraten, um hier Nahrung- und Wasser aufzutanken.

Als der Zuckerrohranbau immer weniger lukrativ wurde, da er auf dem internationalen Markt vom süd- und mittelamerikanischen verdrängt wurde, stieg man auf den Anbau von Wein um.

Noch heute ist der süße Malyasia als palmerischer Wein bekannt, der zwar bis ins 19. Jahrhundert großen Erfolg verzeichnete doch irgendwann weniger Abnehmern mündete- was nicht heißt, dass es nicht auch noch dieser Tage viele Liebhaber dieses einzigartigen, auf Jungvulkanboden kultuvierten Weines gibt.

Neben dem Zucker- und Weinanbau wurden später auch Tabak und Honig angebaut sowie Seide. Nach der Entdeckung der Cochenille Laus wurde auch roter Farbstoff hergestellt, bis dieser vom synthetischen verdrängt wurde.

Im 16. Jahrhundert erhielt La Palma das Recht, mit Amerika Handel zu betreiben, wodurch der Hafen von Santa Cruz zu einem der wichtigsten spanischen avancierte.

Somit lockte es nicht nur internationale Händler und Kaufleute an, sondern auch Piraten und Plünderer. Eine große Katastrophe ereignete sich 1553 als Franzosen die Hafenstadt ausraubten und anschließend niederbrennten. Doch man baute sie wieder auf und ging über den einstigen Glanz durch die Errichtung von prachtvolleren Gebäuden hinaus.

Doch diese schimmernde Ära hielt nur bis Ende des 17. Jahrhunderts an, als sich dieser Stützpunkt nach Teneriffa verlegte.