Die Insel Sizilien

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Reiseinspiration - Die Insel Sizilien

Als die griechischen Siedler auf Sizilien landeten, legten sie an der Ostküste an. Auf einer kleinen Halbinsel vor dem Festland, auf Ortyga, errichteten sie eine Stadt, die bald zur wichtigsten und größten in der Magna Graecia, dem von Griechen besiedelten Gebiet im Mittelmeerraum, aufstieg. Weil die Gegend dort sehr sumpfig war, nannten sie sie Syrakusai, Sumpf. Hier wirkte Archimedes und lehrte Platon. Unter arabischer Herrschaft entwickelte sich die Stadt zu einer Hochburg des Islams auf Sizilien. Heute ist sie die viertgrößte Stadt auf der Insel und ein unbedingtes Muss für alle Sizilienurlauber. Überzeugen Sie sich selbst bei einem Rundgang auf Ortyga, dem Ursprungsort der Stadt. Hier finden sich Ruinen aus der Antike, von den Römern, oder Gebäude im barocken Stil. Der Apollotempel ist der älteste griechische Tempel Siziliens und wurde über die Jahrhunderte von der Bevölkerung vom Tempel zur Kirche und zur Moschee umfunktioniert. Als Metropole von Kultur und Handel durfte ein Theater in Syrakus nicht fehlen. Das griechische Amphi mit 59 Reihen und Platz für 15000 Zuschauer ist eines der größten griechischen Theater. Nicht weit davon entfernt steht ein Opferaltar Hieron II. In der Nähe  befinden sich die Steinbrüche von Syrakus, in denen einst die angreifenden Athener gefangen gehalten wurden. Die miteinander und nebeneinander existierenden Baustile, die Syrakus Geschichte bezeugen, haben der Stadt einen Eintrag in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes verschafft. Feste: Griechische Festspiele Von Mitte Mai bis Ende Juli ist das antike Amphitheater Spielstätte für ein großes Theaterfestival. Jedes Jahr werden hier drei griechische Klassiker aufgeführt. Festa della Fragola Die Erdbeerernte auf Sizilien beginnt Anfang Mai, wenn auf dem Festland gerade mal die weißen Blüten zu sehen sind. In Syrakus und Cassibile feiern die Bauern die Ernte der roten Frucht und verarbeiten sie zu köstlichen Gerichten. Ein kulinarisches Fest für die Sinne.
Lärm auf den Straßen, Müll in den Containern, Mafia um die Ecke, Palermo hat viele Klischees. Aber jeder sollte sich selbst einen Eindruck über die Stadt machen und auch ihre weniger bekannten, teilweise geheimnisvollen Eigenschaften entdecken. Zwischen Berg und Meer in der Conca d’Oro gelegen, dem goldenen Becken, gib es in Palermo keine Langeweile. Wem die Stadt zu laut und hektisch ist, der findet im Naturschutzgebiet des Monte Pellegrino oder am Strand von Modello Bay Zuflucht. Das laute Durcheinander gehört einfach zur Stadt und macht sie so einzigartig. Wenn sizilianische Frauen durch die Marktstände wuseln, Vespas sich knatternd durch verstopfte Straßen drängeln, wo Wäsche auf Balkonen trocknet oder Straßenmusiker in den Gassen trompeten, kommt das sprudelnde Leben Palermos an den Tag. Wussten Sie, dass Palermo eine Hochburg des Jazz ist? Dass sich am Hofe des Kaisers Friedrich II eine Dichterschule befand, an der das Sonett entstanden sein soll? Oder dass in den Katakomben unter dem Kapuzinerkloster mehr als 1000 Mumien liegen? Einbalsamiert und gut erhalten? Hier ruht auch die kleine Rosalia Lombardo, weil sich ihre Eltern nach ihrem Tod nicht von ihr trennen konnten. In der Katakombe hat sie einen Ehrenplatz und wacht nach sizilianischem Brauch über die Lebenden. In Palermos vier historischen Stadtvierteln der Altstadt, gibt es zahlreiche Kirchen, wie die Chiesa del Gesù, Paläste, wie den Palazzo Scalfani, und Burgen, in denen sich normannischer, byzantinischer und muslimischer Stil mischen. Arabische oder hebräisch Straßenschilder erzählen vom Einfluss der Emire und von vergessenen Judenvierteln. Zeichen des Kulturreichtums Palermos ist Italiens größtes Opernhaus, das Teatro Massimo. Unbedingt sollte man auch einen Spaziergang über die traditionellen Märkte machen. Auf dem Fischmarkt La Vucciria bekommt man die Zutat für ein typisch palermisches Gericht: fangfrischen Schwertfisch. Festivals Jedes Jahr vom 13. bis 15. Juli gedenken die Palermer ihrer Schutzpatronin San Rosalia, die die Stadt durch ein Wunder von der Pest befreit haben soll. Die im 12. Jahrhundert lebende Einsiedlerin soll lange nach ihrem Tod einem Pestkranken im Traum erschienen sein, der ihre Knochen ausgrub und sie durch die Stadt trug. Dadurch wurden alle Kranken geheilt. Seit 1624 feiern die Palermer das Wunder in einem Straßenumzug mit einem Feuerwerk am Schluss der Prozession. Restaurants Kursaal Kalhesa Hier finden Sie alles: Traditionelle Küche mit arabischem Hauch, gemütlicher Pub, Buchladen, und einiges mehr im historischen Stadtviertel Kalsa. Unbedingt ein Besuch wert. Foro Umberto 21, 90133 Palermo, Tel. +39 0916162282 Casa del Brodo In einem der ältesten Restaurants der Stadt wird traditionelle Küche serviert, Antipasti und vielerlei Fischgerichte. Weil es so beliebt ist, sollte man allerdings vorher reservieren. Via Vittorio Emanuele 175, 90133 Palermo, Tel. +39 091 321655
Der Name der Stadt ist arabischer Herkunft und bedeutet  Hafen Allahs. Hier legte Garibaldi mit seiner Truppe von Rothemden an, eroberte Sizilien und schloss die Insel dem italienischen Königreich an. Unter den Arabern war Marsala ein blühendes Handelszentrum und noch heute ist die Stadt für den Islam in Italien von Bedeutung. Den meisten mag Marsala aber vom gleichnamigen Wein bekannt sein. Ein Engländer entdeckte den einheimischen Wein und wollte ihn in seinem Heimatland einführen. Um ihn über die lange Schifffahrt haltbar zu machen, wandte er ein Verfahren an, der den Alkoholgehalt des Weines erhöhte. Als das Getränk in England gut ankam, reiste er zurück und begann mit der Massenproduktion des Marsala Weines. Statten Sie den zahlreichen Weingütern einen Besuch ab, denn Sie erwartet ein absoluter Genuss für den Gaumen. Einen außergewöhnlichen Anblick bieten die Salinen mit Salzbergen in der Nähe von Marsala. Im Salzmuseum kann man die jahrhunderealte Methode zur Salz Gewinnung anschauen. Von Marsala erreichen Sie auch Laguneninsel Mozia , wo heute noch  die antiken phönizischen  Reste der Stadt sichtbar sind, die den Karthagern als Festung diente, und die drei Ägadischen Inseln, vor deren Küste Catulus die Karthager im ersten punischen Krieg schlug.  Zeugnis hierfür sind Reste eines punischen Kriegsschiffes aus dem 3 Jahrhundert v.Chr. welches man im archäologischen Museum bestaunen kann.
Der ursprüngliche Name der Insel ist Trinakrias und spielt auf ihre dreieckige Form an. Als größte Insel des Mittelmeerraumes war Sizilien über Jahrhunderte bei Herrschern beliebt. Der Wunsch, über sie zu regieren, löste zahlreiche Schlachten an ihrer 1152 langen Küste aus. Mit Getreide und der Nähe zu Afrika versprachen sich die Kämpfer eine reiche Wirtschaft und eine Brücke über das Mittelmeer. „Mit keinen Worten ist die dunstige Klarheit auszudrücken, die um die Küsten schwebte, (…) die Reinheit der Konture, die Weichheit des Ganzen, das Auseinanderweichen der Töne, die Harmonie von Himmel, Meer und Erde.“ Das war Goethes erster Eindruck der Insel, als er auf seiner Italienreise der Insel entgegenschipperte. Geschichte Die ersten Menschen besiedelten Sizilien um 1000 v. Chr. Man nannte sie Sikaner und Sikeler. Um 750 v.Chr. legten die Griechen an der Ostküste an und gründeten die ersten Städte an der Küste, darunter Siracusa. Es ist die Geburtsstadt von einem der wichtigsten Mathematiker und Mechaniker der Antike: Archimedes. Als die Römer Sizilien im zweiten Punischen Krieg für sich einnehmen wollten, verteidigten sich die Griechen mit den von ihm entwickelten mechanischen Wurfmaschinen. Auch die Karthager hatten damals ein Auge auf die Mittelmeerinseln geworfen. Sizilien war der Hauptstreitpunkt des ersten punischen Krieges zwischen den Mächten von Karthago und Rom. Sizilien wurde römische Provinz, verlor große Teile ihres Waldes, denn das Holz wurde für Kriegsflotten gebraucht, und wurde zur Kornkammer und Exportland für Weizen. Dann kamen die Byzantiner. Aber auch die wurden gestört von den Arabern, die ab dem 9. bis ins 12. Jahrhundert die Herrschaft über Sizilien hatten. Dann ging die Insel an die Staufen, die Normannen und schließlich die spanischen Bourbonen. Mit dem Einmarsch der Garibaldi 1861 wurde Sizilien italienisch. Kriege und der rege Herrschaftswechsel sind nicht alleine verantwortlich für den stetigen Wandel des Stadtbildes. 1693 litt die Insel unter einem Erdbeben, manche Städte mussten neu aufgebaut werden, und man verpasste ihnen einen Barockstil. Natur Wie in vielen Inseln im Mittelmeerraum hat auch Sizilien durch Rodung ein Großteil ihrer Wälder verloren. Weit verbreitet sind hier auch die Macchiabüsche, die die Landschaft bedecken. Es gibt noch einige Korkeichenwälder auf der Insel. Aber seitdem Kork mit anderen Materialien hergestellt wird, nehmen auch die ab und mit ihnen der Lebensraum für zahlreiche Tiere und Insekten. Im Naturschutzgebiet Parco Naturale dei Nebrodi kann man die Bäume noch anschauen. Balsam für die Augen sind auch die Mohnfelder, Orangen- und Zitronenhaine. Sizilianische Landschaft ist außerdem wie gemacht für den Johannisbrotbaum, der es an Hügeln in Küstennähe und mit wenig Wasser mag. Nur auf Sizilien gibt es die Nebrodi Tanne im Norden der Insel. In der wilden Natur gedeihen Orchideen, Wildkräuter, Kapern, es blühen Bougainvilleas oder Mimosen. Fast schon ein Naturwunder ist der Ätna, Europas größter und noch aktiver Vulkan. Er liegt im Nordosten der Insel in einem Naturschutzgebiet und steht seit 2013 auf der Liste der UNESCO Weltnaturerbe. Seine aktuelle Höhe von ca. 3300 Metern kann sich ständig ändern. Der Vulkan hat auch in der griechischen Mythologie eine große Bedeutung. So soll sich der Legende nach der Philosoph Empedokles in den Krater gestürzt haben, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Zyklopen sollen in den Tiefen des Kraters Blitze für Zeus geschmiedet haben und dieser hat den Vulkan im Kampf mit Titanen als Waffe benutzt. Wirtschaft Die Griechen brachten die Insel wirtschaftlich und vor allem landwirtschaftlich zum Aufblühen. Sie bauten Weizen und Oliven an, Obst und Gemüse und verarbeiteten das Holz der Wälder. Heute erwirtschaftet die Insel die größten Erträge aus dem Anbau von Zitronen, Oliven, Mandeln, Baumwolle, Wein und aus der Fischerei. Wegen ihres Schwefelreichtums war Sizilien lange Zeit an der Spitze des Schwefelbergbaus weltweit, alle 730 Gruben sind aber heute stillgelegt. Die Insel hatte und hat immer noch mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen, Reformen sollen den Süden an die wirtschaftlich stärkeren Regionen Norditaliens anschließen. Ende des 19. und 20. Jahrhunderts reisten viele Sizilianer auf der Suche nach Arbeit aus. Doch die Mafia, deren Wiege Sizilien ist, hat noch immer Einfluss und die Bemühungen gehen nur schleppend voran. Seit der Ermordung zweier gegen die Mafia kämpfenden Richter 1992 ging Italien sechs Jahre lang militärisch gegen die Mafia vor. Heute ist der Tourismus in Sizilien eine wichtige Einnahmequelle. Trotzdem verlassen immer noch viele Jugendliche die Insel auf der Suche nach Arbeit. Kultur Die Carretto Siciliano, sizilianische Karren, sind eine alte Tradition auf der Insel und zu manchen Festen bekommt man diese aufwendig hergestellten Kutschen noch zu Gesicht. Das Bemalen der Karren ist ein altes Handwerk und es gibt nur noch einige wenige Meister auf der Insel, die diese Kunst beherrschen. In Süditalien und auf Sizilien gibt es noch einige Albanische Siedlungen, in denen die Arbëresh wohnen, eine albanische Minderheit in Italien. Auf der Flucht vor den Türken siedelten sie sich hier im 15. Jahrhundert an. Sie sprechen ihre eigene Sprache, das Arbëresh, das mittlerweile als bedrohte Sprache gilt und ein albanischer Dialekt ist. Zur arbëreshen Kultur gehören religiöse Feste, allen voran Ostern, das sie nach byzantinischer Liturgie feiern.
Das Stehaufmännchen Catania ist Siziliens zweitgrößte Stadt nach Palermo. Seine Lage verschaffte der Stadt kein Glück, denn am Fuße des Vulkans Ätna gelegen, blieb sie von seinem Ausbruch 1669 nicht verschont. Der Lavastrom begrub einige Teile der Hafenstadt unter sich. Während dem Erdbeben 1693 erfuhr die Stadt eine weitere Zerstörung. Heute scheint sie wie im Ruß auferstanden, denn mit den Plänen des Architekten Giovanni Battista Vaccarini wurde sie wieder aufgebaut – mit Lavagestein und im Barockstil. Dieses Bild prägt Catania heute und gibt ihr den Namen der schwarzen Stadt. Imposant ist die Kathedrale von Catania, unter deren Mauern der Komponist Vincenzo Bellini ruht. Römische Therme und Theater aus den ersten Jahrhunderten finden sich überall in der Stadt zwischen barocken Palästen. Im Zentrum steht das Wahrzeichen der Stadt: die Fontana dell‘Elefante, aus dem ein Elefant aus Lavastein mit ägyptischem Obelisken ragt. Außer den historischen Denkmälern der Stadt sollten Sie natürlich das Meer genießen und sich dem Ätna, Siziliens Vulkan, nähern. Denn der ist in Catania sozusagen vor der Haustüre. Feste Anfang Februar feiern die Catanier das San Agatha Fest. Mit Reliquien der Heiligen ziehen sie durch die Straßen. Der Legende nach soll der Schleier von Agatha den Cataniern schon geholfen haben, den Lavastrom des Ätnas zu stoppen. Deshalb ist die Jungfrau und Märtyrin Schutzpatronin der Stadt. Restaurants Pasticceria Savia An der Via Etnea gelegene, schnuckelige Bar, in der Sie fantastische Cannoli essen können. Auch die Einheimischen lieben die Savia. Via Etnea, 302/304, 95100 CATANIA Tel. +39 095 322335 Freizeitpark Etnaland Nicht weit von Catania im Westen liegt ein Spieleparadies für alle, die mit Kindern auf der Insel sind – oder ewig Kind geblieben sind. Etnaland hat einen Themenpark und einen Wasserpark, Wasserrutschen soweit das Auge reicht und ein 4-D Kino. Alles, was Sie für einen sorgenfreien Tag im Spaßparadies brauchen, bekommen Sie auch im Park: Schwimmbekleidung, Kinderbetreuung, Restaurants. C.da Agnelleria, 95032 Belpasso Tel: +39 095 7913334, +39 095 7913333, +39 095 9897101, +39 095 9897102
Agrigento ist allein wegen dem Tal der Tempel einen Besuch wert. Diese ehemalige griechische Akropolis liegt eingebettet zwischen dem kleinen Städtchen oben und dem Meer unten, inmitten von atemberaubender Natur. Aus ihr ragen hier acht griechische Tempel hervor, die als die besten erhaltenen aus der Antike gelten. Sie zeugen von der Wichtigkeit dieser alten griechischen Stadt, die damals sogar mit Syrakus konkurrierte. Im Archäologischen Park sind noch ältere Heiligtümer zu finden, mit denen die Griechen ihre Gottheiten verehrten. Ein Bekannter der Stadt ist der Literaturnobelpreisträger Luigi Pirandello. Sein Geburtshaus kann man westlich der Altstadt besichtigen. Der kleine Ortsteil San Leone liegt direkt am Meer und ist mit mehreren Stränden wie geschaffen für Wassersport und Badespaß. Feste Ein Höhepunkt der alljährigen Feste in Agrigento ist die „Sagra del mandorio in Fiore“, das Mandelblütenfest. Jedes Jahr im Februar wird mit der Mandelblüte der Frühling eingeläutet. Vom Tal der Tempel aus eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die blühenden Bäume. Mittlerweile gilt das Fest nicht nur der Mandelblüte sondern versammelt internationale Folklore und lockt Besucher aus der ganzen Welt.