Morro Jable

Übersicht

Der ursprüngliche Fischerort Morro Jable bildet zusammen mit seinem unmittelbaren Nachbarort Jandia das touristische Zentrum im Süden Fuerteventuras. Die Orte gehen nahtlos ineinander über und dennoch unterscheiden sie sich. Denn Morro Jable hat, im Gegensatz zu Jandia, eine über einhundertjährige Geschichte und Tradition vorzuweisen, von der der kleine Platz im Zentrum des Ortes wie auch sein Hafen zeugen. Mit seinen urigen Restaurants und seinen typisch spanischen Kneipen bildet es einen interessanten Kontrast zu Jandia, welches stärker durch die Internationalität des regen Fremdenverkehrs geprägt ist. Vor allem bei deutschen Urlaubern ist diese Gegend sehr beliebt. Ein Grund für den großen Zuspruch ist nicht zuletzt der feine, helle Sandstrand, der sich an der Süd-Ost-Küste der südlichen Halbinsel entlangzieht. Hier kommen nicht nur Sonnenanbeter auf ihre Kosten, sondern auch Wassersportler und Wanderfreunde. Die üppige Natur lädt Groß und Klein zu zahlreichen Aktivitäten im Freien ein, schließlich ist in dieser sonnenverwöhnten Gegend nur sehr selten schlechtes Wetter. Wer sich ganz dem kanarischen Flair hingeben und typisch spanisch einkaufen, essen und entspannen will, ist in Morro Jable genau richtig. Der Wunsch nach einem Inklusivurlaub mit Cocktail am Pool kann hingegen eher in Jandia erfüllt werden.

Geschichte/Gründung

Morro Jable trug zu Beginn noch den Namen Puerto de la Cebada – Gerstenhafen – was darauf schließen lässt, dass hier einst viel Gerste umgeschlagen wurde. Der Ort selbst wurde erst um 1900 besiedelt, auch sechzig Jahre später hausten hier nur rund 200 Menschen. Diese lebten vorrangig vom Fischfang und von der Ziegenhaltung. Erst als in den 1970er Jahren eine Straße nach Morro Jable gebaut wurde, entkam der Ort seiner Abgeschiedenheit und Leben zog in die Straßen ein. Damit entfaltete sich auch der Tourismus.

Zur selben Zeit entstand der Nachbarort Jandia, der heute das größte Tourismuszentrum des Südens Fuerteventuras bildet und Geschichte und Wirtschaft Morro Jables nicht unwesentlich beeinflusst.

Kultur und Einwohner

Während Morro Jable in den 1970er Jahren kaum mehr als 200 Einwohner zu verzeichnen hatte, ist es aufgrund des florierenden Tourismus der Nachbarstadt Jandia heute selbst zu einer kleinen Stadt herangewachsen. Fast 3000 Menschen haben hier heute ihren festen Wohnsitz – die meisten von ihnen arbeiten in der Tourismusbranche. Auch wenn Morro Jable nicht mit baulicher Schönheit überzeugen kann und weder Kirchen noch Museen oder andere klassische Attraktionen vorzuweisen hat, erfreut es sich doch immer größerer Beliebtheit unter den Touristen. Dennoch ist Morro Jable kein reiner Fremdenverkehrsort. Im Gegensatz zu Jandia kann es mit einem historischen Ortskern aufwarten und lässt noch einiges von der idyllischen Atmosphäre erkennen, die hier vor fünfzig Jahren vorherrschte. Vor allem abends, nach der Siesta, erwacht hier das Leben. Die älteren Einwohner versammeln sich auf dem ehemaligen Dorfplatz, der Plazoleta Cirilo Lopez, um sich über die Geschehnisse des Tages auszutauschen oder sich bei Gesellschaftsspielen die Zeit zu vertreiben.

In den kleinen Bars und Restaurants des Ortes findet man die Einheimischen, welche Majoreros genannt werden, die hier ihr Feierabendbier zu Tapas genießen.

Wirtschaft

Die Besiedelung Morro Jables begann erst um 1900. In Ermangelung von Zufahrtsstraßen versorgte sich das Dorf zunächst größtenteils selbst: Es lebte vom Fischfang, von der Landwirtschaft und vor allem vom Umschlag von Gerste, wie sein ehemaliger Name Puerto de la Cebada (Gerstenhafen) vermuten lässt.

Seit in den 1970er Jahren die Zufahrtsstraßen zum Ort ausgebaut wurden, hielt hier der Tourismus Einzug. Vor allem die unmittelbare Nachbarstadt, Jandia, besitzt zahlreiche Gästebetten und bildet das touristische Zentrum im Süden Fuerteventuras. Auch Morro Jables Wirtschaft ist heutzutage dementsprechend auf den Fremdenverkehr konzentriert.

Außerdem entwickelte sich Morro Jable in den letzten Jahren zu einem der Hauptanbaugebiete für Aloe Vera.

Lage und Vegetation

Morro Jable befindet sich auf der Halbinsel Jandia im Süden Fuerteventuras, direkt an der südlichen Atlantikküste. Die kleine Stadt ist mit dem Touristenort Jandia verwachsen, die Übergänge zwischen den Orten sind nicht mehr auszumachen.

Im Norden wird das Gebiet von einer Gebirgskette gesäumt, welche den höchsten Berg der Insel, den Pico de la Zarza mit 807 Metern Höhe, beherbergt. Dem Gebirge ist es zu verdanken, dass Wolken und kalte Winde keinen Einzug in Morro Jable halten und dass das gesamte Gebiet mit den wärmsten Temperaturen auf ganz Fuerteventura versorgt wird.

Der Strandabschnitt von Morro Jable gehört zu einem insgesamt 21 Kilometer langen Strand. Direkt hinter dem Sandabschnitt befinden sich Salzwiesen, die unter Naturschutz gestellt und somit nicht zur Bebauung freigegeben wurden.

Zu erreichen ist Morro Jable über die Küstenstraße FV-2. Wer nicht über ein eigenes Auto verfügt, kann von hier aus mit den Buslinien 1 und 10 in die Hauptstadt Fuerteventuras, Puerto del Rosario, gelangen, und mit den Linien 4, 5, 9 und 25 in weitere Städte auf der Insel.

Außerdem legen am Hafen von Morro Jable Fähren nach Gran Canaria und Teneriffa an.

Strände

Die feinen, hellen Sandstrände von Fuerteventura gehören zu den Hauptgründen, aus denen sich Urlauber dazu entschließen, die Insel aufzusuchen. Der Strand im Süden der Halbinsel Jandia erstreckt sich über 21 Kilometer von Morro Jable bis nach Costa Calma. Er ist in verschiedene Abschnitte aufgeteilt.

Playas de Jandia

Mit den „Stränden von Jandia“ sind eigentlich die verschiedenen Strandabschnitte gemeint, die zusammen den langen, weitläufigen Strand an der Südküste der Halbinsel ergeben. Direkt bei Morro Jable befindet sich der schmalste Abschnitt, welcher in Richtung Osten immer breiter wird. Weiter östlich, am Strand von Jandia, welcher auch Playa de Matorral genannt wird, befindet sich ein Leuchtturm. Dieser erfüllt nicht nur seinen Zweck als Warnsignal, sondern dient gleichzeitig auch als Markierung: Östlich des Turms befindet sich ein FKK-Abschnitt, westlich davon sollten Sie besser Badebekleidung benutzen. Die Strandabschnitte in Morro Jable und Jandia sind hervorragend für Familien mit Kindern geeignet. Der Strand ist fein, sauber und fällt flach ins Meer ab. Es sind öffentliche Toiletten wie auch Duschen und Umkleidekabinen vorhanden. Außerdem können Liegen und Sonnenschirme gemietet werden. Entlang der Promenade befinden sich vier Strandlokale im Abstand von circa 500 Metern. Dieser Strand ist auch für das Betreiben von Wassersport geeignet.

Feste

Auch wenn es in Morro Jable im Vergleich zur Nachbarstadt Jandia eher ruhig zugeht, so erwacht der Ort doch einmal im Jahr so richtig zum Leben:

Nuestra Señora del Carmen

Dieses katholische Fest wird jedes Jahr Mitte Juli gefeiert. Ursprünglich wurde es zu Ehren der Schutzheiligen der Fischer – Señora del Carmen – veranstaltet. Morro Jable war noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein ein kleines Fischerdorf von nicht mehr als 200 Einwohnern und beging diese Feierlichkeit ebenso prunkvoll und traditionsbewusst wie die meisten anderen kanarischen Fischerdörfer auch. Mit dem Einzug des Tourismus in die Gegend wurde dieses Fest stark ausgebaut und kommerzialisiert. Heutzutage wird zehn Tage und Nächte exzessiv gefeiert. Die Gegend befindet sich dann im Ausnahmezustand. Vor allem im Bereich des kleinen Dorfplatzes befinden sich Bühnen, auf denen allerdings weniger Traditionelles dargeboten wird als Live-Bands, die aktuelle Disko- und Radiomusik covern. Während der zehn Tage finden außerdem einige Umzüge zu Ehren der Schutzheiligen statt sowie eigens für diese Tage eingeübte Schauspiele und Tänze.

Restaurants

Morro Jable war einst ein Fischerdorf, sein Hafen wird auch heute noch rege als Anlegestelle für Fischerboote genutzt. Dementsprechend sollten Sie hier unbedingt eines der zahlreichen kleinen Fischrestaurants aufsuchen. Das Angebot an Bars und Restaurants ist hier zwar weniger groß als im anliegenden Ort Jandia, dafür aber nicht weniger international. Vor Sprachbarrieren brauch hier niemand Angst zu haben, da man sich auch in Morro Jable gastronomisch auf den Tourismus eingestellt hat.

Las Lajas

Dies ist das beliebteste Fischrestaurant in Morro Jable. Hier werden riesige Portionen serviert – immer frisch und zu guten Preisen. Wenn nicht allzu viele Gäste anwesend sind, kann es sogar vorkommen, dass die frisch gefangenen Fische auf einem Tablett drapiert und persönlich vorgestellt werden.

Lokalisierung:
Avenida Tomás Grau Gurrea 1 (am Anfang der Strandpromenade)
35625 Morro Jable (Fuerteventura)
Tel.: 928 542 054

Restaurante Coronado

Dieses Gourmet-Restaurant mit direktem Meeresblick wurde von den deutschen Architekten Manfred Henneken und Gustav Schütte erbaut und eröffnet. Es befindet sich auf einem circa 30 Meter hohen Felsplateau und seine Terrasse verspricht eine sehr schöne Aussicht. Auch das Innere des Restaurants überzeugt optisch und mit einer sehr angenehmen Atmosphäre – hier kann man nicht nur gutes Essen genießen (vor allem die Steaks sollten Sie probieren!), sondern auch einen geselligen Abend mit internationalen Gästen und Live-Musik verbringen. Zudem sind Kinder hier herzlich willkommen. Da das Coronado nicht nur mit seinem Ambiente überzeugt, sondern auch mit einem hervorragenden Service und einer gut durchdachten und sehr schmackhaften Küche, ist der Ansturm auf das Restaurant sehr hoch – reservieren Sie unbedingt vorher einen Platz!

Lokalisierung:
Calle El Sol 14
35625 Morro Jable (Fuerteventura)
Tel.: 928 541 174

Nachtleben

Wenn Sie auf einen feuchtfröhlichen Abend bei einem guten (deutschen) Bier und ein paar Tapas aus sind, dann sind Sie in Morro Jable genau richtig. Entlang der Strandpromenade befinden sich circa 30 Bars und Kneipen, die meist bis Mitternacht geöffnet haben. Wer allerdings auf durchtanzte Nächte aus ist, sollte sich entweder dem Animationsprogramm seines Hotels anschließen oder aber nach Jandia begeben. Im Einkaufszentrum Cosmo gibt es viele Musikbars, die bis circa 2:00 Uhr oder 3:00 Uhr geöffnet sind und oft Live-Musik anbieten. Anschließend können sich jung und alt noch in den Diskos vergnügen.

San Borondon II

Neben leckeren Tapas und selbstgemachtem Sangria hat diese urige Bar auch jeden Abend Live-Musik zu bieten. Meist steht der Chef höchstpersönlich auf der Bühne und verwöhnt seine Gäste mit spanischer Gitarrenmusik und Gesang. Das heizt die Stimmung bei Einheimischen wie auch Touristen gleichermaßen an und ließ schon so manche internationale Freundschaft entstehen. Die Bar befindet sich direkt am Hafen von Morro Jable.

Lokalisierung:
Plaza Cirilo Lopez 1
35625 Morro Jable (Fuerteventura)
Tel.: +34 928 54 14 28

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr
Mittwoch bis Samstag: ab 22:00 Uhr Live-Musik
Sonntag: Ruhetag

San Francisco

In dieser Bar trifft man vor allem Einheimische, die sich nach Feierabend bei Bier und Hamburger über die Geschehnisse des Tages austauschen und ab und an auch mal gemeinsam ein Fußballspiel im Fernseher gucken.

Lokalisierung:
Calle Nuestra Señora del Carmen
35625 Morro Jable


Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: ganztags
Sonntag: Ruhetag

Noche Tropical

Hier wird am Wochenende zu lateinamerikanischen Rhythmen getanzt: Salsa und Merengue locken vor allem Einheimische sämtlicher Altersstufen an. Das Noche Tropical ist eine der größten Diskos im Ort und befindet sich in der oberen Etage des Einkaufszentrums von Jandia, dem Centro Comercial Cosmo.

Lokalisierung:
Avenida Saladar
35625 Jandia (Fuerteventura)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: bis 23:00 Uhr geöffnet
Samstag und Sonntag: bis in die frühen Morgenstunden geöffnet

Im historischen Stadtkern des Ortes befinden sich zahlreiche kleine Geschäfte und Boutiquen, die nicht nur von den Einheimischen gerne aufgesucht werden. Auch Morro Jable bemüht sich seit ein paar Jahren, sein Angebot an die Bedürfnisse seiner internationalen Gäste anzupassen. Man findet hier alles für den täglichen Gebrauch und einige Modegeschäfte. Die Läden haben bis mindestens 21:00 Uhr geöffnet. Wer auf große Shoppingtour gehen möchte, sollte sich allerdings nach Jandia begeben – hier gibt es neben dem riesigen Einkaufszentrum Cosmo auch die Einkaufsmeile Solana Matorral.

Mercado Municipal

In dieser Markthalle kann man den Alltag der Einheimischen hautnah miterleben. Hier werden täglich frische Lebensmittel eingekauft – und zwar nicht nur der frisch gefangene Fisch, sondern auch andere lokale Produkte wie beispielsweise kanarische Backwaren, Fleisch, Obst und Gemüse. Auf dem Markt treffen sich Einheimische wie auch Touristen zum kaufen, stöbern oder einfach nur, um sich das geschäftige Treiben anzusehen. Außerdem findet auf dem Gelände täglich eine Kunst- und Handwerksmesse statt.

Lokalisierung:
Mercado Municipal
Calle Mascona 32
35625 Morro Jable
 
Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag: 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Centro Comercial Cosmo

Dieses Einkaufszentrum in Jandia beinhaltet nicht nur zahlreiche Mode- und Schmuckgeschäfte sowie Parfümerien, sondern auch ein beachtliches Angebot an Bars und Kneipen. In der obersten Etage befindet sich eine der größten Diskos in der Umgebung, das Noche Tropical.
Donnerstags findet im CC Cosmo zudem zwischen 9:00 Uhr und 14:00 Uhr ein Flohmarkt statt.

Lokalisierung:
Avenida del Saladar
35625 Jandia (Fuerteventura)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10:00 Uhr bis 23:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 10:00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden (aufgrund der Bars und

Solana Matorral

Diese Einkaufsmeile wurde kürzlich renoviert, sodass Sie sich jetzt auf eine saubere, frisch begrünte und von Palmen gesäumte Allee freuen können. Da sie eine der Hauptstraßen des Ortes ist, konnte sie leider nicht zu einer reinen Fußgängerzone umgestaltet werden, jedoch wurde sie zur verkehrsberuhigten Zone erklärt. Hier reihen sich Textil- und Fachgeschäfte aneinander, touristische Shops sind ebenso zu finden wie Läden, in denen vor allem lokale Produkte angepriesen werden. Zahlreiche Restaurants und Cafés laden zu einer Shoppingpause ein.

Lokalisierung:
Avenida del Saladar in Jandia
35625 Jandia (Fuerteventura)

Aktivitäten

Auch wenn in Morro Jable keine klassischen Sehenswürdigkeiten zu finden sind, lohnt sich eine Besichtigungstour. Obwohl die Einwohnerzahl der kleinen Stadt in den letzten 40 Jahren rasant von 200 auf 3000 angewachsen ist, hat sie doch noch einiges von ihrem ursprünglichen Flair beibehalten. So lädt der ehemalige Dorfplatz Plazoleta Cirilo Lopez Einheimische wie auch Besucher zum Verweilen ein und die beiden Einkaufsstraßen im historischen Ortskern bieten gute Möglichkeiten, um zu stöbern und zu flanieren. Außerdem können zahlreiche Aktivitäten und Ausflüge in und von Morro Jable aus unternommen werden.