Santa Lucia

Übersicht

Die Gemeinde Santa Lucia liegt im Südosten Gran Canarias und erstreckt sich von der Küste bis weit ins Landesinnere. Dort grenzt sie an den Vulkankrater Caldera de Tiranaja und den dazugehörige Barranco. Diese Felsschlucht ist vor allem wegen der vielen Wohnhöhlen der Ureinwohner interessant. Auf der Küstenseite sind die Salzfelder von hoher Bedeutung, außerdem kann man hier besonders gut Windsurfen. Die wichtigsten Exportprodukte sind Tomaten, Oliven, Wein und Kunsthandwerk.

Geschichte/Gründung

Früher, im 19. Jahrhundert, bestand der Ort aus lauter kleinen Dörfern, die von der Küste bis ins Landesinnere zerstreut waren. Deshalb ist die Gemeinde heute noch so weitläufig.

Als man dann in den sechziger Jahren im Tomatenanbau so große Erfolge erzielte, siedelten sich hier immer mehr Menschen an, so dass die Bevölkerung stark wuchs.

Außerdem zog der damals im Süden der Insel beginnende Tourismusandrang viele Leute an, die dort arbeitetn, aber aufgrund der günstigeren Wohnpreise lieber in Santa Lucia wohnen wollten.

Wirtschaft

Viele Canarios nutzen Santa Lucia als Wohnort, verdienen ihr Geld aber in der Touristikbranche im Süden der Insel. Ein weiteres starkes Standbein der Stadt ist der Handel. Hier findet man auch eines der größten Einkaufszentren Gran Canarias, das CC Atlantico. Das Hauptexportprodukt der Gemeinde ist die Tomate. Ihr Anbau wird stark von der EU subventioniert. Daneben werden aber auch Blumen und Früchte meist in Gewächshäusern gezüchtet. An der Küste wird außerdem in den „Salinas Tenefé“ Salz gewonnen und verarbeitet. Dank des hohen Salzgehaltes im Wasser nutzen sie auch diesen Wirtschaftszweig.

Kultur und Einwohner

Etwa 64.000 Menschen leben in der Stadt, die Tendenz ist jedoch steigend. Da Santa Lucia ein Handelszentrum der Insel ist und somit einen hohen Lebenswert hat, ziehen hier viele Canarios hin, um im nah gelegen Süden in der Tourimusbranche zu arbeiten.

Es ist der Hauptort der Gemeinde Santa Lucia de Tirajana, es gehören aber noch eine Menge kleiner Berg- und Fischerdörfe dazu. Die Leute dort leben demnach eher von den landwirtschaftlichen Erträgen und vom Fischfang.

Lage und Vegetation

Die Stadt liegt in einem fruchtbaren Tal am Fuße des Barranco de Tirajana, einer Felsschlucht von hoher archäologischer, botanischer und geologischer Bedeutung.

Auf der Ostseite hat sie einen 6,5 Kilometer langen zerklüfteten Küstenstreifen, wo durch Erosion viele kleine Buchten entstanden sind. Im Ortsinneren hat man mit einer Höhe von teilweise 500 Metern eine schöne Sicht über das Meer.

Der Baumbestand in der Gegend setzt sich vor allem aus kanarischen Kiefern und Palmen zusammen.

Hier leben viele Eidechsen, Nagetiere und ein Fülle verschiedener Vogelarten.

Das Meer hat hier einen hohen Salzgehalt, deshalb wird in den „Salinas Tenefé“ Salz gewonnen.


Sehenswürdigkeiten

Im Stadtkern findet man vor allem flache alte Steinhäuser, die größtenteils mit weißer Kalkfarbe bemalt wurden. Über dem Stadtkern thront auf einem Hügel die Iglesia Santa Lucia mit ihrem schönen weißen Kuppeldach. Um den Ort herum befinden sich viele Gutshäuser und Bauernhöfe, was für ein ländliches Ambiente sorgt. Das ganze Tal ist mit hohen Palmenhainen bewachsen.

Iglesia Santa Lucia

Die Kirche wurde 1905 auf den Überrestenn einer Kapelle aus dem 17. Jahrhundert errichtet. Nun steht sie im oberen Teil der Innenstadt auf einem Hügel. Sie ist der heiligen Santa Lucia von Syrakus gewidmet. Die strahlend weiße Fassade mit dem hohen Kuppeldach, das mehr an eine Moschee erinnert, ist deshalb schon von weitem zu sehen.

Darin sollte man sich die 50 cm hohe hölzerne Christusfigur ansehen, die ein Werk des Künstlers Luján Pérez ist. Ebenfalls bemerkenswert; das unvollendete Gemälde von José Arencibia, das fast die gesamte Vorderwand der Kirche bedeckt.

Ermita San Nicolás de Bari

Seit 1882 befanden sich an diesem Ort die Reliqiuen des heiligen San Nicolás, die von großer religöser Bedeuntung sind. Zehn Jahre später genehmigte der Bischof den Bau der Ermita, die dann schließlich am 1. Oktober 1915 eingeweiht wurde. Diesen Tag feiern die Anwohner noch immer.

Salinas de Tenefé

Diese Salzfelder befinden sich am Rand des Strandes Pozo Izquierdo, in denen auf traditionelle Art Salz gewonnen wird. Sie bestehen schon seit dem achtzehnten Jahrhundert und sind noch heute aktiv. Es gibt hier drei Windmühlen, die das Wasser auf die Felder pumpen und ein großes Lagerhaus. In einem geschützten Bereich der Anlage, dem „Parque Marítimo El Saladar“, wird Meeresforschung betrieben.

El Centro de Artesania

Das interessante am Zentrum für Handwerk ist, dass sich hier eine Produktionshalle befindet, in der man bei der Herstellung von hiesigen Produkten zusehen kann.

Die Keramik wird nach der Tradition der Ureinwohner nur mit den Händen geformt.

Körbe werden ausschließlich von Frauen geflochten. Das liegt daran, dass früher die Männer für die Beschaffung der dafür nötigen Pflanzenfasern von Palme, Zuckerrohr oder Schilf zuständig waren, eine Arbeit die viel Kraft abverlangt.

Sie finden in diesem Zentrum eine Information für Touristen, bei der man auch Informationen zum Rest der Gemeinde erhält.

Adresse:
Avenida de Canarias – Plaza de la Era s/n
35110 Vecindario – Santa Lucía
Telefon: 928 125260

Fortaleza de Ansite

Dieser Felsen im Barranco de Tirajana wirkt von weitem wie eine Festung. Und ganz falsch ist das nicht, denn in den zahlreichen natürlichen Höhlen im Gestein fanden die kanarischen Ureinwohner ihren letzten Zufluchtsort, als die Spanier im 15. Jahrhundert Gran Canaria eroberten. Der Legende nach haben sich damals zwei der „Guanchen“ entgegen des Befehls ihres Anführers von diesem Berg gestürzt, weil sie sich nicht ergeben wollten. Deshalb findet jedes Jahr am 29. April auf dem Plateau hinter dem Felsen eine Gedenkfeier für diese Männer statt.

Aussichtspunkte

El Guriete

Von diesem Naturpark aus hat man eine tolle Sicht über das Tal von Las Tiranajas mit seinen weitläufigen Palmenhainen. Man erreicht ihn über die GC-500.

Las Tederas

Dieser Aussichtspunkt bietet eine schöne Aussicht über die palmenbewachsene Landschaft, aber auch über das Zentrum von Santa Lucia.


Museen

Castillo de Fortaleza "El Hao"

Das private Museum befindet sich im Zentrum des Ortes in einem neugebauten, burgähnlichen Gebäude. Es stellt eine archäologische Sammlung aus, die neben römischen Amphoren und Idolen aus Stein sogar altkanarische Mumien umfasst. Interessant ist ein Raum, in dem ein typisch kanarisches Schlafzimmer aus dem 17. Jahrhundert nachgebaut wurde.

Rings um das Museumsgebäude ist ein Garten mit endemischen Pflanzen und Obstbäumen angelegt.

Adresse:
35280 Santa Lucía


Aktivitäten

Piscina Municipal de Vecindario

Das Sport- und Hallenbad liegt nicht direkt im Ort Santa Lucia, sondern in dem Küstenort Vecendario, der Teil der Gemeinde ist. Es ist mehr für Sportler als für Spassbadbesucher geeignet, da es einen großen Schwimmerbereich aber keine Attraktionen hat. Es verfügt über acht 50-Meter-Bahnen und drei Sprungtürme.

Adresse:
Avenida Unión, S/N
35110 Santa Lucia

Hova de la Cebada

Dieser Grillpark ist mit 64 Tischen und 30 Grillstellen ausgestattet, die überall auf dem Gelände verteilt sind. Man kann hier also ein ruhiges Barbeque-Plätzchen in schönem Ambiente finden. Für die Kinder gibt es auch einen Spielplatz. Toiletten und fließend Wasser sind selbstverständlich vorhanden.

Man findet den Park circa 500 Meter vor dem Ortseingang Santa Lucias an der GC-550.

Adresse:
City of Santa Lucia C / Leopoldo Matos, 2
35022 Santa Lucia
Telefon: 928 79 80 06
Öffnungszeiten: Winter: 9-21 Uhr, Sommer: 9-23 Uhr


Strände

Dem Ort vorgelagert ist eine 6,5 Kilometer lange Küste. Nennenswert ist die Bucht Pozo Izquierdo, die durch ihre hohen Welle und die günstige Windlage unter den Windsurfern sehr bekannt ist. Hier gibt es alle wichtigen Einrichtungen für diesen Sport aber auch zum Schwimmen und Segeln. Weitere Strände findet man an der Punta Tenefé, der Punta de la Gaviota und der Bahia de Formas.


Feste

Fiesta San Lucía

Dem Namen nach ist sie die Schutzheilige der Stadt, ihr zu Ehren wird jährlich vom 6. bis zum ersten Sonntag nach dem 13. Dezember ein großes Fest gefeiert.

An diesem Sonntag wird dann ein ganz besonderer Wochenmarkt sowie Folklore-Shows veranstaltet. Den 14. Tag, den Haragán, nutzen alle um sich von dem langwierigen Fest auszuruhen.

Viele Touristen, vor allem aus Nordeuropa, kommen extra wegen der Fiesta hierher, da auch in Skandinavien die heilige Lucia verehrt wird.

Casa Pastores

In der ersten Julihälfte gilt es das Fest der Hirten und ihrer Herden.

La Orilla

Dieses Fest gilt mehreren Heiligen und findet in der zweiten Septemberhälfte statt. Einmal Vicente Paúl und La Virgen de la Caridad, außerdem aber dem Cobre, einem Schutzheiligen Kubas. Dies hat sich aufgrund der vielen kubanischen Immigranten so entwickelt, die sich zu dieser Zeit gerne gemeinsam an ihre Herkunft erinnern.

Fiesta del Carmen

Der bekannte Strand Pozo Izquierdo bildet jährlich vom 6.-12. September den Schauplatz für diese Festivität.

Fiesta del Agua

In der letzten Septemberwoche feiern die Anwohner gleichzeitig das Sommer- und das Feriensaisonende. Es ist also gleichzeitig eine Gelegenheit für die lokalen Touristen Abschied vom Ort zu nehmen.


Restaurant

Wer hier essen geht, sollte unbedingt drei Dinge probieren: Zur Vorspeise die eingelegten Oliven, die in der Gegend angebaut werden, denn die Santa Lucia Olive ist eine eigens gezüchtete Sorte.

Dazu eine Ventura Mejunje, ein traditionelles Getränk aus Rum, Honig und Kräutern. Das genaue Rezept ist ein streng gehütetes Geheimnis.

Und schließlich der Ansite-Wein aus der Gemeinde der sich einen Namen gemacht hat. die Weinkellerei steht in Sardina del Sur.


Einkaufen

Santa Lucia ist eines der wichtigsten Handelszentren der Insel. Deshalb kann man hier entsprechend gut einkaufen. Die Avenida de Canarias bietet das größte Shoppingangebot der Insel, dort reihen sich Geschäfte aller Art aneinander. Das Einkaufszentrum CC Atlantico ist eines der größten Gran Canarias und bietet neben Boutiquen und Lokalen auch ein großes Kino. Wer es lieber etwas ursprünglicher mag, sollte den Bauernmarkt besuchen. Hier können sie immer sonntags Gemüse, Obst, Gebäck, die für den Ort typischen Oliven und den hier gekelterten Wein kaufen. Er findet immer von 8-14 Uhr statt.