Nora - Sardinien

NORA ist die wohl älteste Stadt, die von den Phöniziern auf Sardinien im 8.Jh.v.Chr. gegründet wurde, und war jahrhundertelang für die dortigen Handelsaktivitäten bekannt. Als archäologische Stätte ist Nora von außerordentlicher Bedeutung, insbesondere für die dortigen Funde aus der römischen Kaiserzeit: Thermalbäder, Fußbodenmosaike sowie ein kleines Theater in überaus gutem Zustand.

Die Ausgrabungsstätte Nora liegt nicht weit von der Stadt Pula entfernt am Fuße eines Vorgebirges. Nora wurde vermutlich bereits im nuraghischen Zeitalter als Siedlung genutzt, ist allerdings am besten dafür bekannt, eine der ersten Städte (nach neuen Forschungsergebnissen sogar die erste Stadt überhaupt)  gewesen zu sein, die von den Phöniziern im 8.Jh.v.Chr. auf Sardinien gegründet wurde. Wie wichtig die Stätte ist, sieht man auch daran, dass noch immer großes Interesse an ihr auf Seite der Archäologen besteht, welche weiterhin Analysen der Region vornehmen. Die Stadt verfügte bereits über drei, von den Phöniziern gebaute Häfen (heute nicht mehr sichtbar), als sie unter punischer Herrschaft ihren Zenit erreichte. Aus dieser Zeit liegen uns allerdings nur wenige Überreste vor, darunter der Tempel der Göttin Tanit. Die meisten der noch sichtbaren Strukturen gehen auf das Zeitalter der Römer zurück, genauer gesagt auf die Zeit des römischen Imperiums: Thermalbäder, Fußbodenmosaike sowie ein Theater aus dem 2.Jh.v.Chr. Im 8.Jh. verließen die Bewohner die Stadt, neuere Siedlungsspuren stammen aus dem Hochmittelalter.

Der Turm von Coltellazzo ragt auf einem Hügel empor, der den gesamten archäologisch relevanten Bereich dominiert und als perfekter Aussichtspunkt für die drei antiken Häfen Noras gilt. Die ursprüngliche Bezeichnung “Castellas” kommt daher, dass der Turm auf dem Fundament der antiken Akropolis gebaut wurde. Wie man aus einer Urkunde von 1318 schließen kann, wandelte sich die Bezeichnung im Mittelalter in “Coltellas”, und seit 1740 besteht eine Verbindung zu der nahegelegenen Kirche Sant'Efisio, die zu einer erneuten Umbenennung in “Coltellas de Sant'Efis” führte. Im 16.Jh. übernahm der Turm die Rolle eines Beobachtungs- und Kontrollpunktes gegen die Angriffe der Korsaren, wobei diese Funktion erst 1607 offiziell gemacht wurde. Auf diese Epoche deutet auch das noch sichtbare Mauerwerk des Turmes hin mit seiner kegelstumpfförmigen Gestalt, 12m Höhe und einem Basisdurchmesser von 12m. Im 18.Jh.war der Piedmonteser Ingenieur Antonio Felice de Vincenti Hauptverantwortlicher für die Umwandlung des Turmes in eine Festung. Im 19.Jh. schließlich wurden weitere Umbauarbeiten durchgeführt, welche die Turmstruktur erheblich veränderten, um eine Verwendung zur Unterstützung der Segelschifffahrt zu ermöglichen.

Die Kirche von Sant'Efisio ragt nicht weit vom Meer entfernt, recht nahe zum phönezisch-punischen Stadtzentrum in einem Friedhofsgebiet, in den Himmel. Der hagiografischen Legende zufolge, befindet sich das zur eigentlichen Religionsausübung genutzte Kirchengebäude genau dort, wo Sant'Efisioeinst nach seinem Übertritt zum christlichen Glauben den Märtyrertod starb. Aus diesem Grund ist die Kirche auch Ankunftspunkt der Prozession zur Andacht an den Heiligen, im Zuge derer jährlich Anfang Mai eine ihn verkörpernde Statue aus der gleichnamigen Kirche in Stampace (Cagliari) herbeigetragen wird, wo sich diese normalerweise befindet. Das erste Gebäude wurde im Hochmittelalter erbaut, das gegenwärtige proto-romanische Erscheinungsbild beruht allerdings auf einer umfassenden Umbauaktion durch die Benediktinermönche von San Vittore di Marsiglia, denen die Kirche von dem “giudice” (Richter) von Cagliari im Jahre 1089 zugewiesen wurde. Das Gebäude entstand zu einem Großteil unter der Wiederverwendung von Ecksteinen aus Kalk und Sandstein, die ursprünglich Teil der punisch-römischen Stadtmauern waren. Im Inneren finden sich in Form der Grabstätte des Heiligen noch Hinweise auf das hochmittelalterliche Martyrium. Die aktuelle Fassade stammt aus dem 18.Jh.

Wie ein Dreiek geformt sticht an der Spitze des Capo di Pula die mystische Halbinsel hervor.  Einst war Nora umgeben von drei Buchten, die die Seefahrer als Anlagestellen nutzten. Diese Buchten und andere Teile der Halbinsel sind im Meer versunken und heute für Taucher und Schnorchler ein wahres Paradies.

Eine Sehenswürdigkeit  die sie sich nicht entgehen lassen dürfen, ist die Felshöhle Grotta Is Zudas auf dem 236 hohen Monte Meana im Norden. Die Metallsalze in dieser Höhle sind beeindruckend ebenso die riesigen, bizarren Stalaktiten die von der Decke hängen.

Wenn Sie doch mal weg von der Vergangenheit und zurück in die Gegenwart wollen,  bietet Ihnen Nora einiges an Aktivitäten. Und wer nur etwas Entspannung sucht, ist an den weitläufigen, weichen und goldschimmernden Stränden im Süden des Nachbarortes Pula genau richtig. Das ruhige und flache Wasser ist ideal für Familien mit Kindern.

Die antike römische Stadt Nora Tour

Bereits im 9. Jahrhundert von phönizischen Seefahrern gegründet gilt die antiken Stadt Nora als eine der ältesten Sardiniens.  Tempelanlagen sowie die beeindruckende Therme, ein römisches Amphitheater, Strassen aus Kopfsteinpflastern und bezaubernde Mosaiken sind erhalten geblieben, so als hätte jemand die Zeit angehalten. Geniessen Sie diese Reise durch die Zeit.