Hermigua

Übersicht 

Hermigua ist ein Paradies für Naturliebhaber. Es gibt zahlreiche ländliche Unterkünfte und kleine Hotels in wunderschönen Winkeln. Das Wahrzeichen der Gemeinde ist der charakteristische Zwillingsfelsen Roques de San Pedro, der ein alter Vulkanschlot bei Monteforte ist. 

Geschichte und Gründung

Das Tal Hermigua wurde schon von den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, den Guanchen bewohnt. Ursprünglich entstand im 16. Jahrhundert der Ortsteil Valle Alto, aus dem dann Hermigua entstand.

Wirtschaft

Hermiguas Vergangenheit ist tief in der Landwirtschaft verwurzelt. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde hier Zuckerrohr angebaut. Die Zuckerproduktion brachte nicht zuletzt den wirtschaftlichen Wohlstand und führte zu einem Anstieg der Bevölkerungszahlen.

Da das Tal ganzjährig vom Rio del Cedro versorgt wird, ist es sehr fruchtbar. Deshalb lebt Hermigua heute neben wenig Tourismus hauptsächlich vom Anbau von Kartoffeln, Papayas, Bananen, Getreide, Hülsenfrüchten, Kürbissen, Bohnen und Trauben.

Lage und Vegetation

Hermigua ist eine von sechs Gemeinden der Insel. Sie liegt im Nordosten von La Gomera und ihr Name Hermigua ist gleichzeitig der Name des Verwaltungssitzes. Dieses malerische Dorf erreichen Sie auf der Fahrt von San Sebastián aus Richtung Norden kommend. Vor den Augen erstreckt sich ein spektakuläres grünes Tal, das sehr fruchtbar ist, durch das man auf Serpentinen bis zum Strand von Santa Catalina hinunter fährt. In dem Tal, in dem Hermigua liegt, werden vorwiegend Bananen zur Ausfuhr produziert sowie Wein und Gemüse für den Eigenverbrauch der Inselbewohner.

Die Passat-Winde schenken dem kleinen Örtchen ein außergewöhnliches Klima, die Gegend wurde sogar von einem internationalen Meteorologen-Komitee mit dem „besten Klima der Welt“ ausgezeichnet.


Sehenswürdigkeiten 

El Cedro

In der Ansiedlung „El Cerdo“ liegt der größte Montwerde Wald der Kanarischen Inseln. Er befindet sich am Rande des Garajonay Parks, an einem Bach, der ganzjährig Wasser mit sich führt. An diesem Ort beginnt ein interessanterr Wanderweg zum ehemaligen Kloster, el Convento, im Gemeindegebiet Hermigua.

Die Menschen vergangener Zeit, die sich in diesem Wald angesiedelt haben, sammelten Holz, um es in Holzkohle zu verwandeln. Die Pflanzen nutzten sie für Heilkräutertees. Sie hatten auch Vieh und pflegten das Kunsthandwerk. Der ständig Wasser tragende Bach fließt von der Zone des Monteverde-Waldes in Richtung Hermigua. Im El Credo können Wanderer dann auch den höchsten Wasserfall der Insel besuchen, den Caidero de la Boca del Chorro, der über 100 Meter hoch ist. 

Los Telares

Dieses Zentrum für Kunsthandwerk ist gleichzeitig ein Völkerkundemuseum. Es wurde 1974 von Marua Gámez in einem alten Herrenhaus errichtet, welches 50 Jahre lang leerstand und deshalb renoviert werden musste. Der Eintritt in das Museum, das seine Türen von 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr öffnet, ist frei und in seinem Inneren kann man in dem Raum unter dem Kunsthandwerkgeschäft fünf alte Webstühle besichtigen. In einem anderen Flügel des Herrenhauses ist das eigentliche Museum untergebracht, in dem Besucher eine Unmenge an alten Antiquitäten, Haushaltsgegenständen und Landwirtschaftsgerätschaften betrachten kann. Diese wurden von der Museumsgründerin gesammelt. Beispielsweise ein typischer Mörser aus La Gomera, Mühlen, Kaffeekocher und Brotteig-Kästen. 

Iglesia de Santo Domingo Guszmán

Diese Kirche die zu dem gleichnamigen Kloster gehörte, hat einen klaren Mudejar Einfluss aufzusweisen und wurde mehrmals umgestaltet. Der Bau dieser Kirche fand zwischen 1515 und 1520 statt. Sie befindet sich im Valle Alto von Hermigua und war die erste Kirche.

El Pescante

Diese aus dem Meer ragenden Betonpfeiler einer ehemaligen Verladestation für Bananen üben am Strand von Hermigua einen besonderen Reiz aus. Hohe Wellen verhinderten, dass Schiffe an einer Hafenmole anlegen konnten. Diese mussten dann per kran entladen werden.

Alter Bootsdavit

Aufgrund des zunehmenden Anbaus von Bananenstauden Angang des 20. Jahrhunderts hatte die Handelsgesellschaft La Unión mit einem Kapital von 70.000 Peseten den Bau eines Davits begonnen. Das Ziel war, die Erträge des fruchtbaren Tals verschiffen und verkaufen zu können. Nach einigen Jahren, im Jahre 1923 wird mit einem Kapital von 300.000 Peseten ein weiteres Davit mit einer Höhe von 150 Metern gebaut. Der Beginn der Geschäftstätigkeit des Hafens von San Sebastián de La Gomera machte den Davit allerdings unnötig und seine Metallstruktur wurde 1957 abgebaut und verkauft. Die Überbleibsel des Bootsdavits finden. 

Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación

Die Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación wurde im 17. Jahrhundert begonnen, im Jahre 1711 stürzte sie allerdings zusammen, woraufhin der Wiederaufbau bis 1927 dauerte. In ihren Anfängen war sie ganz schlicht und wurde im Barockstil erweitert, als ein neues Gebäude in Kreuzform hinzugefügt wurde, welches durch die Evangelismus-Kapelle verlängert wurde. Sie beherbergt eine Holzstatue der Heiligen Encarnación erschaffen von dem Künstler Fernando Estévez. Diese Kirche befindet sich im Valle Bajo von Hermigua.