Santa María de Guía

Übersicht 

Santa María de Guía liegt im Norden der Insel. Hier leben etwa 14.000 Einwohner auf einer Fläche von 45 km². Der Ort, der zu früheren Zeiten den wohlhabenderen Familien als Siedlung diente besticht mit seinen kanarischen Villen, an denen noch heute die alte Familienwappen zu sehen sind. Diesem Charme verfielen so einige berühmte Besucher wie zum Beispiel der französische Komponist Camille Saint-Saëns, der viele Winter hier verbrachte.

Geschichte/ Gründung

Die Stadt Santa María de Guía war bis 1526 ein Ortsteil von Gáldar, in dem die wohlhabende Bevölkerung der Insel lebte. 1756 wurde hier der bedeutendste kanarische Bildhauer José Luján Pérez geboren. Eine weitere äußerst bedeutende Persönlichkeit ist ebenfalls ein Kind dieser Stadt. Nestor Alamo Hernandez wurde hier 1906 geboren. Der Schriftsteller und Komponist schuf die Hymne der Insel „Sombra del Nublo“.

Wirtschaft

Wie fast überall auf der Insel finden sich hier viele Obst- und Gemüseplantagen und auch die Viehzucht ist hier ein wichtiges Standbein für die Bewohner. Doch der bedeutendste wirtschaftliche Zweig ist die Milchwirtschaft. Dabei hat sich eine mittlerweile weitbekannte Spezialität herausgebildet, der „Queso de flor“. Es ist ein Käse aus Kuh- oder Schafsmilch, der seinen herben Geschmack dadurch gewinnt, dass zur Gerinnung Diestelblüten eingesetzt werden. Gelagert wird dieser Käse auf traditionelle Weise auf Schilfgestellen, welche zu diesem Zweck in Höhlen aufgebaut werden. Ein weiterer herausragender Bereich ist das hier ansässige Kunsthandwerk. Nur hier findet man die „Cuchillos Canarios“, kanarische Messer. Sie besitzen eine besonders dünne Klinge. Doch das eigentliche Merkmal dieser Messer sind die Handverarbeiteten und kunstvoll verzierten Griffe.

Lage und Vegetation

Santa María de Guía liegt im Norden der Insel, westlich von der Hauptstadt Las Palmas. Während man im Hinterland eine natürliche, ursprüngliche grüne Landschaft vorfindet werden die Küstenränder von zerklüfteten rauen Steilküsten dominiert. Diese durch vulkanische Erruptionen und Lavaströme entstandene Landschaft bietet einen unglaublichen Anblick. Santa María de Guía liegt direkt am Vulkankrater „Pico de Gáldar“ und ist lediglich durch eine Straße vom Gebiet Gáldar getrennt. In dieser Region befinden sich außerordentlich viele Naturschutzgebiete wie beispielsweise das Reservat „Brezal“, in welchem man zwischen Lorbeerbäumen, kanarischen Stechpalmen und Granadillos wandeln kann, und der Landschaftspark „Doramas“.

Von Las Palmas aus lässt sich die Stadt mit dem Auto in knapp 30 Minuten über die GC-2 erreichen. GLOBAL- Busse fahren mehrmals täglich durch Santa María de Guía hindurch wie zum Beispiel die Linie 105 von Las Palmas nach Gáldar, die 107 von Gáldar nach Montana Alta oder die 150 von Gáldar über las Palmas nach Maspalomas.

 
Sehenswürdigkeiten 

Casa de Quintana

Die Casa de Quintana ist ein erhaltenes Haus aus dem 16. Jahrhundert, welches sich im historischen Stadtkern von Santa María de Guía befindet. Sowie der gesamte Stadtkern steht auch dieses Haus seit 1982 unter Denkmalschutz. Es beeindruckt mit seinem außergewöhnlichen Holzbalkon im kanarischen Mujedarstil. Ebenfalls noch erhalten sind die prächtigen Familienwappen der Guanartemes und Quintanas an der Außenfassade.

Adresse: Plaza Mayor

Cenobio de Valerón

Der „Cenobio de Valerón“ ist eine archäologische Fundstätte, die Auskunft über das Leben der Altkanaren gibt. Es liegt südöstlich von Guía am Osthang des Montana del Gallego. Hier findet man in einem halbrunden Basaltabbruch ein System aus 298 in den Stein gegrabene Höhlen, mit einer gewölbten Decke aus Lava. Dieses System diente scheinbar als Speicherstätte für die Kornernte und wurde 1978 als Kulturgut unter Denkmalschutz gestellt.

Öffnungszeiten : Oktober-März: Di- So 10:00- 17:00 Uhr

April-September:
Di- So 10:00- 18:00 Uhr

Montags sowie 1. Januar, 6. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen.

Eintrittspreise: Normal: 2,50 €

Ermäßigt: 1,50 €

(Schulgruppen oder angemeldete Gruppen von mehr als 10 Personen; Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren, Studenten mit Studentenausweis und Rentner über 65 Jahre)

Iglesia Parroquial

Die „Iglesia Parroquial“ befindet sich ebenfalls im historischen Stadtkern von Santa María de Guía und ist ein Bau aus dem 18. Jahrhundert. Die im neoklassizistischem Stil gebaute Gemeindekirche beherbergt einige Kunstwerke von José Luján Pérez und auch die Retabel (Altaräufsätze) stammen aus den Händen des Bildhauers.

Camarin de la Virgen

Der „Schrein der Jungfrau“ ist in jedem Fall einen Besuch wert. Es ist die Ruhestätte der Schutzheiligen des Ortes. Hier werden außerdem verschiedene Goldschmiedearbeiten ausgestellt. Des weiteren kann man hier die Umhänge der Jungfrau und auch die Gewänder und Ternos, die zu früheren Zeiten vom Klerus getragen wurden, bestaunen.


Strände 

San Felipe

Der Strand befindet sich am westlichen Ende der „Costa de Lairaga“. Hier gibt es nur wenige Touristen und man kann sich so in der Idylle vollkommen entspannen. Wer nicht nur auf Entspannung aus ist, ist hier trotzdem richtig, denn durch den starken Wellengang wird dieser Platz zu einem Paradies für Surfer. Außerdem wird hier auch einer anderen extremen Sportart nachgegangen. Viele begeisterte nutzen die fast senkrecht fallenden Steilküsten zum ungestörten Paragliding. 

Playa de Roque Prieto

Nur zwei Kilometer vom Ortskern entfernt liegt die Playa de Roque Prieto im Viertel von Atalya. Ein Besuch lohnt sich allemal, denn hier wurde mit dem künstlich angelegten Meeres-Schwimmbad ein Badeparadies für Groß und Klein.