El Paso

Übersicht 

El Paso – darf es ein bisschen mehr sein? Die größte Gemeinde von La Palma erstreckt sich über eine Größe von 135 Quadratkilometern und liegt oberhalb von Los Llanos de Aridane direkt an der Hauptstraße nach Santa Cruz de La Palma.

Typisch kanarische Häuser und ländliche Bebauung prägen die Erscheinung des 6.000-Einwohner-Ortes. Neben der Landwirtschaft ist das Kunsthandwerk Haupterwerbszweig des Ortes: Seidenweberei, Stroh- und Korbflechter, Stickerei und Zigarrendreherei sind hier vor Ort zu bestaunen. Für die Kunstliebhaber öffnen sich zudem die Türen zu einem Seidenmuseum.

Geschichte und Gründung

Im hochgelegenen Aridane-Tal haben sich früher die meisten Ureinwohner angesiedelt. Die Bewohner lebten fast ausschließlich von der Landwirtschaft, den pflanzlichen Ressourcen und in dem Zusammenhang von dem reichen Viehbestand, der von sattgrünen Weiden grasen konnte.

Neue europäische Siedler ließen sich ab dem 16. Jahrhundert im unteren Teil des Tales nieder und beuteten die forstwirtschaftlichen Bestände ihrer Wälder aus. Für die Nutzung des Ackerlands schichteten sie in ihren Gärten gesammelte Steine aufeinander und bildeten so einen großen Steinhaufen, einen Steinstapel in Pyramidenform. Weiterhin errichteten sie Mauern, die sehr charakteristisch für die Ebene Llano de Las Cuevas sind. Auf den gerodeten Waldflächen wurden Obst-, Mandelbäume und Tabak gepflanzt. El Paso galt als das Paradies des Tabaks.

Die Stadt El Paso liegt entlang des Weges, der Los Llanos und Tazacorte über den Gipfel mit der Hauptstadt verbindet. Daher kommt auch der Name, da El Paso zu Deutsch „der Pass“ bedeutet.

Bis zur Erlangung ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1837 gehörte die Stadt zum Gerichtsbezirk des Aridane-Tales. 1878 wurde ihr der Rang einer Kleinstadt, später dann, im Jahr 1910, der einer Stadt verliehen. Heute zeigt sich El Paso mit ihrer agrarwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung als starke Gemeinde mit wachsender Bevölkerung und fest verwurzelten kulturellen Traditionen.

Lage und Vegetation

El Paso ist flächenmäßig die größte der 14 Gemeinden der beliebten Ferieninsel La Palma. Die Gemeinde liegt im Zentrum der Insel, grenzt an fast jede andere Gemeinde, ausgenommen Tizacorte, und hat als einzige keinen Zugang zum Meer.

Im Gebiet der Gemeinde befinden sich vorwiegend Ackerflächen und Wälder mit Kanarischer Kiefer. Zum Gemeindegebiet gehört auch die Caldera de Taburiente, eine riesige Caldera mit vielen Tälern. Unter einer Caldera verstehen Spanier einen Kessel, in dem Fall eine kesselförmige Struktur vulkanischen Ursprungs. Dieses atemberaubende Gebiet ist seit 1954 als Nationalpark ausgewiesen.

Zwischen den Bögen der Gipfel, die El Paso vor dem Nordwind schützen, und dem Pico Bejenado erkennen die Einheimischen das liegende Profil eines großen schlafenden Riesen. Gewöhnlich herrscht in dieser Gegend der so genannte Föhneffekt. Eine riesige Welle von feuchten Wolken wird dabei schnell über die Oberfläche eines wärmeren Hangs verbreitet, der diese trocknet und somit auflöst.

Wirtschaft

Neben der Landwirtschaft ist das Kunsthandwerk Haupterwerbszweig des Ortes. Seidenweberei, Stroh- und Korbflechter, Stickerei und Zigarrendreherei sind nur einige Gewerke, die vor Ort anzutreffen sind.

Das Seidengewerbe erlebte auf La Palma seine Hochkonjunktur im 16. und 17. Jahrhundert. Die am Straßenrand von El Paso stehenden Maulbeerbäume erinnern an das heute leider ausgestorbene Gewerbe.

Kultur und Einwohner

Typisch kanarische Häuser und ländliche Bebauung mit viel Ackerland prägen den Ort, der ungefähr 6.000 Einwohner zählt. Auf den ersten Blick erscheint der Ort verschlafen und verträumt. Doch für die Einheimischen der Westseite bildet El Paso ein Zentrum für Handel und Gewerbe. Möbel- und Elektrogeschäfte, Baumärkte, Verleih von Baumaschinen, diverse Werkstätten und ein TÜV machen den Ort zu einem schlafenden Riesen, dessen Potential nicht nur die Einheimischen schätzen und lieben gelernt haben.


Sehenswürdigkeiten 

Östlich des Ortes befindet sich die Nationalparkverwaltung und das Informationszentrum ICONA. Von hier aus zweigt auch eine acht Kilometer lange asphaltierte Straße nach La Cumbrecita ab. Der 1.300 Meter hoch gelegene Aussichtspunkt bietet einen imposanten Blick in den Talkessel der Caldera de Tamburiente.

Vulkan San Juan

Im Laufe der Jahrtausende haben die Vulkane das Profil der Insel La Palma verändert und auch in El Paso deutliche Spuren hinterlassen. Es fanden Ausbrüche des Tacande, Tajuya, El Charco und des San Juan statt, die alle zum 7.500 Hektar großen Naturschutzpark Cumbre Vieja gehören.
Die heiße Lava verwüstete bei den Vulkanausbrüchen die Felder. Seismische Bewegungen, Rauchwolken, Waldbrände, Ascheregen, Schwefelgeruch und Massenpanik in der Bevölkerung beherrschten in Krisenzeiten das Leben um und in El Paso. So haben es die Leute in Erinnerung, die 1949 den Ausbruch des San Juan miterleben mussten: Seine schwarze Lava floss den Hang hinab und ließ neben Verwüstungen die Insel bei Las Hoyas und Puerto Naos um einige Hektar wachsen.

Grabados rupestres de El Cementerio (Felsgravuren von El Cementerio)

Die Grabados rupestres de El Cementerio (Felsgravuren von El Cementerio) sind Petroglyphen an einer cirka sieben bis acht Meter hohen Felswand. Petroglyphen sind in Stein gearbeitete, bildliche und grafische Darstellungen. Sie stammen von den Ureinwohnern, den sogenannten Guanchen der Insel, die hier noch bis ins 15. Jahrhundert lebten, und zählen zu deren bedeutendsten kulturellen Hinterlassenschaften.

Diese Petroglyphen wurden erst 1982 entdeckt, kurz zuvor wurden weitere Felsgravuren an einem nah gelegenen Ort (Felsgravuren von La Fajana) gefunden. Aufgrund der historischen Bedeutung wurden sie zum Gut kulturellen Interesses (Bien de Interés Cultural) erklärt.

Die tatsächliche Bedeutung der Abbildungen ist weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass sie mit religiöser Absicht entstanden sind: Verehrung von Sonne, Mond oder Wasser beziehungsweise bestimmter Götter. Möglicherweise stehen die Felsgravuren auch im Zusammenhang mit magischen Praktiken, wie zum Beispiel Fruchtbarkeitsritualen oder Regenzauber.

Zu finden sind die Felsgravuren im Tal Barranco de las Canales unterhalb eines Friedhofes. Durch diesen Friedhof erhielten diese Petroglyphen ihren Namen. Der Fels mit den Gravuren befindet sich am rechten Rand einer halbkreisförmig ausgehöhlten Talstufe.

La Caldera de Taburiente

Der Nationalpark La Caldera de Taburiente erstreckt sich über eine Fläche von 4.690 Hektar. Ein gigantischer Krater von acht Kilometern Durchmesser wurde von den Erosionskräften im Laufe von Jahrtausenden gegraben.

Die großen Höhenunterschiede kennzeichnen die Landschaft, die von kanarischen Pinien besiedelt ist. Das stetig von Quellen durch unterirdische Gänge herabfließende Wasser bereichert diese und lässt zahlreiche kleine Wasserfälle entstehen. 

Iglesia Bonanza

Im Zentrum von El Paso zieht der hohe Kirchturm alle Blicke auf sich. Das Glockenläuten erinnert an den Big-Ben-Klang. Der Name Bonanza bedeutet auf Spanisch „gute Witterung“ – ein Wunsch vieler Bewohner und Bauern für eine ertragreiche Ernte.

Das Gotteshaus wurde erst um 1930 erbaut. Ihre Vorgängerin, die kleine Kapelle Bonanza aus dem 17. Jahrhundert, liegt nur wenige Meter entfernt. Sie wurde restauriert und ist mit ihrer Historie sowie den Holzverzierungen der kanarischen Dachkonstruktion auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Der Aussichtspunkt La Cumbrecita

Neben dem Besucherzentrum liegt die Abzweigung zum Aussichtspunkt La Cumbrecita. Die Anfahrt ist mit dem Auto möglich und macht diesen Aussichtspunkt aufgrund der guten Erreichbarkeit, sowie des schönen Ausblicks über den Nationalpark La Caldera zu einem der beliebtesten Ziele von Touristen.

Vom Aussichtspunkt La Cumbrecita aus gibt es einen Weg, der zum Lomo de Las Chozas führt. Dies ist ein natürlicher Aussichtspunkt mit Blick auf blaugefärbte Felsen bis zum Ende der Schlucht Barranco de Las Angustias. Inmitten des Pinienwalds sind in weiter Ferne die Umrisse des Felsen Roque Idafe zu sehen. Es ist zudem ein geheiligter Ort der damaligen Awaren und ein Schauplatz, an dem besagter Stamm Eingeweide von Tieren darbrachte, um ein Umstürzen des Felsens zu verhindern.

Die Pinie der Heiligen Jungfrau

El Paso zeigt sich voller prächtiger Bäume, doch einer unter ihnen sticht besonders heraus: Die Pinie, welche die heilige Jungfrau gezeigt haben soll. 1876 wurde in El Paso eine einfache Wallfahrtskapelle erbaut. Gemäß der Überlieferung wurde während der Bauarbeiten ein Zweig des Baumes abgeschnitten, dem Blut entströmte. Der Baum wurde verschont und kann noch heute als einer der ältesten Exemplare seiner göttlichen Zunft bewundert werden.


Museen 

Seidenwerkstatt „Las Hilanderas"

Wer sehen will, dass in El Paso viele „Spinner“ wohnten, der sollte sich einen Besuch in der Seidenwerkstatt mit integriertem Seidenmuseum nicht entgehen lassen.

Seide ist die einzige in der Natur vorkommende textile Endlos-Faser. Die Produktion ist äußerst aufwendig und hochkompliziert, aber auch interessant und spannend. Wer einmal einen Blick hinter die Kulissen einer Seidenwerkstatt werfen möchte, der ist hier genau richtig aufgehoben. Gezeigt wird die Produktion dieses einzigartigen Materials von der Seidenraupe bis zum Seidentuch.

Adresse:
„Las Hilanderas"
Calle Manuel Taño no. 6
38750 el Paso

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr


Aktivitäten 

Parque Paraiso de las Aves

Seit dem Jahr 1997 hat der einzige botanische, zoologische Garten der Kanarischen Insel La Palma seine Pforten für Besucher geöffnet. Der Tierpark bietet zahlreichen Tierarten ein Zuhause, hat sich aber insbesondere auf Vögel sowie Frucht- und Insektenfresser spezialisiert.

Große und kleine Besucher können hier vom Aussterben bedrohte Tiere wie zum Beispiel die Schwarzohrpinseläffchen beobachten. Die seltene Affenart wird in einem artgerecht gestalteten Gehege gehalten. Bei einem Spaziergang durch den Park trifft der Besucher nicht nur auf seltene Tier-, sondern auch auf verschiedenste Pflanzenarten. In der Freiflughalle besteht die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit den Tieren zu treten.

Der Parque Paraíso de las Aves beherbergt außerdem die größte Austernpilzzucht der Kanaren. Die schmackhaften Pilze können natürlich nicht nur bestaunt, sondern auch an einer Bar probiert werden. Zweimal täglich können Interessierte an einer Tour teilnehmen, die über die im Park angewandten Arbeitsweisen und die Erhaltung der Pflanzen- und Tierwelt informiert. Der Tierpark ist ein beliebtes Ausflugsziel und garantiert unterhaltsame Stunden für die ganze Familie.

Adresse:
Ctra. El Paso Los Llanos, 16
38750 El Paso

Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Rastplatz El Pilar

Der Rastplatz liegt eingebettet in Pinien- und Lorbeerwäldern und ist allgemein als „das Ausflugsziel schlechthin“ bekannt. Auch viele Bewohner von La Palma treffen sich hier für ein Wochenende mit der Familie. In dem Erholungspark ist das Kochen über offenen Feuerstellen sowie das Campen erlaubt, ebenso verfügt er über Wasserstellen und Toiletten.

Feste 

Herzjesufest

Die zwei wichtigsten Feste in El Paso sind eng mit der Kirche verbunden: Für das Herzjesufest, welches 14 Tage nach dem Fronleichnamsfest stattfindet, werden alle Straßen der Gemeinde geschmückt.

Fest El Pino

Das Fest El Pino findet jeden ersten Sonntag im September bei der Wallfahrtskapelle Vírgen del Pino statt.

Bajada

Alle drei Jahre findet eine ganz besondere Wallfahrt statt: Zum feierlichen Anlass wird die Jungfrau, die Vírgen del Pino hinab zur Kapelle von El Pasogetragen. Über eine Woche wird der Aufenthalt gefeiert, bis die Jungfrau wieder nach Hause getragen wird. Zu dieser Festlichkeit kommen viele Kanaren der Nachbarinseln. Sollten Sie eine solche Bajada einmal miterleben wollen, buchen Sie rechtzeitig, sonst könnte es eng werden.


Restaurant 

Die Möglichkeiten des stilvollen Essenfassens sind so vielseitig wie die Gemeinde selbst. Neben einheimischen werden den verwöhnten Touristen in den verschiedenen Restaurants beziehungsweise Bars auch internationale Speisen serviert.


Einkaufen 

El Paso bietet seinen Einwohnern und Besuchern eine reichhaltige Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten. Der Handel und das Gewerbe mit Möbel- und Elektrogeschäften boomen seit Jahren. Ebenso sind für den Hobby-und Profibastler Baumärkte zum Stöbern vorhanden, die ganz harten Tüftler unter ihnen können sich auch Baumaschinen bei einem Verleih borgen. Diverse Werkstätten sowie ein TÜV lassen auch die Automobilnutzer bei einer Panne nicht im Stich. Natürlich ist auch für den täglichen Bedarf alles vorhanden.