Betancuria

Übersicht 

Fuerteventura wird als die Insel der Stille bezeichnet und bietet mit 300 Tagen Sonne im Jahr beste Voraussetzungen, dem Alltag zu entfliehen und abzuschalten.

Betancuria ist die alte Hauptstadt Fuerteventuras und für die Inselgeschichte von großer Bedeutung. Seien es die unzähligen Piratenangriffe, von denen einige sogar abgewehrt werden konnten, oder der ständige Wiederaufbau der Kirche Santa Maria de Betancuria. Der denkmalgeschützte Ort ist einen Besuch wert.

Betancuria liegt an der FV 30, die Verbindungsstraße zwischen Castillas del Angel im Norden und Pájara im Süden, rund 30 Kilometer entfernt von Puerto del Rosario im Landesinneren.

Geschichte/Gründung

Die Gemeinde Betancuria liegt mit dem gleichnamigen Verwaltungszentrum im Westen Fuerteventura. Sie gilt als historisch bedeutsamste Stadt der Insel und ist mit 705 Einwohnern die bevölkerungsschwächste Gemeinde. Der Ort gilt als einer der schönsten der Insel. Betancuria wurde 1404 vom Eroberer Jean de Béthencourt und seinem Gefährten Gadifer de la Salle gegründet und nach ihm benannt. Bis 1834 Hauptstadt und Regierungssitz der Insel wurde sie anschließend von Antigua abgelöst. Seit 1860 ist Puerto de Cabras, das heutige Puerto del Rosario, Inselhauptstadt. Obwohl sich Béthencourt bewusst für den Stadtaufbau in den Bergen entschied, wurde Betancuria immer wieder Opfer von Piratenangriffen. Die Kirche, 1410 erbaut, bot den Einwohnern dabei Schutz und wurde 1593 schwer beschädigt. Im 17. Jahrhundert zur Kathedrale umgebaut ist sie noch heute eine der schönsten Bauten Fuerteventura. Das ist der Bevölkerung zu verdanken, die sich immer wieder an den Aufbau machte. Noch heute sind Gemeinschaftsgeist und Gastfreundlichkeit in Betancuria zu spüren.

Kultur und Einwohner

Die Einwohner Betancurias empfangen ihre Gäste freundlich und herzlich. Es ist zwar nur ein kleiner Ort, der innerhalb eines Tages besucht werden kann, aber dieser Ausflug lohnt sich nicht zuletzt wegen der Gastfreundlichkeit der Bevölkerung. Die Gemeinde ist römisch-katholisch und mit rund 700 Einwohnern die bevölkerungsschwächste Fuerteventura. Im Ort Betancuria leben heute 300 Menschen.

Wirtschaft

Betancuria ist kein Ort für lange Nächte. Hier werden Ruhe und Gelassenheit gepflegt und geschätzt. Doch wer das weiß und die entspannte Umgebung inmitten von subtropischen Pflanzen und prächtigen Bürgerhäusern besucht, wird auf seine Kosten kommen. Die Menschen leben von ihren Gästen und so finden sich mehrere Museen und ein Restaurant im Ort. Auch eine Ziegenfarm kann besucht werden, die sowohl die Bevölkerung als auch Touristen mit Köstlichkeiten versorgt. Im Souvenirladen werden handgefertigte Erinnerungsstücke zum Kauf angeboten.

Lage und Vegetation

Betancuria liegt in einem Tal im Zentrum Fuerteventura. Circa zehn Autominuten westlich von Antigua entfernt trifft man auf eine karge, magere Vegetation, geprägt von Trockenheit, wie überall auf der Vulkaninsel. Dennoch wachsen einige Sträucher, die mit sehr wenig Wasser auskommen. Ebenso wie Moose, Flechten und kleine Blumen, die überall wachsen. Auf dem Kirchplatz finden sich überwiegend subtropische Pflanzen. 1965 wurden aus Marokko stammende Atlashörnchen auf der Insel augesetzt, die ebenfalls überall zu finden und dem Kolkraben als Nahrung dienen. Eidechsen und Geckos sind keine Seltenheit.


Sehenswürdigkeiten 

Betancuria ist mit seinen Bürgerhäusern und Adelspalästen eine einzige Sehenswürdigkeit und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kirche Iglesia Nuestra Señora de la Concepción einen Besuch wert ist. In ihr befindet sich auch ein kleines Kirchenmuseum. Weiterhin schmücken mehrere alte Stadtpaläste das Ortsbild. Typisch für die Stadtpaläste sind die Holzbalkone. Im ältesten Gebäude Betancurias, der Casa Santa Maria, können sich Besucher mit Kaffee, Wein und spanischen Spezialitäten stärken und den Blick von der Terrasse über den Ort schweifen lassen. Es gibt eine Ziegenfarm mit Käserei, die zur Führung und Verkostung lädt und handwerkliche Geräte austellt. Wer Lust auf weitere historische Gerätschaften hat, kann anschließend das Kunsthandwerksmuseum besuchen.

Öffnungszeiten der Kirche: Täglich 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr


Museen

Betancuria bietet mehere Möglichkeiten für einen Museumsbesuch: Zum einen das Kunsthandwerksmuseum, welches wie das Museo de Betancuria, dem Heimatsmuseum, einen Einblick in die Tradition und Geschichte der Gemeinde vermittelt. Vor dessen Tür befindet sich auch die erbeutete Kanone der Schlacht von Tuineje aus dem Jahr 1734. Zum anderen gibt es für Kunstinteressierte dasMuseo Arto Sacro, das mit Ausstellungstücken vergangener Tage auf seine Besucher wartet.

Öffnungszeiten des Museums:
Dienstag bis Samstag: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Sonntag: 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Montag geschlossen


Strände

Da Betancuria direkt im Landesinneren liegt, gibt es keine direkten Bademöglichkeiten. Der nächstgelegene Strand liegt im Süden der Insel, in Costa Calma – ungefähr eine Stunde mit dem Auto entfernt.


Restaurant

Betancuria verfügt zwar nur über ein Restaurant, das zugleich Kaffeehaus ist, dessen Besuch sich aber lohnt. Die Casa Santa Maria befindet sich im ältesten Gebäude des Ortes und überzeugt mit klassisch-moderner Küche der Kanarischen Inseln in besonders angenehmen Ambiente und bietet mit Garten und Terrasse eine wunderschöne Aussicht auf den Ort. Das Restaurant wurde 1999 unter die 100 besten Restaurants Spaniens gewählt und ist somit ein Pflichtbesuch für jeden, der die Spezialitäten des Landes kennenlernen möchte. Exzellentes Essen, sehr guter Service und eine einmalige Atmosphäre zeichnen dieses Lokal aus.

Casa Santa Maria
Plaza Santa Maria
35637 Betancuria
Fuerteventura, Spanien
Öffnungszeiten: täglich 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr


Nachtleben

Betancuria lohnt sich in jedem Falle für einen Besuch am Tage, doch nach dem Besuch der Käserei, der Kirche und der Museen lädt lediglich das Restaurant Casa Santa Cruz zum Abendessen. Ein Nachtleben existiert in diesem Sinne nicht.