Tuineje

Das kleine Dorf Tuineje liegt im Südosten Fuerteventuras, in der gleichnamigen Gemeinde. Mit knapp 900 Einwohnern ist es einer der größten Orte und Verwaltungssitz der Insel. Fernab vom Massentourismus können sich Besucher von der Ruhe des historischen Dorfes verzaubern lassen. Tuineje liegt im Inselinneren an der FV-20 zwischen Antigua und Pájara und ist sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch mit dem Auto sehr gut zu erreichen. Die Menschen leben hier vom Tomatenanbau und anderem Gemüse. Im einzigen Restaurant wird die Ernte für die sehr leckeren Gerichte verwendet. Die kanarische Küche wird vom Chef persönlich zubereitet und als das beste Restaurant der Insel gehandelt. Hier trifft man auf freundliche Einheimische, die stolz Auskünfte über die Geschichte Tuinejes geben. Diese ist nämlich sehr erwähnenswert und wird noch heute gern unter den Bewohnern Tuinejes erzählt. Einst gab es einen Überfall auf das Dorf durch Engländer. Dabei wurde die Statue des Heiligen Michaels, eine der Sehenswürdigkeiten des Ortes, beschädigt. Im Oktober 1740 folgte ein weiterer Überfall durch Engländer, die Schlacht von Tamacite, bei der die Engländer bis Tuineje vordringen konnten. Die Bürger des Ortes konnten sich mit nur wenigen Waffen und Dromedaren, als lebende Schutzschilder, zur Wehr setzen und somit die Eindringlinge in die Flucht jagen. Es konnten zwei Kanonen und andere Waffen erbeutet werden, die heute in Betancuria ausgestellt sind. Das sei nur mit der Hilfe des Heiligen Michaels passiert. Da die Statue zuvor beschädigt wurde, gilt diese gewonnene Schlacht als Racheakt an den Engländern.

Dieses Ereignis ging in die Geschichte ein und wird noch immer mit einem großen Fest gefeiert. Der Ort, mit den vielen Tomatenplantagen und Herrschaftshäusern, feiert jährlich am 13. Oktober diesen Sieg mit der Fiesta Jurada. Neben den erwähnten Herrschaftshäusern finden Besucher eine kleine Kirche, die ähnlich wie die meisten Gotteshäuser, nicht mit Größe, sondern mit kleinen goldenen Verzierungen und typisch kanarischer Architektur überzeugt. Die von einer Wehrmauer umgebene, zweischiffige Kirche San Miguel Arcángel wurde 1790 fertiggestellt und ist original erhalten. Weiterhin lassen sich in unmittelbarer Umgebung der Leuchtturm Faro de la Entallada bei Las Playitas und der Kalkofen von Gran Tarajal bestaunen. Sehenswert sind auch die Arbeiten der Handwerker, Webstoffe, Töpfereiwaren und Bildhauerei, die bei der Erhaltung des Kulturgutes eine sehr wichtige Rolle spielen. Jeder Naturliebhaber wird hier auf seine Kosten kommen, da es sehr viele unberührte Landschaften gibt, die mit ihrer Schönheit faszinieren.