Kultur & Geschichte in La Gomera

Es wird davon ausgegangen, dass die Ureinwohner La Gomeras, die Gomeritas nicht in Kontakt mit dem afrikanischen Kontinent noch mit den Nachbarinseln standen.

Zwar ist die heidnische Kultur und der entsprechende Glaube der Gomeritas dieser Tage nicht mehr in den Bewohnern der Insel verankert, doch zeugen Kultstätten auf dem Tafelberg La Fortaleza  und auf dem höchsten Berg des Eilandes, dem Garajonay von deren einstigen Bestehen.

Als Bethencourt, der normannische Seefahrer im Auftrag der kastilischen Krone im 15. Jahrhundert die Kanaren unter deren Herrschaft bringen wollte und sich dies auf der Insel El Hierro recht einfach gestaltete, leisteten die Gomeritas erbitterten Widerstand gegen die Konquistadoren. Doch einem späteren Angriff konnten die Gomeritas nicht Stand halten und es wurden zwei der vier Stämme erobert und erst viele Jahre später die restlichen.

Wie auf den Schwesterinseln wurden die Guanchen versklavt, verkauft und über deren einstige Kultur legte sich ein Schleier des Vergessens, bis sie gänzlich verschwand.

Ab 1514 wurden die Gomeritas bereits den spanischen Siedlern der Insel rechtlich gleichgestellt und es herrschte ein Feudalsystem auf der Insel vor.

Im 16. Jahrhundert dominierte auch hier das Zuckerrohr und der Wein die Wirtschaft der Insel, bis die Wirtschaftskrise die Inseln zwang deren Kultivierung aufzugeben und sich umzuorientieren. Farbstoffe wurden schon immer auf den Kanaren gefunden und verkauft. Doch besonders ab dem 19. Jahrhundert wurde der Cochenille Schildlaus, die auf den Feigenkakteen lebt große Bedeutung zugesprochen, um roten Farbstoff herzustellen. Doch nicht allzu lange sollte diese Kultivierung wirklich Gewinn bringen, so entdeckte man mit der Zeit die weitaus einfachere Herstellung synthetischer Färbemittel und die mittelalterliche Farbherstellung La Gomeras konnte abdanken. Erneut wurde die Insel von einer Wirtschaftskrise eingeholte und viele Bewohner wanderten nach Lateinamerika aus.