Kitesurfen auf Fuerteventura

Fuerteventura gilt als das Surferparadies überhaupt. Ihr auffälligstes Merkmal sind wohl die vielen farbigen Segel und Kites, die die Meere vor den goldgelben Sandstränden schmücken. Fuerteventura bietet Kitesurfern das ganze Jahr über ideale Bedingungen. Sie wissen den Wind, den der Nordost-Passat bringt, zu schätzen. Aufgrund der niedrigen und sanft geschwungenen Berge wird der Passat kaum gebremst. Eine mögliche und nahe liegende Erklärung für die Namensherkunft der Insel ist die Zusammensetzung aus den Worten fuerte (stark) und viento (Wind). Fuerteventura ist außerdem die östlichste der Kanareninseln. Die nahe Lage am afrikanischen Festland sorgt dafür, dass sich in dem schmalen Streifen zwischen Afrika und Fuerteventuras Ostküste kaum Tiefdruckgebiete bilden. Somit ist das Meer hier sehr ruhig. Die Insel selbst bricht die Wellen, die von Westen anrollen. Hinzu kommt, dass es auf Fuerteventura viele verschiedene Surfspots, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene, gibt. Sogar Weltklasseprofis kommen hier nicht zu kurz. Seit 2001 wird auf Fuerteventura der World Cup im Kitesurfen ausgetragen – auch für Nicht-Surfer ein aufregendes Event!

El Cotillo

El Cotillo mit seinen drei Spots Punta Blanca, Mejillones und Majanicho liegt im Westen der Insel und ist nur etwas für die Profis unter den Kitesurfern. Im Sommer ist die Westküste durch den Nordost-Passat ein wenig gemäßigter, sodass Kitesurfer eine Chance haben. Sobald der Passat jedoch mehr von Norden her bläst, bauen sich die Wellen schnell masthoch auf und rollen auf die gesamte Breite der Küste zu.

Hier zu surfen ist nicht ganz ungefährlich, Technik und Material müssen in jedem Fall perfekt beherrscht werden. Jedem, der nicht hundertprozentig sicher auf dem Brett steht, ist von diesem Gebiet absolut abzuraten. Bis zu acht Meter hohe Brandungswellen machen oft schon den Einstieg schwer.

Playa de Garcey

Beim Surfspot Playa de Garcey handelt es sich um eine schöne Bucht mit feinem Sandstrand, die allerdings ausschließlich den Profis unter den Kitesurfern vorbehalten ist. Der Spot liegt an der südlichen Westküste Fuerteventuras. Es herrscht hier eine extrem starke Strömung, die die Surfer aus der Bucht ins offene Meer hinaus zieht. Rettungsbote sind hier keine zu finden. Die Kulisse dieses Spots bildet das 1994 gestrandete Kreuzfahrtschiff „American Star“, das mittlerweile in zwei Teile zerbrochen ist. Zwischen dem Schiff und dem Strand wird die Gezeitenströmung zusätzlich verstärkt, sodass sich die Kitesurfer möglichst von dem Schiff fernhalten sollten.

Die Windverhältnisse sind an diesem Spot nicht gerade ideal. Der Nordost-Passat weht an dieser Stelle nicht allzu stark, zum Teil aber sehr böig. Auch der Südwest-Wind, der seitlich von links weht, wird vom Schiff gestört.

Schießplatz

Den Surfspot Schießplatz an der Nordküste Fuerteventuras erreichen Kitesurfer als erstes, wenn sie von Corralejo aus in Richtung EL Cotillo die Küste entlang fahren. Der Spot ist sehr beliebt und vor allem für seine Wellen bekannt. Hinzu kommen eine starke Strömung und ein felsiger Einstieg, die den Spot nur für fortgeschrittene Kitesurfer empfehlenswert machen. Der Wind weht hier meist westlich von der Seite, teilweise aber sogar schräg ablandig. Die Wellen können im tieferen Wasser bis zu sieben Meter hoch werden. Bei Nordost-Passat weht der Wind auflandig. Die Dünung, wie die vom Wind unabhängige Grundwelle genannt wird, läuft dann direkt auf den Schießplatz zu. Auch dann ist der Einstieg ins Wasser noch recht schwierig.

Flag Beach

Der Spot Flag Beach, unterhalb vom Ort Corralejo im Norden der Insel, ist eher etwas für Fortgeschrittene, sowohl für Speed- als auch für Fun-Surfer. Er befindet sich bei Corralejos Dünen, die sich über elf Kilometer an der Küste erstrecken. Vom Strand Flag Beach haben Kitesurfer einen atemberaubenden Blick auf die vorgelagerte Insel Los Lobos sowie auf die Nachbarinsel Lanzarote. Der Spot, der von Wind- und Kitesurfern genutzt wird, ist ein vom Rest des Strandes abgegrenzter Bereich. Kitesurfer halten sich eher im linken Teil des Abschnitts auf. Der Strand liegt in einer 400 Meter breiten Bucht und ist geschützt von zwei Riffen, an denen sich die Wellen brechen. Somit ist die Bucht recht gemäßigt und auch für Freerider geeignet. Weiter draußen gibt es aber auch höhere Wellen. Am Flag Beach ist für Kitesurfer Ausschlafen angesagt, da der Passatwind hier erst am Nachmittag ankommt.

Glass Beach

Der Glass Beach befindet sich im Norden der Insel, unterhalb von Corralejo, zwischen Flag Beach und Puerto Lajas. Besonders beliebt ist der Spot unter Wellenreitern, die die Wellen jedoch eher am Vormittag nutzen, bevor der Passatwind den Strand erreicht. Der Spot kann dann sehr überfüllt sein. Wenn am Nachmittag der Passatwind den Spot erreicht, können Kitesurfer die Wellenreiter ablösen. Der Einstieg ins Wasser ist recht felsig.

Puerto Lajas

Der Surfspot Puerto Lajas ist an der Ostküste Fuerteventuras zwischen dem Strand Glass Beach und der Inselhauptstadt Puerto del Rosario gelegen. Der Spot zeichnet sich vor allem durch seinen guten Reefbreak aus. Der Einstieg erfolgt an einem kleinen Strandstreifen, ansonsten ist der Strand von Lavagestein umgeben. An der Einstiegsstelle kann es zur Windabdeckung kommen. Am Riff und in der Welle herrschen jedoch gute, konstante Windverhältnisse.

Matas Blancas

Der Strand Matas Blancas ist in einer Bucht weiter nördlich von Costa Calma, an der südlichen Ostküste Fuerteventuras gelegen. Der Spot bietet Anfängern durch direkt ablandigen Wind und somit ruhigem Meer ideale Verhältnisse. In Costa Calma selbst ist Kitesurfen verboten, deswegen wird gerne nach Matas Blancas ausgewichen. Mittlerweile gibt es dort sogar ein kleines Kitecenter.

Playa Sotavento

Der Strand Playa Sotavento an der südlichen Ostküste Fuerteventuras ist der beliebteste und wohl bekannteste aller Surfspots auf Fuerteventura. Hier wird der Urlaub eines jeden Kitesurfers zu einem einmaligen Erlebnis. Seit Jahren werden am Strand Playa Sotavento die Wind- und Kitesurfmeisterschaften ausgetragen. Der Strand teilt sich in die Abschnitte Playa Risco del Paso und in den Strand Playa Barca. Eigentlich ist der Spot eher für Fortgeschrittene und Profis geeignet. Wer Glück hat, surft also mit Weltklassefahrern! Die recht flachen Lagunen von Risco del Paso bieten jedoch auch den Anfängern einen Platz zum Üben. An den Sandbänken vor den Lagunen bricht eine zwei Meter hohe Welle, in der sich fortgeschrittene Kitesurfer austoben können.

Das Besondere an diesem Strand ist die Doppelbeschleunigung des Windes, auch „Sotaventodüse“ genannt. Zum Einen kommt der Wind von Westen, trifft ablandig bis schräg auflandig auf die schmalste Stelle der Insel und wird dann über das Jandía-Gebirge beschleunigt und zur Ostküste gelenkt. Zum Anderen wird der Wind dadurch verstärkt, dass der kalte Wind vom Meer unter die warme Luft vom Land kriecht und dadurch zusammengepresst wird. Das Resultat ist ablandiger Wind mit einer Stärke von sieben bis acht Beaufort am Strand Playa Sotavento.

Jandía Playa

Der Strand Jandía Playa befindet sich an der Südküste Fuerteventuras ein gutes Stück unterhalb des Surfspots Sotavento. Im Gegensatz zu Sotavento weht der Nordost-Passat hier nur schwach. Deswegen wird der Spot eher von Wellenreitern bevorzugt. Kitesurfen ist aber überall möglich. Der Wind weht parallel zur Küste von links. Wegen der Dünungswelle kann am Strand Jandía Playa eine starke Strömung herrschen. Bei schlechtem Wetter oder Wind aus Osten kann es an diesem Spot zu sehr hohen Wellen kommen.