Valsequillo

Übersicht 

Das Tal von Valsequillo liegt südwestlich der Inselhauptstadt Las Palmas. Zu Füßen des Zentralmassivs leben hier etwa 9.500 Einwohner auf einer Fläche von 39 km². Der Ort befindet sich in der natürlichen Senke des erloschenen Vulkankraters Caldera de Tenteniguada. Durch diese einzigartige Lage wird in der Region auch das Klima bestimmt. Valsequillo präsentiert sich in zahlreichen Facetten, sodass Besucher nicht nur Berge und Höhlen, sondern auch Schluchten, Hänge und Wälder und vor allem eine der besten Aussichten Gran Canarias genießen können.

Lage und Vegetation

Das Klima in Valsequillo ist durch die Lage in der Senke des erloschenen Vulkankraters bestimmt. Das Wasser der umliegenden Berge fließt hier herab und wird durch die Senke aufgefangen. Dadurch dominiert eine üppige grüne Vegetation und sogar Reste des ursprünglichen, inselweit ausgedehnten, Lorbeerwaldes Monteverde konnten hier erhalten bleiben. In den regenreichen Wintermonaten gibt es hier eine unglaubliche Blütenpracht zu bestaunen und an den Hängen steht der Klee kniehoch. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es Valsequillo im Frühjahr zu besuchen, denn zu dieser Zeit blühen im Tal über 2000 Mandelbäume in voller Pracht.

Zu erreichen ist Valsequillo mit dem GLOBAL- Bus 43, welcher mehrmals täglich hier anfährt. Mit dem eigenen Auto kommt man über die GC-41 direkt in den Ort.

Geschichte und Gründung

Zur Zeit der Altkanaren galt Valsequillo als heiliger Ort. Die natürlichen Gegebenheiten waren eine perfekte Kulisse für spirituelle Rituale. Noch heute lassen sich auf einigen Wanderwegen die unberührten Höhlen der Ureinwohner finden. Nach der spanischen Eroberung, etwa 1530 wurde in Valsequillo die Kavallerie-Kaserne Cuarte del Colmenar gebaut. Erst am 12. März 1802 wurde Valsequillo, das bislang zu Telde gehörte, eine unabhängige Gemeinde. Bis zu dem enormer Anstieg in den 50er Jahren, war die Einwohnerzahl Valsequillos immer sehr niedrig gewesen. Damals wuchs die Population fast um das Doppelte auf 6.000 Einwohner. Dieser Aufschwung war allerdings nicht beständig, denn der Inseltourismus lockte viele Einwohner aus dem Inneren an die Küsten Gran Canarias. Als man 1990 begann die Landwirtschaft in Valsequillo zu modernisieren, gab es für viele Bewohner neue Perspektiven und die Bevölkerung erlebte einen erneuten Anstieg, sodass heute etwa 9.500 Menschen in dieser Region Gran Canarias leben.

Wirtschaft

Valsequillo kämpft seit Anbeginn um eine steigende Bevölkerungszahl. Als das Tourismusgeschäft viele Einwohner an die Küsten Gran Canarias lockte musste sich die Gemeinde etwas neues einfallen lassen, um die Existenz Valseqillos nicht zu gefährden. So wurde um 1990 die Landwirtschaft modernisiert und der Fokus lag von nun an auf der Produktion von Honig und Käse. Dieses neue System ist so erfolgreich, dass es einen großen Überschuss an Ware gibt und die Produkte inselweit verkauft werden können. Allgemein lebt das Tal von der Landwirtschaft und so ist es auch nicht ungewöhnlich auf dem Boden des erloschenen Vulkankraters eine grasende Vieherde vorzufinden. Ein Grund dafür ist auch der unglaublich nährstoffreiche Boden.


Sehenswürdigkeiten 

San Miguel Weg

Valsequillo bietet einige wunderschöne Wanderwege entlang von Hängen und Senken. Einer davon ist der Weg des San Miguel. Wer diesen Weg entlang spaziert, kommt in den Genuss grandioser Aussichten auf die vielfältige Natur mit ihren wilden Blumen, Bergen und Höhlen. Die Spuren der Zeit zeigen sich in den langsam abgetragenen Felsen und man kann sich ganz der unberührten Natur hingeben.

Iglesia de San Miguel

Wo sich ehemals eine kleine Kapelle auf dem Dorffriedhof von Valsequille erhob, wurde zwischen 1903 und 1918 die Kirche des San Miguel gebaut. Der Bau zog sich über knapp 20 Jahre, da immer wieder das Geld und die Arbeiter fehlten, um das Gebäude fertigzustellen. 1923 wurde die Kirche am Plaza San Miguel im Ortskern Valsequillos eröffnet und die Bewohner konnten das erste heilige Artefakt, die Statue San Miguel el Chico besuchen. Im Gegensatz zur relativ jungen Kirche steht ihre Inneneinrichtung, welche größtenteils noch aus dem 15. Jahrhundert stammt. So gibt es hier ein wunderschönes gebranntes Taufbecken aus grüner sevillanischer Keramik mit modellierten Adlern. Auch vom berühmtesten Bildhauer der Inseln, José Luján Pérez,  findet sich in dieser Kirche ein Kunstwerk, eine Statue des Erzengels Gabriel aus dem Jahr 1804.

Cuartel de Colmenar

Die Kavallerie-Kaserne Cuartel de Colmenar wurde 1530 in Valsequillo errichtet und umfasst einen ganzen Komplex mit anliegenden Wohnungen, Pferdeställen und Marschplätzen. Heute steht diese Anlage unter historischem Denkmalschutz und steht für Besucher offen.

 
Einkaufen 

Im historischen Stadtkern von Valsequillo gibt es die meisten Geschäfte. Man kann jedoch auch direkt in den Werkstätten der ansässigen Handwerker die verschiedensten Produkte erwerben. Das Tal ist bekannt für seine Korbwaren aus Rohr und Stroh aber auch für seine Keramik- und Töpferware. Des Weiteren gibt es hier die typisch kanarischen Spitzen-, Häkel- und Schnitzarbeiten. Auch selbstgefertigtes Spielzeug und traditionelle Puppen werden in Valsequillo verkauft.

Abgesehen davon findet auch sonntags ein Markt statt, auf dem der auf Gran Canaria bekannte Käse und Honig verkauft werden.