Vallehermoso

Übersicht 

Das an der Nord- und Südwestküste gelegene Vallehermoso ist nach San Sebastián flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde La Gomeras. Die bekanntesten Orte der circa 3100 einwohnerstarken Gemeinde sind das gleichnamige Vallehermoso, Alojero, Chipude, Tazo und Epina. Vallehermoso (das liebliche Tal) ist eine sehr ruhige Gemeinde, die sich vor allem für Wander- und Entspannungsurlaub anbietet. Die Weine, Süßspeisen und das Kunsthandwerk der Region sind inselweit angesehen und werden von den Gomeros wie von den Touristen sehr geschätzt.

Lage und Vegetation

Vallehermoso erstreckt sich von der Nordwestküste La Gomeras bis in den Südwesten der Insel. Die Nachbargemeinden im Osten sind Alajeró und Agulo, im Westen grenzt das Gebiet an das bekannte Valle Gran Rey.

Das Gemeindegebiet Vallehermoso beherbergt eine große Vielfalt an Mikroklimata und Landschaften, wie die üppigen Feuchtwälder in Epina und die fruchtbaren Schluchten bei Macayo in der Talsenke. Im südlichen Teil des Tales befindet sich der Berg Montaña de la Caldera, dessen flacher urwaldbedeckter Berggipfel von einem kesselartigen Vulkankrater gebildet wird. Die kleinen Orte Tazo und Alojera werden im Osten Vallehermosos von gutem Wetter verwöhnt, weshalb hier viele Palmen wachsen können, aus denen La Gomeras Palmenhonig gewonnen wird. Über dem Ort Vallehermoso, der sich im Nordwesten der gleichnamigen Gemeinde befindet, ragt der kleine Vulkan Roque Cano circa 400 Meter hoch.

Wirtschaft

Die Talbewohner leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Vallehermoso ist La Gomeras Zentrum für Palmhonig, der insbesondere in dem kleinen Örtchen Alojera produziert wird. Des Weiteren befinden sich auf den schön angelegten Terassen entlang der Talhänge Getreidefelder, Weinberge und Bananebplantagen - auch Kartoffeln und Tomaten werden in Vallehermoso angebaut. Die Terassen schmiegen sich an die Hänge und sind optimal angelegt, um die knappe Bodenfläche landwirtschaftlich zu nutzen.

Auch das Kunsthandwerk, wie das Weben, die Töpferei oder das Korbflechten, nehmen in Vallehermosos Wirtschaft einen festen Platz ein. Insbesondere ist das Bergdorf El Cercado für seine traditionelle Keramikkunst bekannt.

Kultur und Einwohner

Vallehermoso, eine der sechs Inselgemeinden La Gomeras, hat eine sehr geringe Bevölkerungsdichte von circa 28 Einwohnern pro Quadratkilometer. Im gesamten Tal gibt es nur vereinzelte Hotels und sehr wenige im Tourismus beschäftigte Einheimische. Die Bewohner von Vallehermoso sind hauptsächlich Landwirte und Kunsthandwerker.

Die ehemalige Banenpackstation Castillo del Mar beim Ort Vallehermoso wird seit 2001 zu einem Kulturzentrum umgebaut. Aufgrund finanzieller und behördlicher Schwierigkeiten ist das Castillo jedoch seit einigen Jahren wieder geschlossen.

Geschichte und Gründung

Auf dem Tafelberg La Fortaleza (die Festung) bei Chipude kann man sich auf die Spuren der Ureinwohner La Gomeras begeben. Aufmerksame Wanderer, die diesen Berg hinaufsteigen, werden auf einige heilige Stätte und Altäre stoßen.

Einst war der Ort Vallehermoso sogar kultureller und wirtschaftlicher Knotenpunkt von La Gomera und Sitz der Inselhauptverwaltung. Das Castillo del Mar(Meeresschloss), welches sich am Strand des Ortes befindet, ist ein Zeuge dieser Zeit. Hier wurden seit dem19. Jahrhundert die landwirtschaftlichen Erzeugnisse La Gomeras, vor allem Bananen, verpackt und auf Dampfschiffe geladen. 1950 wurde der Handel über das Castillo del Mar jedoch eingestellt.


Sehenswürdigkeiten 

Töpferdorf El Cercado

Am Rande des Nationalparks Garajonay liegt das kleine Bergdorf El Cercado im Hochland der Kanareninsel La Gomeras. Die Töpferinnen von El Cercado pflegen die traditionelle Handwerkskunst in ihren drei Werkstätten. Sie arbeiten ohne Drehscheibe und benutzen eine charakteristische Glasur aus roter Tonerde. Urlauber können den Kunsthandwerkerinnen hier über die Schultern schauen und deren Keramikkunst erwerben. Die Gomeros benutzten die Tonware hauptsächlich, um Lebensmittel, wie Gofio (das älteste kanarische Nahrungsmittel aus geröstetem Getreide) oder Kastanien aufzubewahren.

In El Cercados Lokalen kann man sich typisch kanarische Speisen, wie Kaninchengerichte oder einen Potaje de Berros (Eintopf aus Bohnenkresse), schmecken lassen.

Chorros de Epina

Am Rande des Nationalparks Garajonay auf La Gomera liegt der kleine Ort Epina. Von hier aus findet man inmitten eines Märchenwaldes aus Lorbeer- und Heidebäumen die Chorros (Quellen) de Epina. Sieben Wasserrohre leiten das kristallklare Wasser hier in ein kleines Becken. In der Nähe der Wasserquellen befindet sich ein Restaurant sowie eine Kapelle. An einem der vielen Picknick- und Grillplätze können Besucher sich in romantischer Umgebung ausruhen und mitgebrachte Snacks schmecken lassen.

Jeden Sommer wird an der nahegelegenen Kapelle eine traditionelle Fiesta begleitet von Folkloremusik gefeiert.

Die Chorros de Epina umgibt ein alter Volksglaube. Er besagt, dass Pärchen sich ewiges Liebesglück sichern können, wenn sie in einer bestimmten Reihenfolge von den sieben Wasserrohren trinken. Eine der überlieferten Versionen erzählt, dass Frauen von links nach rechts aus allen Rohren trinken sollen. Eine andere fordert Männer dazu auf, nur von den ungeraden Rohren zu trinken, während Frauen das Wasser der geraden trinken sollen. Das Wasser aus dem siebten Rohr sollte jedoch niemand kosten, denn dieses gehört der im Wald lebenden Hexe.

Abgesehen von diesem Liebesritus, sprechen die Insulaner dem Wasser besondere Heilkräfte zu. Es schmeckt nicht nur sehr gut, sondern ist auch nitratfrei und ph-neutral, so dass viele Gomeros es in Flaschen abfüllen und mit nach Hause nehmen.

Erreichen kann man die Quellen mit dem Auto über die Straße TF-713. Folgt man dieser, bis man sich nordwestlich des Garajonay-Nationalparks befindet, kommt man an die Kreuzung nach Epina. Am Restaurant kann man das Fahrzeug abstellen, zu den Quellen führt dann eine Treppe hinunter.

Castillo del Mar

Die alte Bananenpackstation Castillo del Mar, deren Name soviel wie Meeresburg bedeutet, ragt imposant aus den Klippen neben dem Strand des Ortes Vallehermoso und bietet einen einmaligen Blick auf die gegenüberliegende Kanareninsel Teneriffa. Hier wurden seit dem 19. Jahrhundert die landwirtschaftlichen Erzeugnisse La Gomeras, vor allem Bananen, verpackt und auf Dampfschiffe geladen. 1950 wurde der Handel über das Castillo del Marjedoch eingestellt. Der Fotograf Thomas K. Müller erwarb 1981 die ehemalige Packstation, die er seit 2001 zu einem Kulturzentrum umbaut. Aufgrund finanzieller und behördlicher Schwierigkeiten ist das Castillo jedoch seit einigen Jahren wieder geschlossen. Aktuell läuft eine Spendenaktion zur Rettung der Bühne im Atlantik.


Aktivitäten 

Bootsfahrt Los Organos

An La Gomeras Nordküste in der Nähe des Ortes Vallehermoso prägt das Felsmassiv Los Organos die Landschaft. Diese Basaltformation ist die schönste ihrer Art auf den Kanarischen Inseln. Die Klippen ragen 80 m hoch und 200 m breit aus dem Meer heraus und erinnern dabei ein wenig an Orgelpfeifen - daher auch der Name Los Organos. Entstanden ist dieses Kunstwerk aus erkalteter Lavamasse. Die Erosion tat ihr Übriges und legte im Laufe der Zeit das Gestein frei und formte es zur heute sichtbaren Formation. Urlauber auf La Gomera können die Basaltsäulen von Los Organos in ihrer gesamten Größe und Schönheit nur vom Atlantik aus sehen, weshalb die Formation ein beliebtes Schiffsausflugsziel darstellt. Die Schiffe fahren von den Hafenorten Valle Gran Rey und Playa Santiago ab. Es werden zum Beispiel dreistündige Fahrten für 33 Euro (Kinder 20 Euro, 0-5-Jährige gratis) inklusive Tapas und Sangria angeboten. Es empfiehlt sich, sich im Voraus zu informieren an welchen Tagen und zu welcher Stunde die Schiffe abfahren.


Strände 

Playa de Alojera

Ein kleines Stückchen vom Ort Alojera entfernt befindet sich dieser schwarze Sandstrand in einer romantischen Bucht an der Nordwestküste La Gomera. Die Playa de Alojera ist ein ehemaliges Fischerörtchen, das man über eine steile Straße auch mit dem Auto erreichen kann. Urlauber finden an diesem 250 Meter breiten Strand ein Restaurant und einige schöne weiße Häuschen. Aufgrund des starken Wellengangs kann das Schwimmen insbesondere in der Winterzeit ab und zu gefährlich werden. 

Playa La Rajita

Unterhalb von La Dama ganz im Süden von Vallehermoso liegt der ruhige Kieselsteinstrand La Rajita. Urlauber, die Ruhe und Entspannung suchen sind in La Rajita gut aufgehoben, denn viel Betrieb herrscht hier selten. Zu dem Strand gelangt man entweder über einen Wanderweg oder aber auch mit dem Auto. 

Playa Arguamul

Abgelegen an La Gomeras Nordwestküste liegt der unberührte Strand Playa Arguamul. Erreichen kann man ihn am Besten zu Fuß oder mit einem Geländewagen. Die Wellen erreichen hier mäßige bis stürmische Kraft. Der 500 Meter lange und 12 Meter tiefe Kiesstrand liegt isoliert und beherbergt keine Häuser oder Dienstleistungseinrichtungen. An dem kristallklaren Wasser der Playa Arguamul können sich besonders Taucher erfreuen.

Playa Arena

An einer Steilküste in La Gomeras Westen findet man den Strand Playa Arena bei Argaga. Anfahren kann man die kleine Bucht aus dem Norden, doch an das Ufer kommt man nur zu Fuß und der Zugang ist schwierig. Da die Playa Arena recht abgelegen liegt, finden sich hier nur wenige Strandbesucher ein. Der 200 Meter lange dunkle Sandstrand hat zu seinem Vorteil einen ruhigen Wellengang, allerdings befinden sich keine Dienstleistungseinrichtungen in seiner Nähe.

Playa La Sepultura und Tamargada

Die zwei Strände liegen nebeneinander an der Nordküste La Gomeras, nicht weit vom Ort Vallehermoso. Kommt man mit dem Auto von Vallehermoso, muss man der TF711 Richtung Argulo folgen, bis man an einer Kreuzung zur Playa Tamargada abbiegen kann. Zwischen der Playa La Sepultura und der Playa Tamargada liegen 600 Meter und zu erreichen sind sie entweder zu Fuß oder mit dem Boot. Da sie abgelegen und nicht leicht zugänglich sind, finden sich auch hier nur wenige Strandbesucher ein. Beide Strände werden von starkem Wellengang heimgesucht und sind keine reinen Sandstrände, besonders an der Playa La Sepultura finden sich viele Steine.

Strand Vallehermoso

Eine schöne Felskulisse umgibt den hübschen Strand beim Örtchen Vallehermoso im Norden der gleichnamigen Gemeinde. Schwimmbecken, Umkleidekabinen, Duschen sowie eine Snackbar sind hier vorhanden. An La Gomeras Nordküste ist der Atlantik etwas rauer und an manchen Tagen trauen sich nur geübte Schwimmer ins Meer. Den Strand erreicht man über die Calle Playa, die von Vallehermoso an die Küste führt.

Ein angelegtes Schwimmbecken befindet sich im Parque Maritimo, der direkt neben dem Strand liegt. Der Eintritt ist frei und Badegäste genießen von hier aus einen bezaubernden Blick auf den weiten Atlantik und auf Teneriffa.


Feste  

In der Gemeinde Vallehermoso beherbergt jeder Ort seine eigenen besonderen Fiestas. Die bekanntesten sind die Fiesta de San Juan und die der Jungfrau von Carmen, welche beide in dem Örtchen Vallehermoso gefeiert werden. Doch auch die anderen Gemeindeorte kommen nicht ohne Fiestas aus. So wird in Tazo am 13. Dezember die Santa Lucia gefeiert. Am 15. Mai beherbergt Epina ein Fest zu Ehren des San Isidro und im August erwachen gleich mehrere der Örtchen aus ihrem Dornröschenschlaf: Anfang August wird in El Cercado die Nuestra Señora del Pino zelebriert und in La Dama die Nuestra Señora de las Nieves. Alojera feiert am 24. August San Bartolomé y La Milagrosa, während in Chipude Mitte August die Fiesta Nuestra Señora de la Candelaria stattfindet.

Nuestra Señora del Carmen und Fiestas Lustrales

Die Virgen del Carmen, die Schutzpatronin der Fischer und der Seeleute wird jedes Jahr im Juli aufs Meer hinausgefahren. Begleitet wird diese Tradition von einer Prozession und von Folkloregesängen. Beim Castillo del Mar wurde die Fiesta del Carmen gefeiert, um das dort errichtete Kulturzentrum vor weiteren Naturkatastrophen zu schützten.

Zudem finden alle 5 Jahre die Fiestas Lustrales, die ebenfalls zu Ehren der Virgen del Carmen gehalten werden, im Ort Vallehermoso statt. Diese ziehen sich über einen Zeitraum von einem Monat und schließen unter anderem Kultur-, Handwerks- und Sportfeste ein. Auch in der Gemeinde Valle Gran Rey wird die Fiesta der Schutzpatronin der Fischer groß gefeiert.

Wann? Nuestra Señora del Carmen: 16.Juli, Fiestas Lustrales: zwischen Juni und Juli alle 5 Jahre (zuletzt 2010)

Wo? Vallehermoso (Ort) 

Fiesta de San Juan Bautista

Die Fiesta de San Juan wird jedes Jahr im Juni gefeiert. Anlass ist die Sonnenwende, die mit einer Mischung aus christlichen und heidnischen Ritualen zelebriert wird. Am Anfang steht eine Prozession zu Ehren des Heiligen Johannes und am späten Abend finden die Festivitäten mit dem Anzünden von Lagerfeuer ihren Abschluss.

Wann? 24. Juni

Wo? Vallehermoso (Ort)