Übersicht von Maspalomas

Übersicht

Maspalomas ist einer der bekanntesten Ferienorte in ganz Europa. Über 300 Tage Sonne im Jahr, lange weiße Sandstrände sowie eine ausgedehnte Dünenlandschaft ziehen jährlich tausende Touristen an die Südspitze Gran Canarias. An der Costa Canaria führt eine 13 Kilometer lange Promenade entlang, die bei Spaziergängern und Joggern gleichermaßen beliebt ist. Im Zentrum befinden sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Geschichte und Gründung

Maspalomas ist das älteste Feriengebiet an der Südküste von Gran Canaria. Im 15. Jahrhundert ist der Name Maspalomas das erste Mal in einem größeren Zusammenhang bekannt geworden. Der Küstenabschnitt der Calmas de Maspalomas erstreckte sich damals vom Castillo Romeral bis zur Punton in Santa Agueda – ohne die Bucht der Dünen (Arguineguin) einzuschließen. Im Laufe der Jahre trat der Name Maspalomas immer wieder in verschiedenen Aufzeichnungen und Karten auf. So wurden die Südspitze, der Strand und das Volk als Maspalomas bezeichnet.Arguineguin beziehungsweise das ehemalige Dorf Juan Grande wurde das „Tor zur Wüste“ genannt, da sich hier eine ausgedehnte Dünenlandschaft gebildet hatte, die im Meer mündet. Dahinter befand sich eine ausgetrocknete und felsige Landschaft, in der lediglich Kakteen und Wolfsmilchpflanzen wuchsen.Die Ureinwohner von Maspalomas lebten an der Küste der Punta de Mujeres, in Meloneras oder in bergigen Regionen. Sie ernährten sich von Tieren, Getreide, Fisch oder Meeresfrüchten und verwerteten alles, was die Natur hergab.Mit der Eroberung Gran Canarias im Jahr 1478 wurden Land und Wasser an die katholischen Könige in Spanien verteilt. Die Strände in Maspalomas wurden fortan als Häfen benutzt, an denen zum Beispiel Holz oder Fisch auf Boote geladen wurden, um sie zu anderen Inselhäfen zu bringen. Es gab auch Schiffe, die von hier aus zu einem längeren Seeweg nach Indien aufbrachen. Zudem wurde der Küstenabschnitt oft von Piratenschiffen heimgesucht und seiner Bodenschätze beraubt. Die Veränderungen an der Küste hatten zur Folge, dass die Einwohner in die bergigen Regionen der Inselmitte flohen.Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurde Maspalomas wieder neu besiedelt. Die Bevölkerung suchte nach neuen Weiden für das Vieh sowie nach Ländern für den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten. Allerdings benötigten sie dafür die Zustimmung des spanischen Königs, sonst wurden ihre Parzellen als illegal deklariert.Das Bauernhaus der Familie Condé ging in die Geschichte Maspalomas‘ ein. Dem Conde de la Vega gehörten Ende des 19. Jahrhunderts fast 33 Prozent der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana, zu der auch Maspalomas gehört. Im 20. Jahrhundert stieg sein Anteil auf 37 Prozent.Da der Conde de la Vega durch seine vielen Besitztümer die Entwicklung Maspalomas beeinflussen konnte, überlegte er sich, wie er seine Einnahmen vergrößern könnte. Seine Idee war die Costa Canaria, deren Zentrum der Ort Maspalomas bilden sollte. Im Jahr 1961 wurde ein Wettbewerb für das Projekt der Costa Canaria ausgeschrieben. Es gewann eine französische Firma, deren Vorhaben als das umweltfreundlichste eingestuft wurde. Das Bauprojekt bedeutete den Beginn des Touristenbooms im Süden von Gran Canaria und das Ende der traditionellen Agrarregion.

Wirtschaft

Der Stadtteil Maspalomas erwirtschaftet fast alle seine Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft. Es gibt ein großes Angebot an Hotels und Appartementanlagen, Restaurants und Bars sowie Einkaufsläden und Anbietern von Freizeitaktivitäten. Ihre Hauptkunden sind deutsche, englische oder niederländische Urlauber.

Kultur und Einwohner

In der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana wohnen zur Zeit etwa 49.601 Menschen. Die meisten Einwohner leben im Westen oder Norden des Stadtteils Maspalomas. Viele von ihnen arbeiten im Hotel oder in anderen Tourismusbereichen. Im westlichen Teil El Hornillo leben zum Beispiel wohlhabende Hotelmanager, im nördlichen El Tablero Angestellte mit mittlerem Einkommen. Das restliche Maspalomas besteht aus Hotelanlagen und der dazugehörigen Infrastruktur.

Lage und Vegetation

Maspalomas liegt an der Südspitze von Gran Canaria und direkt an der Atlantikküste. Im Westen schließt der Ort direkt an die Playa del Inglés an, die Dünen im Südosten trennen ihn vom Meer. Maspalomas wird in verschiedene Gebiete unterteilt:- El Oasis bezeichnet den südlichsten Teil um den Leuchtturm (El Faro) herum. Hier entstanden die ersten Ferienanlagen in den 60er Jahren.- Meloneras liegt im Südwesten. Große, moderne Hotels der gehobenen Kategorie, ein Einkaufszentrum, ein Golfplatz und eine Kongresshalle entstanden hier in den 90er Jahren.- Der Campo International besteht aus Bungalow- und Appartementanlagen mit Pool und einem großen Golfplatz. Das Gebiet erstreckt sich über die Mitte und den Osten von Maspalomas und wurde zwischen 1980 und 1995 erbaut.- Im Nordwesten liegt das Sonnenland aus den 80er Jahren, in dem man kleine Hotels und private Wohnungen findet. Die großen Hotels entstanden Ende der 90er Jahre.- El Hornillo liegt im Westen und ist der Wohnort der wohlhabenden Einwohner.- El Tablero im Norden grenzt an die Autobahn. Es ist der Wohnort vieler Einheimischer und Hotelangestellter.Maspalomas ist über die Autobahn GC-1 und mit dem Bus gut zu erreichen. Es fahren beispielsweise verschiedene Buslinien vom Flughafen oder von der Hauptstadt Las Palmas ab, die in Maspalomas halten.Die Dünen an der Südspitze sind ein Paradies für Naturfreunde. Der sechs Kilometer lange Dünengürtel ist auf natürliche Weise entstanden und erinnert an die Sahara des benachbarten Afrikas. Im Westen gibt es einen Salzwassertümpel (El Charco), in den der Barranco de Maspalomas mündet. Schilfrohr, Dornlattichsträuche und Dattelpalmen wachsen hier. Unweit entfernt gedeihen üppige Palmenhaine. Die Oase ist zudem der Lebensraum vieler Eidechsen, Frösche sowie Wasser- und Zugvögel.Als der Touristenboom in Maspalomas begann, wurde mitten im Dünengebiet eine Hotelanlage errichtet. Die Proteste vieler Naturschützer konnten aber bewirken, dass der Hotelier seinen Bau sprengen lassen musste. Seit 1987 ist das Dünengebiet geschützt.