Natur von Gran Canaria

Die Insel Gran Canaria ist zwar nur die drittgrößte des kanarischen Archipels, wird aber wegen ihrer natürlichen Vielfalt als Miniaturkontinent bezeichnet. Es gibt sogar 14 Mikroklimazonen auf Gran Canaria. Genau wie die restlichen kanarischen Inseln, ist auch der Ursprung dieser Insel ein Vulkan. Der erloschenePico de las Nieves im Zentrum der Insel bildet den Kern eines einzigartigen Naturwunders. Gran Canarias Kulisse wird geprägt von Barrancos, tiefen Schluchten, die sich von den Bergen bis zur Küste ziehen und den Roques, bizarr geformten Felsen. In dem weicheren Gesteinsschichten entstanden im Laufe der Jahrtausende unzählige Höhlen. Besonders bekannt sind die Höhlenwände von Artenara und dem Barranco de Guayadeque sowie die heiligen Höhlen von Cenobio de Valeron bei Guia.

Die meisten Pflanzen Gran Canarias stehen unter Naturschutz und viele Arten von Flora und Fauna existieren nur auf dieser Insel. Rund 40 Prozent, also 66.570 Hektar Land, wurden auf Gran Canaria unter Naturschutz gestellt. 32 separate Naturschutzgebiete entstanden dabei. Dazu zählen auch die malerisch schönen Dunas de Maspalomas (Dünen von Maspalomas), die man nur zu Fuß oder auf einem Kamel durchqueren kann.

Auf der Nordseite der Insel sorgen die Passatwinde dafür, dass sich die Wolken an den Bergwänden ausregnen. Im Süden herrscht daher ein Wassermangel, der dort von heißen Saharawinden noch verstärkt wird. So entstehen verschiedene Klimazonen und die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten können sich auf engstem Raum ihr Biotop schaffen.

Im heißen Süden dominieren besondere Wolfsmilchgewächse und Kakteen. Die Kakteen stammen allerdings ursprünglich von Südamerika. Auch die Kanaren-Wolfsmilch sieht kakteenartig aus.

Im Norden findet man dagegen eher Lorbeerwälder. Sie werden von Kanaren-Lorbeer und Baumheide gebildet. Leider sind von diesen durch die starke Bebauung der Insel nur noch kleine Teile übrig. In den höheren Regionen herrschen Kanaren-Kiefern vor.

Besonders schön sind die großblütigen Kanaren-Glockenblumen. Sie gelten als Nationalblume der kanarischen Inseln und werden dort Bicácaro genannt. Mit den nach unten hängenden, orange leuchtenden Kelchen locken sie nicht nur Kanaren-Schmetterlinge an, sondern auch viele Urlauber, die ein hübsches Fotoandenken wollen.

Genauso schön, aber eher in Blautönen sind die Natternkopf-Arten Gran Canarias. Die dickblättrigen, verholzten Pflanzen haben lange Stiele an denen fliederartig kleine blaue Blüten wachsen.

An den Blumen finden Sie oft besondere Schmetterlingsarten, die es in Mitteleuropa nicht gibt. Typisch für die Kanaren sind zum Beispiel der Kanaren-Weißling mit seinem schwarzen Flügelpunkt und der Kanaren-Admiral mit seinen feurig rot-schwarzen Flügeln. Eine spezielle Besonderheit ist außerdem der Kanaren-Bläuling. Außer auf Gran Canaria gibt es den Schmetterling nur auf Lanzarote und Fuerteventura. Das Männchen ist auf der Flügeloberseite auffällig blau gefärbt.

Wenn Sie auf Gran Canaria wandern, begegnen Sie sicher auch dem Rothuhn. Der fasanenartige Vogel wurde auf Gran Canaria eingeführt und lebt in trockenen, kulturnahen Gegenden. Im Frühjahr können Sie Teil des Balzverhaltens der Vögel werden. Die Männchen führen zu dieser Jahreszeit nämlich Kämpfe aus, bei denen Sie gerne auch mal den Fluchtabstand zum Menschen vergessen.

Bei einer Wanderung zum Pico de las Nieves sehen sie auch sicher ein paar der ausgewilderten Podencos. Vor den Wildhunden müssen Sie sich allerdings nicht fürchten, sie sind sehr scheu.

Furchteinflösender ist da schon die Zebraspinne mit ihrem schwarz-weiß gestreiften Körper. Der Rumpf der Weibchen kann bis 2,6 cm groß werden und wirkt damit auf Mitteleuropäer oft riesig. Die Giftklauen des Tieres können die Haut des Menschen aber nur an sehr dünnen Stellen durchstechen. Das Gift ist außerdem nicht gefährlich und verursacht höchstens Schmerzen gleich einem Bienenstich. Weitere gefährliche Tiere leben auf Gran Canaria nicht. Fassen Sie den dicken, schwarzen Ölkäfer nicht an. Bei Gefahr tritt an seinen Vorderläufen ein gelbes Sekret aus, das in den Augen brennt. Erschrecken Sie sich außerdem nicht vor Schlangen. Eigentlich gibt es keine Schlangen auf den Kanaren, auf Gran Canaria sind aber Terrarianern einige Nattern entwichen. Diese stellen eine Bedrohung für geschützte Eidechsenarten dar, sind für den Menschen aber nicht gefährlich.