Teror

Übersicht 

Die nördlich gelegene Gemeinde Teror ist nur wenige Kilometer von Las Palmas de Gran Canaria entfernt und wird liebevoll das grüne Herz der Insel genannt. Auf einer Höhe von 500 Metern über dem Meeresspiegel und einer Fläche von etwa 26 km² leben hier rund 12.200 Einwohner. Teror ist nicht nur Ziel vieler Natur- und Wanderfreunde, denn die Gemeinde ist auch die religiöse Hauptstadt Gran Canarias und somit auch ein Wallfahrtsort für tausende von Pilgerern.

Geschichte


Schon vor der spanischen Eroberung Gran Canarias war das Gebiet Teror besiedelt, wenn auch weniger dicht als die nördlicheren Städte. Der Name Teror soll sich von den altkanarischen Worten „Therore“ oder „ Terori“ ableiten, deren Bedeutung allerdings nicht mehr abgeleitet werden kann.

Die Besiedlung der Region stieg nach dem Jahre 1481 enorm. Grund dafür ist eine Legende nach der Schäfern die Jungfrau Maria an der Spitze einer Pinie zu sehen glaubten. Seitdem beeinflusst diese Schutzherrin des Dorfes „ Nuestra Señora del Pino“ das Leben der Bewohner. Doch der Einfluss dieser Legende reicht noch viel weiter. So erklärte Papst Pius XII die Maria zur Schutzherrin der gesamten Insel und Teror wird zur religiösen Hauptstadt Gran Canarias. Jährlich findet hier am 08. September ein Fest zu Ehren der Jungfrau statt und tausende Pilgerer und Besucher strömen in die Stadt.

Wirtschaft

Seit der Gründung Terors wurde vor allem Land- und Viehwirtschaft betrieben. Begonnen haben die Bewohner mit dem Zuckerrohranbau im 16. Jahrhundert. Hinzu kam der Weinbau. Im 18. Jahrhundert etablierte sich der Kartoffel- und Maisanbau, welcher sich als enorm erfolgreich herausstellte. Ein Jahrhundert später arbeiteten die Bewohner an der Zucht der Cochinilla Laus, welche ursprünglich aus Mexico und Südamerika stammt. Mit Hilfe dieser Laus konnte der rote Farbstoff Karmin gewonnen werden, welcher zu dieser Zeit hoch gehandelt wurde. Seit dem 20. Jahrhundert werden in dieser Region hauptsächlich Bananen und Tomaten angebaut.

Lage und Vegetation


Teror liegt etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel und nur wenige Kilometer von Las Palmas entfernt. Das Gebiet ist geprägt von der typisch kanarischen Mittelgebirgslandschaft, hat jedoch einen für die Insel ungewöhnlich hohen Niederschlagswert. Das ist auch der Grund für Terors Bezeichnung als „grünes Herz der Insel“. Durch den Wasserreichtum ist dieser Ort sehr grün und besitzt eine vielfältige Flora mit Palmen, Kiefern, Lorberbäumen, Feigen, Kakteen, Mandelbäumen und diversen Zitrusfrüchten. In Richtung Arucas befindet sich der „Finca Osorio“, ein privater Nationalpark rund um den „Pico de Osorio“, welcher etwa 970m hoch ist. Hier zeigt sich das ganze Jahr über die verschiedenste Landschaftskultur. Ein besonderes Highlight ergibt sich in den Monaten August bis Dezember, denn dann wachsen hier außergewöhnlich viele Pilze, wie Maronen, Steinpilze und Pfifferlinge. Diese dürfen gesammelt werden und bis zu einem Kilo darf es kostenlos aus dem Park mitgeführt werden.
Die Gemeinde Teror ist mit den Bussen gut zu erreichen. So fährt man mit der Linie 214 von San Mateo nach Teror und wieder zurück. Von Las Palmas fahren die Busse 216 und 229 in regelmäßigen Abständen zum „grünen Herz“. Zwischen Arucas und Teror fährt die Linie 235. Mit dem Auto gelangt man über die GC- 23 und GC-433 von Las Palmas direkt nach Teror. Vom Süden führen die GC- 110 und die GC- 814 in die Gemeinde.


Sehenswürdigkeiten 

Terors Zentrum steht seit einigen Jahren unter Denkmalschutz. Grund dafür ist die erhaltene Architektur aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Hier glänzen historische Häuser im Kolonialstil mit renovierten Fassaden und den typischen holzgeschnitzten Balkonen. Entlang dieser Häuser führt die „Calle General Franco“ welche zu flanieren einlädt. Den Namen trägt diese Straße, da auch General Franco oft hierher kam, um den Segen der Schutzherrin für sich zu erbitten.

Basílica de Nuestra Señora del Pino

Im Zentrum befindet sich ebenfalls die 1780 errichtete Basilika, welche als dritte Kirche zu Ehren der Jungfrau errichtet wurde. Sie steht eingerahmt von zwei Pinien genau an der Stelle, an welcher die heilige Maria erschienen sein soll. Von der vorhergehenden Kirche ist lediglich der achteckige Turm erhalten. Die Basilika besticht mit ihrem dreischiffrigen Innenraum, in dem sich ein barocker Altar befindet. Auf diesem Altar steht die Holzstatue der Jungfrau Maria, deren Gesichtsausdruck so zwiespältig wie das der Mona Lisa ist. Auf der einen Seite ist dieser traurig, auf der anderen scheint sie zu lächeln. So findet jeder Gläubige seinen Zuspruch im Gebet. Doch nicht nur die Statue zieht die Besucher in ihren Bann, auch viele erhaltene Gemälde und Heldenstatuen sind hier zu bestaunen. 

Plaza Dona Maria Teresa de Bolivar

In der Nähe der Basilika gibt es einen Platz zu Ehren der Ehefrau von Simón Bolivar. Die Frau des venezolanischen Feldherrn, welcher im Unabhängigkeitskampf in Südamerika zum Helden wurde, hat hier ihren familiären Ursprung.

Casa Museo de los Patrones de la Virgen

Ebenfalls in der Nähe der Basilika ist es möglich in das 17. Jahrhundert einzutauchen. Hier steht das „Casa Museo de los Patrones de la Virgen“ offen für Besucher. Das Haus ist im Stil de 17. Jahrhunderts eingerichtet und diente dem damaligen Patronatsherren, der Inselpatronin als Sommersitz. Hier gibt es Gemäldesammlungen, Waffen und antikes Mobiliar, der damaligen Bewohner zu bestaunen.

Öffnungszeiten: Mo-Do und Sa 11:00-18:30 Uhr, So 10:30-14:00 Uhr
Adresse: Plaza Nuestra Señora del Pino 8


Strände


Feste Einmal im Jahr, am 08. September findet hier das größte Volksfest der Insel statt , zu Ehren der „Nuestra Señora del Pino“. Tausende von Pilgerern finden sich schon am 07. September in Teror ein, um der heiligen Jungfrau Geschenke zu bringen, ihr zu huldigen und natürlich ihren Segen zu erbitten. Viele Besucher nehmen den Weg zu Fuß auf sich, doch eben soviele kommen mit Auto und Bus, so sorgt das anstehende Fest regelmäßig für enormes Verkehrschaos. Die Feierlichkeiten dauern etwa eine Woche an und werden mit Folkloretanz, traditionellen Gewändern, Musik und Feuerwerk begangen.


Einkaufen 

Es lohnt sich Teror an einem Sonntag zu besuchen, denn an diesem Tag findet hier einer der ältesten Märkte der Insel statt. Neben allerlei Handwerkskunst bekommt man hier die international bekannte „Chorizo“, einer würzigen Rohwurst aus Schwein. Auch sollten die Süßigkeiten probiert werden, die hier zu kaufen sind. Diese werden von den Nonnen des Zisterzienserklosters selbst hergestellt. Natürlich gibt es auch hier allerlei Souvenirstände, an denen die gängigen Mitbringsel erworben werden können.

Öffnungszeiten: Sonntags 08:00- 15:00 Uhr
Standort: Der Markt findet rund um die Kirche von Teror statt.