Allgemeines über La Gomera

Übersicht 

Geschichte

Die Entstehung des Namens La Gomera geht auf eine Legende aus biblischen Zeiten zurück. Der Name kommt von einem Sohn des Jafet, seinerseits Sohn von Noah, der den Namen Gomer erhielt. Er könnte aber auch auf den alten Berberstamm „Ghomara“ zurückgehen. Leider gibt es dazu keine eindeutigen Belege.

Sicher ist, dass die Ureinwohner der Kanarischen Inseln Guanchen hießen. Sie waren vermutlich mit den nordafrikanischen Berbern kulturgeschichtlich verwandt. Sie hatten eine rudimentäre Wirtschaft, basierend auf Land- und Viehwirtschaft.

Um sich über die tiefen Schluchten und hohen Berge zu verständigen, benutzten die Guanchen eine Pfeifsprache, El Silbo genannt. Chipude ist einer der traditionellen Orte, in denen die Sprache aus Pfeifsignalen erhalten worden ist. Diese Sprache wird heute wieder in Kursen auf La Gomera gelehrt und man arbeitet daran, die Sprache von der UNESCO als unberührtes Kulturerbe anerkennen zu lassen.

Tipp: In dem Hotel Parador de Turismo und in den Restaurants Las Rosas und La Zula können Sie Vorführungen dieses besonderen Kommunikationsmittels besuchen.

Bereits im Altertum war La Gomera bekannt und klassische Autoren wie Ptolemäus (90-168) erwähnten die Insel in ihren Schriften. Die moderne Geschichte jedoch beginnt mit der Eroberung, die zwischen 1404 und 1405 mit dem kastilischen Feldzug begann. Zum Zeitpunkt der Eroberung war die Insel in vier Kantone aufgeteilt: Ipalán, Mulagua, Orone und Agana. Die Eroberung erfolgte durch Jean Bethencourt unter spanischer Krone. Zu Beginn herrschte noch ein friedliches Zusammenleben zwischen Besetzern und Ureinwohnern, doch Mitte des 15. Jahrhunderts kam es durch den Mord an Graf Hernán Peraza „El Viejo“, dem Herrscher der Insel, durch den gomerischen Ureinwohner Hautacuperche zu blutigen Aufständen. Nach dem Tode Perazas folgte ihm seine Frau Beatriz de Bobadilla.

La Gomera spielte zu dieser Zeit eine wichtige Rolle bei der Entdeckung Amerikas. Kolumbus versorgte sich hier mit Wasser und Proviant, bevor er am 6. September 1492 in die neue Welt aufbrach. Angeblich war er in Beatriz de Bobadilla verliebt, weshalb er seine Abreise länger als notwendig hinausgezögerte. Sie unterstützte ihn finanziell bei der Reparatur eines seiner Schiffe. Angeblich wurde für die spätere „Taufe“ des amerikanischen Kontinents Quellwasser aus einem Brunnen in San Sebastián de La Gomera verwendet.

Nach der Eroberung wurden viele Einheimische versklavt und auf das spanische Festland verkauft oder innerhalb des Archipels umgesiedelt, damit keine Aufstände entstanden. Die Einwohner, die davon verschont blieben, arrangierten sich mit den Eroberern und übernahmen größtenteils deren Kultur und die spanische Sprache. Seit 1514 sind die Einheimischen mit den Spaniern rechtlich gleichgestellt.

Im Jahr 1837 wurde La Gomera dann direkt der spanischen Krone unterstellt, anstatt der einheimischen Grafenfamilie. Die meisten Einheimischen blieben weiterhin Pächter, die schlecht bezahlt wurden oder Tagelöhner auf grundherrschaftlichen Plantagen. Die Kanaren wurden 1852 zur Freihandelszone erklärt und 1974 gab es den ersten regelmäßigen Fährverkehr zwischen Los Christianos auf Teneriffa und San Sebastián auf La Gomera.

Als 1975 der spanische Diktator Francisco Franko starb, kam es unter dem spanischen König Juan Carlos zur Demokratisierung der Kanarischen Inseln. Es wurde erstmals ein regionales Parlamant gewählt und eine eigene Regierung entstand. 1982 erhielten die Kanaren den Autonomiestatus und wurden in die Provinzen Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife unterteilt. La Gomera gehört seit dem zu Santa Cruz.

Kultur und Einwohner

Auf der Insel leben heute etwa 22.600 Menschen. Die Vergangenheit hat eine reiche und interessante Kultur hinterlassen, deren volkstümliche Ausdrucksformen in bemerkenswerter Reinheit erhalten geblieben sind. Das liegt wohl daran, dass Kultur und Tradition auf La Gomera sehr lebendig gehalten werden, zum Beispiel die Handwerkskunst und die Gastronomie.

Des Weiteren ist die musikalische Tradition von großer Bedeutung. Die großen hölzernen Kastagnetten und die traditionellen Trommeln sind zwei grundlegende Instrumente der Volksmusik von La Gomera. Die Einwohner beherrschen sie seit Urzeiten und begleiten damit den traditionellen Tajaraste-Tanz.

Die Pfeifsprache „El Silbo“ ist eine weitere Einzigartigkeit Gomeras. Sie kommt ursprünglich von den Ureinwohnern, den Guanchen, die sich über tiefe Schluchten hinweg verständigen mussten. Heute wird Silbo wieder in den Schulen gelehrt, damit diese Tradition nicht verloren geht, denn nicht mehr viele Insulaner kennen und beherrschen dieses faszinierende Kommunikationsmittel.

Wirtschaft

Das Leben auf La Gomera basierte und basiert traditioneller Weise auf der Landwirtschaft. Das bestimmt exklusivste Produkt Gomeras ist der Palmhonig, der Miel de Palma. Er wird aus dem Saft der Palmen, dem Guarapo, zubereitet, der nach stundenlangem Kochen zu einem dunklen, süßen Sirup einkocht. Er wird in sehr vielen Rezepten verwendet.

In den Tälern La Gomeras finden sich auch einige Bananenplantagen, deren Früchte allerdings nur auf der Insel verkauft und nicht exportiert werden. In den fruchtbareren Gegenden war die Landwirtschaft früher weit verbreitet. Heute liegen viele Anbauflächen jedoch aufgrund der Landflucht in den 1960er und 1970er Jahren brach. Die Einwohner La Gomeras betreiben zwar noch heute Landwirtschaft, aber diese spielt mehr für den Eigenbedarf eine Rolle als zum Verkauf beziehungsweise Export. Der Tourismus ist heute auf der Insel die Haupteinnahmequelle der Bewohner, besonders in Form von Wandertouren.

Lage und Vegetation

Etwa eintausend Kilometer vom spanischen Festland entfernt liegt die zweitkleinste Insel der insgesamt sieben Kanarischen Inseln. Sie hat eine Fläche von 378 km² und nimmt eine Mittelposition zwischen La Palma, El Hierro und Teneriffa ein. Die Form der Insel La Gomera ist fast völlig rund und ihr Durchmesser beträgt von Ost nach West etwa 25 km. Von Norden nach Süden umfasst sie circa 22 km. Gesamtlänge der Küste ist 90 km. Höchster Punkt der Insel ist der Gipfel des Pico Alto de Garajoney, der sich auf 1.487 m Höhe befindet.

Da La Gomera als die einzige Insel der Kanaren in den letzten zwei Millionen Jahren keine Vulkanausbrüche erlebt hat, weist sie bis heute die ursprüngliche, durch Erosion entstandene, zerklüftete Orthografie auf. Die atemberaubenden Schluchten erstrecken sich vom Inneren der Insel bis zum Meer. Der vulkanische Ursprung wird auch durch die beeindruckenden Basaltfelsen deutlich, die sich an mehreren Stellen Gomeras in die Höhle recken.

Das Klima der Insel zeigt zwei ganz unterschiedliche Bereiche: den Norden und den Süden. Im Norden herrscht ein stabiles Klima; angenehme Temperaturen und die konstante Feuchtigkeit durch die Passatwinde begünstigen einen fruchtbaren Boden und eine abwechslungsreiche Vegetation. Der Süden liegt dagegen im Windschatten und ist eher trocken mit kargen Sträuchern. Die Temperaturen sind hier höher, im Jahresdurchschnitt bei 22° C. Dort findet man die schönsten Strände.

Die Vegetation ist aufgrund der Höhenlage und des Mikroklimas sehr unterschiedlich. Im Norden ab 500 Höhenmetern sind Lorbeerwälder mit immergrünen Farnen beheimatet. Ab 1.000 Metern bestehen die Wälder aus Gagelstrauch und Baumheide. Nahe der Küste gibt es vorwiegend auf die salzhaltige Brise angewiesene Pflanzen. Hierunter fallen zum Beispiel der Strandflieder, Agaven und Feigenkakteen.

Zur Wasserversorgung werden der Regen und das per Kondensation entstehende Wasser an den Berghängen in Reservoirs aufgefangen und an die Bewohner verteilt. Angebaut werden vor allem Kartoffeln, Tomaten und Wein.

Strände 

Playa del Inglés

Im Valle Gran Rey liegt dieser schöne Strand nördlich des nahe gelegenen Ortes La Playa. Der Strand mit den kleinen schwarzen Sanddünen und der Steilwand von La Merica gehört zu den beliebtesten Stränden von La Gomera.

Charco del Conde

Die kleine Strandbucht Charco del Conde liegt an der Strandpromenade in La Puntilla und wird oft von Familien mit Kindern besucht, weshalb der Strand auch als Babybeach bekannt ist. Die kleine Lagune ist gut geschützt und bietet Kindern neben guten Bademöglichkeiten viel, was es zu entdecken gibt.

Playa de Vueltas

An der Strandpromenade von Vueltas liegt der Playa de Vueltas. Er ist aufgrund der Hafenmauern, die ihn umgeben gut vor der Brandung geschützt. Die im Wasser liegenden Boote stören den Badebetrieb nicht. Ganz im Gegenteil: Die Segelschiffe und Yachten vor den Steilwänden lassen eine wunderschöne Kulisse entstehen. 

Playa Santiago

Playa Santiago heißt sowohl der im Süden der Insel liegende Ort als auch ihr Hauptstrand. Er beginnt an der Hafenbucht geht weiter über die Uferpromenade und endet beim Club Laurel des Hotel Jardín Tecina. Die Hafenmole schützt den 500 m langen Teil des Strandes im Hafen vor der Brandung. Badegäste können im westlichen Bereich des Playa de Santiago sicher ins Meer gehen. Die Bucht wurde auch teilweise mit hellem Sand aufgeschüttet und mit Duschen ausgestattet.

Playa de Tapahuga

Östlich von Playa Santiago gelegen befindet sich der 250 m lange FKK-Strand Playa de Tapahuga. Glatte Steine und Kies führen hinab ins Meer. 

Playa del Medio

Zu Fuß erreichen Sie diesen Strand nach etwa einer Stunde von Playa Santiago aus in richtung Osten. Hier finden Sie viel Ruhe zum Entspannen, fernab vom touristischen Trubel. Auf 250 m schmiegt sich die Bucht an die Küste von La Gomera. Dieser abgelegene Strand mit mäßiger Brandung ist besonders bei FKK-Freunden beliebt. 

Playa de Chinguarime

In Richtung San Sebastián liegt der 150 m lange Strand, an dem auch FKK betrieben wird. Über glatt geschliffene Steine kommen Sie hier ins Meer. Um den Playa de Chinguarime zu erreichen, gehen Sie zu Fuß über einen Pfad, der durch die unberührte Region östlich von Playa Santiago führt. 

Playa de San Sebastián

Ohne hohen Wellengang und durch die Hafenmole geschützt können Sie hier unbeschwert baden. Auch das Sonnen auf dem schwarzen Lavasand ist eine Wohltat. Für die ganze Familie bietet der Strand Badespaß, denn auch ein Kinderspielplatz ist vorhanden. 

Playa de la Cueva

Der Strand hinter den Felsen am Hafen von San Sebastián ist besonders gut gepflegt. Wellenbrecher schützen Badende vor starker Brandung an dem 250 m langen Strand. Hier liegt auch ein schönes Restaurant, in dem Sie draußen sitzen und einen wundervollen Blick auf das Meer und die Felsenküste genießen können. 

Playa de la Guancha

Dieser einsame Strand liegt hoch über dem Meer,  südwestlich von San Sebastián.. Eine circa eineinhalbstündige Wanderung führt entlang eines Bergpfads zur Playa de La Guancha. Dort haben Sie einen hervorragenden Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa und die Atmosphäre ist einmalig. 

Playa de la Caleta

Nördlich von Hermigua liegt der schönste Sandstrand im Norden von La Gomera. Der Playa de La Caleta ist ganzjährig geöffnet und leicht zu erreichen. Sie gelangen zu ihm, wenn Sie von Agulo in richtung Hermigua fahren. Ein Wegweiser leitet Sie dann nach links. 

Strand Alojera

Gut geschützt durch Mole und Felsen lädt der westliche Strand bei Alojera zum Baden ein. Dort können Sie wunderschöne Sonnenuntergänge erleben, während Sie beispielsweise in einem der kleinen Restaurants in der Bucht kanarische Spezialitäten genießen.

Strand Vallehermoso

Eine schöne Felskulisse umgibt den hübschen Strand bei Vallehermoso, der mit Schwimmbecken, Umkleidekabinen und Duschen sowie einer Snackbar ausgestattet ist. Hier ist der Atlantik etwas rauer und an manchen Tagen trauen sich nur geübte Schwimmer ins Meer.

Das angelegte Schwimmbecken befindet sich im Parque Maritimo, der hinter der zerklüfteten Küstenlinie liegt. Die Badegäste genießen von dort aus einen bezaubernden Blick auf das weite Meer.


Feste 

Auf La Gomera werden die verschiedensten Ereignisse ausgiebig gefeiert. Da die meisten Feste religiöser Natur sind, gehört fast immer eine Prozession dazu, mit darauffolgendem Tanz und Musik. Neben traditionellen Bräuchen und Folklore bieten die Organisatoren Sportwettkämpfe, Konzerte, Märkte und vieles mehr.

Kolumbus-Fest

La Gomera trägt auch den Titel „Kolumbus-Insel“, seitdem Kolumbus auf seinem Weg ins Unbekannte die Bucht von San Sebastián anlief. Jedes Jahr im September wird in einem Volksfest an dieses Ereignis erinnert.

Heilige Jungfrau Guadalupe

Die meisten Ortschaften haben ihre eigenen Feste. Ein paar von ihnen stammen noch aus der Zeit vor der Eroberung der Insel durch die Soldaten aus Kastilien. Ihren Höhepunkt finden alle diese Traditionen in den fünfjährigen Volksfesten zu Ehren der Schutzpatronin der Insel, der Jungfrau von Gaudalupe. Bei diesem wichtigsten Fest von La Gomera wird alle fünf Jahre im Oktober eine Wallfahrt über das Meer veranstaltet, bei der die Statue der Jungfrau von der Wallfahrtskirche, Puntalla, in einem Boot nach San Sebastián gebracht wird. Dort werden einen Monat lang alle möglichen festlichen Veranstaltungen zu Ehren der Jungfrau organisiert.

Heilige Jungfrau Carmen

Ebenfalls aller fünf Jahre, im Juli, wird der Schutzheiligen der Fischer, Nuestra Señora del Carmen, gedacht. Auf La Gomera finden die größten Feiern in Valle Gran Rey, Playa Santiago, San Sebastián und vor allem in Vallehermoso statt. Die Statue der Madonna wird dazu nach dem Kirchgang in Prozessionen und anschließender gemeinsamer Schiffsausfahrt geehrt. Die Verehrung dieser Schutzpatronin wird schon 300 Jahre lang traditionell gefeiert. 

Los Reyes Magos (Heilige Drei Könige)

Wie in ganz Spanien wird auch auf La Gomera die weihnachtliche Bescherung am 6. Januar vollzogen. Am Vorabend des nationalen Feiertags werfen Männer, die als Heilige Drei Könige verkleidet sind, den Kindern Bonbons zu, vor allem auf den Straßen des Valle Gran Rey

Sommersonnenwende

Im Juni wird die Sommersonnenwende zu Ehren des San Juan gefeiert. Man entfacht Feuer am Strand, um den Göttern für die Ernte zu danken und das Böse zu vertreiben. Schon die Ureinwohner pflegten diese Tradition. Das Fest ist eine Kombination aus christlicher und heidnischer Tradition. Zuerst gedenkt man in Prozessionen dem Heiligen San Juan, später am Abend entzündet man den Scheiterhaufen.

Karneval

Der Karneval auf La Gomera wird zu heißen Samba- und Salsarhythmen gefeiert. Dieses Treiben dauert mehrere Wochen an. Das Ende findet mit der Beerdigung der Sardine statt. Eine grosse Puppe in Sardinenform wird verbrannt. Damit endet offiziell der Karnaval. Dies hindert die Kanaren allerdings nicht daran, am folgenden Wochenende weiter zu feiern.

Heilige Jungfrau de los Reyes

Im Valle Gran Rey findet alle fünf Jahre im Dezember oder Januar zu Ehren der Schutzheiligen Virgen de los Reyes ein mehrwöchiges Fest statt. Dazu gehören feierliche Prozessionen mit der Madonnenfigur und zahlreiche andere Aktivitäten. So werden zum Beispiel Musiker und Tanzgruppen engagiert, die die Prozessionen durch die verschiedenen Ortsteile des Valle Gran Rey begleiten.