Vega de San Mateo

Übersicht 

Der Berg ruft. Allerdings wird sich das Echo „Grüß Gott“, wie es in bayrischen Regionen so üblich ist, wahrscheinlich in ein „Saluda Dios“ umwandeln, denn die Erhebungen sind nicht etwa die Alpen, sondern der Pico de las Nieves auf Gran Canaria. Der größte Berg der Insel befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Vega de San Mateo. Allerdings erinnert die Gegend eher an das bayrische Voralpenland als an eine Sonneninsel.

Die idealen klimatischen Bedingungen sorgen für eine üppige Vegetation. Deshalb kann „der Garten Eden“ Vega de San Mateo auf eine lange Tradition in der Land- und Viehwirtschaft zurückblicken.

Geschichte

Für die Geschichte der Gemeinde San Mateo machen wir eine Zeitreise knapp 200 Jahren zurück. Zur Zeit der Ureinwohner gab es hier noch ausgedehnte Wälder und die geographischen Gegebenheiten waren für die Viehzucht äußerst günstig. Zahlreiche Ansiedlungen waren die Folge.

Nach der Eroberung der Insel Gran Canaria wurden die Teile des kostbaren Landes unter den Eroberern verteilt. Das heutige Gemeindegebiet von San Mateo, dessen ursprünglicher Name Tinamar war, gehörte zu einer Gegend, die als La Vega (übersetzt „die Au“) bekannt war und zu dem die Gemeindegebiete von San Mateo und Santa Brígida gehörten. Dieser Grund teilte sich in drei Gebiete auf: La Vega de Arriba („der obere Teil der Au“), was das heutige San Mateo (Tinamar) darstellt, La Vega de En Medio („die mittlere Au“), die im Gebiet des heutigen Madroñal liegt und die Vega de Abajo(„die untere Au“), die dem heutigen Gemeindegebiet von Santa Brígida entspricht.

Im 18. Jahrhundert erhöhte sich die Einwohnerzahl des Örtchens La Vega Alta. Die Straßen und Wege waren in einem schlechten Zustand und die Entfernung zur Kirche von La Vega war sehr groß. Somit beschlossen die Einwohner den Bau einer eigenen Kirche zu beantragen. Im Jahre 1800 wurde die daraufhin erbaute Kapelle "San Mateo" im oberen Bezirk von La Vega dann zur Pfarrkirche. Das war der erste Schritt, um den Status einer Gemeinde zu erhalten.

Die Unabhängigkeit im kirchlichen Bereich war also schon von den Bewohnern von San Mateo erkämpft worden. Später leiteten sie die notwendigen Verfahren ein, um auch die vollkommene Unabhängigkeit von der Nachbargemeinde Santa Brígida zu erreichen, welche zu Beginn des 19. Jahrhunderts durchgesetzt wurde. Die größten Wirtschaftsfaktoren bestanden weiterhin aus Landwirtschaft, Viehzucht und aus den Wasserquellen.

Dieser Zustand änderte sich nicht bis in das 20. Jahrhundert hinein, allerdings schlagartig mit dem Aufschwung des Dienstleistungssektors: Die damit verbundene Abwanderung der Bewohner vom Land in die Stadt und das Investieren in andere Bereiche führten den Landwirtschaftssektor in eine Krise, die für lange Zeit anhielt.

Wirtschaft

Aufgrund der günstigen geographischen und klimatischen Bedingungen und dem fruchtbaren Boden kann Vega de San Mateo auf eine lange Tradition in der Land- und Viehwirtschaft zurückblicken. Günstig hierfür waren auch die vielen kleinen Täler und Schluchten mit ihren Wasserläufen, die eine ausreichende Bewässerung der Felder garantierten. Die landwirtschaftlichen Betriebe waren klein und somit für die Bauern äußerst arbeitsaufwendig. Bekannt war und ist auch heute noch die große Anzahl der Ziegenherden. So zeichnet sich der Ort auch heute noch durch die Produktion eines hervorragenden Ziegenkäses aus. Aber auch andere Käsesorten findet man in Vega de San Mateo, zum Beispiel bei einem Marktbummel im Ort.

Die landwirtschaftlichen Aktivitäten in der Gemeinde sind lange nicht mehr so wichtig wie früher. Heutzutage sind die meisten Arbeitsplätze im Dienstleistungs- und Bausektor angesiedelt. Ein weiter, wichtiger Wirtschaftsfaktor heutzutage ist das Betreiben des traditionellen Wochenendmarktes.

Kultur und Einwohner

Ungefähr 7600 Einwohner besiedeln den ländlichen Ort. Der Tourismus hingegen ist weniger verbreitet in der idyllischen Gemeinde: Schlechte Verkehrsanbindungen wirken abschreckend für Besucher, Wanderfreunde kommen bei dieser Ruhe und der herrlichen Landschaft hingegen ins Schwärmen. Nicht nur auf den Wanderwegen, sondern auch in ruhigen Fußgängerzonen beim Stadtbummel.

Die Qualität der Unterkünfte hat sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt und so heißen einige neugebaute Hotels sowie Landhäuser Besucher herzlich willkommen. Der „Massentourismus“ bleibt jedoch vor verschlossenen Türen.

Lage und Vegetation

San Mateo liegt südwestlich von Gran Canarias Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria , rund 850 Meter über dem Meeresspiegel. Auf einer Fläche von 37,85 km² finden mehr als 7.600 Einwohner Platz. Gegenden mit grünen Wiesen, Blumen, Nadelwäldern und Laubbäumen wechseln sich ab mit kargen Berglandschaften und gewaltigen Felsen. Die Gemeinde ist sich ihres Naturschatzes schon recht früh bewusst geworden: Heute gehören rund 47 % des Gemeindegebietes zur Naturschutzzone der "Las Cumbres".

In der Bergregion befinden sich die Ursprünge der Schluchten Guiniguada, La Higuera und La Mina, welche die Gemeinde durchqueren und teilweise ganzjährig Wasser führen. Zusammen mit dem sehr fruchtbaren Boden sind sie für die üppige Vegetation verantwortlich.

Die höchste Erhebung der Insel ist mit 1949m Höhe der Pico de las Nieves, der sich auf dem Gebiet der Gemeinde von Vega de San Mateo befindet. Die abwechslungsreiche Umgebung der Gipfelregion Cumbre gehört für Touristen eigentlich zum Pflichtprogramm.


Sehenswürdigkeiten 

Eine Fahrt zum Pico de las Nieves, dem höchsten Berg von Gran Canaria gehört zu jeder Ausflugsplanung dazu. Vom Aussichtspunkt hat man eine grandiose Aussicht auf das gesamte Inselinnere. Bei klarem Wetter kann man außerdem in weiter Ferne die höchste Erhebung der Kanaren bewundern: Den Mount Teide der Nachbarinsel Teneriffa.

Die Umgebung von San Mateo ist ebenfalls einen Ausflug wert. Empfehlenswert ist der Roque Bicacaral im Gemeindeteil La Bodeguilla. Von diesem Aussichtspunkt, der auf halbem Weg nach Santa Brígida liegt, hat man einen herrlichen Ausblick auf die umgebende Landschaft.

Weitere Informationen können bei der Touristen-Information eingeholt werden:

Queipo de Llano s/n
35320 Vega de San Mateo

Iglesia Parroquial de la Vega de San Mateo

Die historische Kirche besteht aus zwei so genannten Schiffen (das linke stammt aus dem Jahre 1800, das rechte aus dem Jahre 1895). Im oberen, zentralen Teil gibt es einen Glockenturm, der von Luján Pérez entworfen wurde. Die Glocke wurde vier Jahre nach dem Bau der Kirche aufgehängt und stammt von Bewohnern des Ortes, die nach Kuba ausgewandert waren und die Glocke als Geschenk schickten. Im Inneren der Kirche befindet sich eine Statue des Heiligen Matthäus. Die Iglesia Parroquial de la Vega de San Mateo liegt direkt an der Hauptstraße von Vega de San Mateo.

Alameda de Santa Ana

Die Alameda de Santa Ana ist eine Allee bei der Kirche Iglesia Parroquial de la Vega de San Mateo, die 1943 angelegt wurde. Die Gemeinde kaufte hierfür Grundstücke in dem Bereich, in dem früher eine Bäckerei stand. Der Ofen der ehemaligen Bäckerei befand sich dort, wo heute der Musikpavillon steht. Zusammen mit dem Rathaus und der Kirche bildet dieser Platz eine architektonische Einheit, die im typischen neokanarischen Stil erscheint. Des Öfteren finden hier Folklore- und Musikveranstaltungen statt. Ebenso schwingen regionale Tanzgruppen hier das Tanzbein.


Museen 

La Cantonera

In Vega de San Mateo befindet sich das historische Museum "La Cantonera", welches in einem alten, restaurierten Haus reicher Bauern untergebracht ist. Es gilt als eines der wichtigsten ethnographischen Museen der kanarischen Inseln. Unter den über 12.000 Exponaten befinden sich Möbelstücke, Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenstände, sowie Geräte für die Landwirtschaft und Handwerk.

Adresse:
Vega de San Mateo
35320 Vega de San Mateo


Aktivitäten 

Wandern


Ebenfalls interessant ist eine Wanderung durch den Barranco de La Mina zwischen Las Lagunetas und La Yedra. Auf der Talsohle gibt es einen kleinen Wasserlauf, der während des ganzen Jahres Wasser führt. In diesem Tal findet man noch Reste der alten Laurisilva-Vegetation und alte Windräder, die früher für die Wasserförderung verantwortlich waren.

Vom Aussichtspunkt des Berges Montaña Cabreja kann man einen beeindruckenden Blick auf die Senke des Barranco de Guiniguada, auf einen großen Teil des Gemeindegebietes, auf die mittleren Höhenlagen von Gran Canaria und sogar auf die Stadt Las Palmas de Gran Canaria erspähen.
Hoya del Gamonal, Roque del Saucillo und Cruz del Saucillo gehören zum Naturschutzgebiet der Gipfel und sind für Naturfreunde vor allem wegen des großen Reichtums an endemischen Arten interessant.

Das Wandern ist des Müllers Lust. Doch auch der größte Wander bekommt einmal Hunger. Und was gibt es schöneres, als eine Wanderung durch idyllische Landschaften mit einem saftigen Holzfäller-Steak zu krönen? Zahlreiche öffentliche Grillplätze mitten in den Kastanienwäldern bieten ausreichend Gelegenheit, den kleinen und großen Hunger zu befriedigen und die Seele baumeln zu lassen.

Städtisches Schwimmbad

Im städtischen Schwimmbad können Groß und Klein einen großen Badespaß erleben. Es werden zudem Schwimmkurse jeglicher Art angeboten und auch die Saunafreunde kommen hier ins Schwitzen.

Öffnungszeiten:
September - Juni: Montag bis Freitag von 7:00 Uhr bis 14:00 Uhr und von 16:00 Uhr bis 21:30 Uhr
Juli und August: Montag bis Freitag von 7:00 Uhr bis 21:30 Uhr.
Am Wochenende von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Preise:
Kinder: 4,50 Euro / Erwachsene: 6,00 Euro / Rentner: 3,60 Euro

Adresse:
Städtischer Dienst des Sports in San Mateo
Calle del Agua s/n Zona deportiva Calle del Agua s / n Sports Area
35320 Vega de San Mateo Vega de San Mateo 35 320


Restaurant 

Die zahlreichen Restaurants bieten typische Gerichte wie beipspielsweise gebratenes Schweinefleisch, Rippchen oder gegrillte Paprikawurst an. Je nach Geschmack kann man zwischen traditionellen oder moderneren Gerichten wählen. Die Zutaten sind immer frisch aus den heimischen Gemüsegärten. Besonders zu empfehlen sind auch die Gemüseeintöpfe, Gofio (geröstetes Getreide) mit Brühe und der typische Ziegenkäse aus San Mateo.

In fast allen Restaurants werden auch typisch kanarische Süßspeisen serviert. Süßes Mandelmus oder zerriebene Banane (Frangollo) sind Beispiele für süße Köstlichkeiten.

Dazu sollte der edle Tropfen nicht fehlen – am besten gleich ein Wein aus der Umgebung. Im Jahre 2006 wurde Vega de San Mateo größter Produzent von Trauben der Insel Gran Canaria. 87007 kg – daraus lässt sich das ein oder andere Fässchen Wein füllen.


Einkaufen

Der jedes Wochenende stattfindende Landwirtschafts- und Kunsthandwerksmarkt ist auf der ganzen Insel bekannt. Für den Ort Vega de San Mateo ist er heute von immenser wirtschaftlicher Bedeutung. Regionale Früchte, frisches Gemüse, der traditionell hergestellte Käse, einheimische Kräuter und Weine sowie viele kulinarische Köstlichkeiten wechseln hier den Besitzer. Kunst- und Krempelliebhaber können ebenso Binsenkörbe, kanarische Messer, Lederarbeiten oder Holzschnitzereien erstehen. Dieser Markt ist mit seinem ruhigen, familiären Flair nicht mit den üblichen Touristenmärkten zu vergleichen.